Morgen und Abend

So wie auch der heurige Sommer, kann man bisher über den Herbst nicht wirklich klagen. Es ist halt Herbst, aber er fällt nicht durch übermäßige Kälte, Frost oder Dauerregen auf.

Wenn man zum richtigen Zeitpunkt aus dem Küchenfenster guckt, sieht man morgens zum Beispiel das hier:

Und wenn man das Haus zum morgendlichen Gassigehen verlässt, kann man solche Ausblicke bewundern.

Und abends wird mit der Taschenlampe Gassi gegangen weil es stockfinster ist.

Das einzige Licht sind die Sterne, der Mond und die Lichter der vereinzelten Häuser… und dann diese eine Straßenlaterne, die einzige im Umkreis von ca. 500 Metern vor einem Haus das nur im Sommer genutzt wird… 😉

 

Ehrlich gesagt wundere ich mich selber, dass ich keine Angst habe, wenn es so dunkel ist. Mir ging sogar schon mal die Taschenlampe aus weil ich komplett vergessen hatte, dass die neue Taschenlampe (eigentlich ein Handscheinwerfer laut Beschreibung) ja aufgeladen werden muss weil sie nicht mit Batterie geht. Ich wunderte mich gerade, dass die aber nicht mehr besonders stark leuchtete und überlegte noch wann ich denn das letzte Mal die Batterien gewechselt habe …  als sie plötzlich vollkommen erlosch. Ich drückte hin und her aber es blieb dunkel. da fiel mir dann auch wieder ein, dass man die ja aufladen muss (wie blöd kann man sein!?).

Nur Mayas Leuchthalsband war das einzige Licht weit und breit. An dem Abend war es auch noch nebelig, also sah man sowieso noch viel weniger. Das war dann schon ein etwas … naja, ungutes Gefühl. Aber auch nicht unbedingt Angst. Zum Glück führte mich Maya sicher und zielstrebig nach Hause (war eh nicht weit!) 😉

 

 

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Am Badestrand

Nein, keine Angst, ihr seid nicht auf einem alten Beitrag gelandet!!! 😉

Es hatte heute sommerliche 23 Grad und was tut man bei 23 Grad am 14. Oktober in Schweden? Genau, man fährt an den Badestrand. Und welcher Badestrand ist da besser geeignet als den, den man gut kennt? Eben?

Aber erstmals habe ich auf der Veranda meinen Kaffee getrunken und „mein Reich“ bewundert. Kann immer noch nicht ganz glauben, dass das hier alles mir gehört. Wobei „alles“ ja übertrieben ist, aber für Wiener Verhältnisse ist es schon recht groß.

Aber dann, Maya samt Handtuch ins Auto gepackt und nach Jädraås gefahren. Dort gingen wir erstmal eine kleine Runde durch den Ort und dazu musste ich Maya nicht mal überreden…. es schien als ob sie sich total freute, dass wir dort spazieren gingen! Aber nach der Gassirunde mit unzähligen Markierungen von Maya, war sie nicht mehr zu halten. Sie wollte zum Badestrand und dorthin gingen wir.

Und so wie auch im Sommer ist es da einfach unheimlich schön.

Maya schien recht viel Spaß gehabt zu haben. 😉

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Dazwischen gab es eine kurze Pause.

Und dann musste die arme Maya auch noch richtig modeln und das hat sie richtig gut gemacht.

Und ein Video gibt es natürlich auch:

Aber Frauli hat auch noch massenweise Fotos ohne Maya gemacht. Es liegt zwar in der Natur der Sache dass diese Fotos nie so schön sein können wie mit Maya, aber ich zeige sie euch trotzdem. 😉

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Herbst in Güllsjö

Gullsjö wird die Gegend genannt in der das Knusperhäuschen steht und gerade zeigt sich der Herbst von seiner besten Seite.

Bevor doofe Kommentare kommen… Güllsjö hat nichts mit Gülle zu tun sondern „Sjö“ ist der See und „Güll“ bedeutet wörtlich übersetzt „golden“ oder „gelb“.

Die Fotos sind von Sonntag morgen vom ersten Gassigang mit Maya und in der unmittelbaren Nachbarschaft von uns.

Genau vor der Tür:

Blick zum Bach auf der Rückseite:

Blick auf das Haus von der Einfahrt:

 

Maya checkt die Lage:

Die Nachbarschaft:

 

„Mein“ Wald:

Wieder Nachbarschaft:

Sogar der neue Paketpostkasten hat schon Herbstfarbe angenommen 😉

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Badezimmer Verwandlung

Bis auf Kleinigkeiten ist jetzt das Badezimmer im Knusperhäuschen fertig. Da das Bad ja 2004 gebaut wurde und bautechnisch keine Mängel hat, habe ich mich dafür entschieden, nur die Badmöbel, die Dusche, die Toilette und alle Wasserhähne auszutauschen … und ein wenig Farbe ins Spiel gebracht. Und ORDENTLICH geputzt… die Kacheln am Boden waren voll eklig dreckig.

Und siehe da… das Bad sieht vollkommen anders aus… finde ich zumindest.

Vorher:

Nachher:

Der Badezimmerspiegel wird noch gegen einen Spiegel mit Beleuchtung ausgetauscht weil es nur mit den Spotlights in der Decke ein wenig dunkel ist.

Vor dem Einzug hatte ich die Befürchtung dass die Warmwassermenge im Speicher nicht reichen würde aber damit hatte ich bisher überhaupt keine Probleme. 😉

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Spaziergang in den Wäldern rund um Järbo

Nach einer Woche in Stockholm (Maya war bei unserer Hundesitterin Lena) haben Maya und ich heute das herrliche Herbstwetter genutzt und eine kleine Wanderung gemacht. Wir fuhren erst mit dem Auto ein paar Kilometer und marschierten dann frohen Mutes durch den bunten Wald, mit dem Ziel „Västerhällarna“.

Außer Bäumen gab es nicht so viel zu sehen, also gibt es hauptsächlich Baumfotos, Tarzan haben wir aber nicht gesehen. 😉

Und dann, aus dem Nichts, stand da plötzlich ein Bär ein paar Meter vom Weg entfernt. Aber er hatte offensichtlich solche Angst vor uns, dass er buchstäblich zu Stein erstarrte und sie nicht rührte. ;-D

 

Und kurz darauf waren wir dann am Ziel, Västerhällarna.

Nachdem wir die Aussicht genossen haben und Wasser getrunken hatten, marschierten wir auf einer Mountainbikestrecke weiter bei der es zwar nicht über Stock und Stein, aber dafür über Brücke und Stein ging. 😉

Dann ging es kurz ein Straße entlang und dann wieder hinein in den Wald.

Zum Glück waren wir heute zwar flott, aber nicht zu schnell unterwegs, da brauchten wir kein schlechtes Gewissen haben, als wir zu diesem Schild kamen. 😉

 

Und obwohl wir hier in Schweden keinen Hundeführerschein machen brauchten, wusste Maya dass sie bei diesem Schild stehen bleiben musste.

Danach ging es noch durch den „Schilderwald“ bis wir nach 2 1/2 Stunden wieder beim Auto waren.

 

 

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In der Räuberhöhle

Nach all dem Kasten und Kästchen zusammenbauen, Übersiedlungskartons ausräumen und Sachen mehr oder weniger endgültig verstauen war es am Sonntag Zeit für einen Ausflug. Nachdem es am Samstag ein ordentliches Unwetter gegeben hatte, schien am Sonntag wieder mal die Sonne vom nur leicht bedeckten Himmel… zumindest am Vormittag.

Ich packte Wasser und Leckerlies für Maya und Frauli in einen Rucksack und wir marschierten los, an Feldern und Hütten vorbei und dem Schild „Kungsberg Grottor“ folgend.

Ziel waren die die Höhlen am Kungsberg (Königsberg) wo der Sage nach Räuber Gillberg sein Versteck hatte. Der Weg war anfangs auch gut beschriftet… bis zu dieser Hinweistafel.

Auf der Karte war der Weg zu den Höhlen links eingezeichnet und da gingen wir – aber da kamen wir nach einer recht steilen Strecke nur auf eine Straße bzw. bemerkte ich dann dass es keine Straße war sondern eine Skiabfahrt 😉 Und oben sah ich dann an einem Schild dass wir an einer Mountainbikestrecke entlanggegangen waren… und das kann ja doch gefährlich werden wenn einem auf dem Steilstück ein Mountainbiker entgegensaust.

Die Aussicht von da oben war aber ganz nett.

Wir gingen dann die „Abfahrt“ wieder nach unten und mussten dann nur ein kurzes Stück auf der Mountainbikerstrecke marschieren. Dann studierten wir nochmals die Karte und dann entdeckte ich auch RECHTS den schmalen Pfad der dann schlussendlich zu den Höhlen führte.

Der Weg dahin war anfangs matschig und dann steinig… wie gesagt, hatte es ja am Samstag ordentlich geregnet und somit waren die Steine und Wurzeln über die man steigen/klettern musste auch recht rutschig.

Als es dann steiler wurde und ich mich selber an Bäumen/Ästen festhalten musste um weiterzukommen, ließ ich die Leine los damit Maya sich ihren eigenen Weg suchen konnte. Ansonsten wäre wohl einer von uns irgendwann mal irgendwo runtergerutscht/gefallen.

Maya fand das supercool und sprang von einem großen Stein/Felsen zum nächsten … so wie damals als sie noch ein junger Hund war. Jetzt ist sie 8 Jahre alt und hat Arthrose – aber das merkt man ihr überhaupt nicht an.

Ich sah unterwegs nicht nur Eierschwammerl / Pfifferlinge sondern auch noch allerhand andere Pilze.

Und nachdem es schon einen Rastplatz da oben gab, machten wir auch eine Pause. In meiner Dummheit setzte ich mich auch auf die Holzbank um dann beim Aufstehen zu merken, dass das Holz ja feucht ist und somit auch meine Hose feucht machte was zum Glück aber bisher – klopf klopf – keine Probleme verursachte.

Links führte dann ein Pfad weiter und ich dachte, wir könnten vielleicht irgendwie rundherum laufen aber schon kurz darauf, hätten wir richtig über Felsen klettern müssen und auch wenn Maya sofort dabei gewesen wäre, war mir das zu riskant bei den nassen Felsen. Ich sah ja, dass Maya rutschte und meine Wanderschuhe hatten auch keinen sicheren Halt auf nassem Felsen. Also drehten wir um und machten uns auf den Rückweg.

Hier sind wir hochgeklettert … und hier mussten wir auch wieder runter. Und Maya ist echt super… sie läuft vor und wenn ich sage „Warte“, wartet sie.

Wieder beim Schild entdeckte ich eine weitere „Sehenswürdigkeit“; eine Sprungschanze aus dem Jahr 1930! Die mussten wir uns noch anschauen und wir marschierten frohen Mutes drauflos.

Es dauerte nicht sooo lange bis ich mitbekam, dass wir nicht am richtigen Weg sein konnten, denn dann wären wir schon längst am Ziel gewesen. Maya sah noch recht frisch aus also entschied ich dass wir noch ein wenig weiter gehen konnten… schließlich folgten wir ja einer roten Markierung und die musste ja irgendwohin führen. Und richtig, wir kamen auf den Kungsberg der mit schöner Aussicht beglückte.

Der Kungsberg hat laut Wikipedia eine stolze Höhe von 309 m und ist – glaubt es oder nicht – ein beliebtes Skigebiet für die Region nördlich von Stockholm. Erst neulich wurde das Skigebiet weiter ausgebaut und erfasst nun 22 Abfahrten und 12 Lifte.

Ich kann mich noch gut an meine erste Begegnung mit Kungsberget erinnern. Damals waren Kurt und ich erst ein paar Tage in Sandviken gewesen als ein damaliger Kollege (er ist jetzt schon in Pension) sich erbot, uns Kungsberget zu zeigen, wohin die Stockholmer zum Schifahren kommen. Wir fuhren und fuhren und ich fragte mich schon, wann denn hier endlich die Landschaft „bergig“ wird, als wir abbogen und Bosse (so heißt der Kollege) stolz verkündete „Das hier ist Kungsberget“…. und vor mir sah ich einen Hügel! Für alle Mitleser aus Wien: ungefähr so wie der Bisamberg! Ich konnte mich gerade noch beherrschen und keinen Lachanfall bekommen. Aber so unglaublich es auch klingt, der Kungsberg ist eine Erfolgsgeschichte. Vor einigen Jahren gab es dort einen Führungswechsel und seither wird massiv in den Kungsberg investiert – und wenn man den Zeitungsberichten Glauben schenken kann, auch erfolgreich! Und ja… Kungsberget liegt im Wanderbereich meines Knusperhäuschens. 😉

Es wird sogar der Schnee vom Vorjahr „gespeichert“! Unter diesen weißen Planen versteckt sich echter Schnee! Bei der heurigen Hitze blieb wohl weniger übrig als erwartet aber es gibt noch Schnee! 😉

Supermario haben wir da oben übrigens auch getroffen. 😉

Nach einer weiteren kurzen Trinkpause, suchte ich nach einem Weg nach Hause. Irgendwie herrschte ein wenig Misskommunikation zwischen mir, dem GPS und einer Kartenapp, woraufhin wir erst ca. 500 m in die falsche Richtung gingen. Doch dann, fanden wir wieder die Markung des „Gästrikeledens“, einem Wanderweg quer durch Gästrikland, und flott ging es erstmals um den Kungsberg herum, dessen „Rückseite“ bewaldet ist …

… bis wir dann auf bekanntes Terrain stießen, nämlich einen Fischerteich den wir schon kennen. Kurz bevor wir dahin kamen, entdeckten wir ein Plumpsklo mitten im Wald!!!

Dann ging es noch ein kurzes Stück am Wanderweg entlang bis wir wieder zur Schotterstraße kamen, die uns nach Hause führte.

Ich habe versucht auszurechnen wie viele Kilometer wir an diesem Tag marschiert waren und kam auf mindestens 12 km… ich glaube aber dass es noch mehr war, schätzungsweise 14-15 km; wir gingen um 9:30 Uhr aus dem Haus und waren um ca. 14:30 Uhr wieder daheim. Ich hatte ein total schlechtes Gewissen wegen Maya die wegen ihrer Arthrose ja schon ewig nicht mehr so weit marschiert ist und ich konnte am Ende dann auch sehen, dass sie schon müde war aber sie war nicht zu bremsen… sie legte gegen Ende ein Tempo hin, dass ich kaum nachgekommen bin. Wobei ich ja glaube, dass es leichter für sie ist, wenn sie „traben“ kann, denn wenn man Hunde ohne Leine beobachtet, gehen sie ja nicht langsam sondern sie traben leicht … sind also viel schneller als wir Menschen unterwegs.

Und ich bin soooo froh weil sie heute zwar müde war aber sie humpelte nicht und zeigte auch sonst keine Anzeichen von Schmerzen.

Bin stolz auf meine „alte Tante“! Und vor allem freue ich mich, dass es ihr so gut geht, dass sie problemlos so weit laufen kann. Im Juli 2017 brauchte sie nach 500 Metern schon eine Pause. Das war damals wirklich schlimm zu sehen.

Mal gucken was unser nächstes (nicht soooo weit entferntest) Wanderziel wird. 😉

 

 

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Einzug ins Knusperhäuschen abgeschlossen

Seit einer Woche wohnen Maya und ich nun in unserem Knusperhäuschen (weil zwei Hexen hier wohnen, hehehe) und wir fühlen uns sauwohl. Klar ist alles noch ein wenig provisorisch, aber es wird.

Was bisher geschah…

Im einstweiligem Schlafzimmer habe ich die Holzdecke 1 x grundiert und 3 x weiß gestrichen, die grauen Wände grundiert und 3 x weiß gestrichen und den alten dünnen Laminatboden rausgerissen und einen neuen verlegt… und der sieht echt klasse aus. Er ist nicht total glatt sondern hat eine schöne Holzstruktur… man könnte glauben, es sei ein Holzboden. Die Leisten fehlen noch, aber das kommt später. Durch die weiße Decke und Wände ist das Zimmer jetzt auch viel heller.

Hier ein paar Vorher – Nachher Fotos.

Auch die Küche hat sich etwas verändert. Holzpaneele wurden weiß gestrichen, die Blümchentapete gestrichen und ein neuer, kleinerer Esstisch gekauft. Außerdem ein neuer Kühl/Gefrierschrank.

 

Eine große Veränderung gab bzw. gibt es auch im Bad, aber nachdem ich leider verpasst hatte, Schrauben und Dübel für die Befestigung eines Hochschrankes zu besorgen (Anfängerfehler?), müsst ihr da noch ein Weilchen auf Fotos warten, ätsch. 😉

Morgen werden endlich die alten Möbel abgeholt und dann kann ich ein paar von den Übersiedlungskartons, dessen Inhalt ich (noch) nicht benötige, in der Werkstatt gegenüber lagern.

Maya hat in der Zeit der Renovierung mal wieder Bauinspektor gespielt und ließ es sich nicht nehmen, trotz laufender Malerei und Bodenlegerei ein Nickerchen zu machen.

Wie heißt es doch so schön: Mittendrin statt nur dabei!

Maya ist ja ein absoluter Freilufthund und wenn es nur warm genug ist (nicht zu warm, dann kommt sie rein), liegt sie am liebsten draußen, beobachtet Vögel und hält Wache. Ich glaube, es taugt ihr ungemein, dass sie jetzt ihrer Lebensaufgabe, als Wachhund, nachgehen kann. Das klingt vielleicht komisch aber manchmal beobachte ich sie, wenn sie es nicht bemerkt und sie schaut einfach zufrieden aus, wenn sie draußen auf der Veranda liegt und die Umgebung beobachtet. Und wenn ein Auto kommt oder jemand an der Straße vorbeigeht, gibt sie Bescheid. Nicht hysterisch bellend sondern maximal drei Beller und gut ist es. Dann kommt Frauli raus und übernimmt…

Gestern trafen wir auch zum ersten Mal unsere Nachbarn. Der eine, jüngere, hat Ziegen und redete nicht so viel und der andere war älter und hat Schafe … und der sprach umso mehr. 😉

Aber sie waren beide sehr nett und freuten sich, dass die Hütte wieder bewohnt war. Mir wurde auch gleich erzählt, dass ein Luchs (!!! Wohohoooooo, wie geil ist das denn!!!) oft bei der Hütte herumstreicht und außerdem gibt es Rehe, Elche und Wölfe… und etwas weiter weg dann auch Bären. Ok, damit muss man ja rechnen wenn man in Schweden am Land lebt aber dass es hier einen Luchs gibt, find ich so was von supercool! Die sind ja scheuer und seltener zu sehen als Bären und Wölfe zusammen! Nachdem ich hier ja doch etwas abseits und von den Nachbarn eher abgeschirmt wohne, wollte ich mir sowieso eine Überwachungskamera an der Fassade montieren (nachdem das Grundstück das ich überwachen möchte ja mir gehört ist das ja datenschutztechnisch kein Problem) – jetzt habe ich einen guten Grund, etwas mehr Geld zu investieren und eine Nachtsichtkamera zu kaufen. 😉

Beim nächsten Spaziergang in die andere Richtung trafen wir dann eine der Erbinnen des Mannes der früher in der Hütte wohnte. Sie blieb mit dem Auto stehen um mit uns zu quatschen… also wohl eher mit mir als mit Maya… und übergab mir dann auch noch die restlichen Schlüssel zum Haus (der Makler hatte gesagt, es gäbe keine weiteren Schlüssel!!!???). Sie erzählte mir dann noch, dass der Verstorbene (er hatte 50 Jahre in Kanada gelebt und dann 8 Jahre in der Hütte) an einen seiner ersten Abende hier auch ein besonderes Erlebnis hatte. Er kam aus dem Bad und ging ins Schlafzimmer… als er einen Elch bemerkte, der neugierig zum Schlafzimmerfenster reinguckte. 😉

Und einen Elch habe ich ja am Abend meiner allerersten Nacht hier gesehen… leider ein schlechtes Bild (genau rechts neben dem Baum in der Mitte steht er) aber dort guckte ich jetzt öfters mit Maya nach ob wir einen Elch sehen, ist nur ein paar Hundert Meter vom Haus entfernt… ach ja, und Rehe haben wir schon ein paar Mal gesehen.

Ich hoffe nur der wird nicht bei der am Montag beginnenden Jagd erschossen ;-(

Am Freitag hatte ich frei weil da der Installateur im Bad gewerkt hat und danach machte ich mich mit Maya auf den Weg um eine „Spazierrunde“ zu finden. Bisher gingen wir entweder rechts oder links und dann wieder zurück… aber das ist ja langweilig. Na jedenfalls marschierten wir frohen Mutes drauflos und nach ca. 2 km hupte ein Auto leise hinter uns. Ich wunderte mich warum uns jemand anhupte aber ich ging mit Maya auf die Seite und zwei ältere Herren winkten uns fröhlich grinsend aus dem Auto zu. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und winkte freundlich zurück. 200 Meter weiter blieb das Auto stehen und einer der Männer ging in ein dunkelgrün gestrichenes Haus während der andere draußen stehen blieb und einen Baum betrachtete! Als wir vorbei gingen, grüßte er uns und ich grüßte zurück. Da fragte er auf typisch schwedische üüüberhaupt nicht neugierige Art „Euch hab ich ja noch nie gesehen. Wo kommt ihr her?“ Da erzählte ich ihm, dass ich ein kleines rotes Häuschen gekauft hätte… und er „Duuuuuu hast xxxvägen 44 gekauft? Du bist Claudia? Du hast xxx Kronen bezahlt und du kommst aus Jädraås!“ Äh… ja, das war ich. Ich erklärte ihm dass ich nur vorübergehend in Jädraås gewohnt hatte und eigentlich ein Haus in Hammarby hatte…. und ich wusste nicht so richtig was ich davon halten sollte, dass er „alles“ wusste (weiß es immer noch nicht, wenn ich ehrlich bin). Jedenfalls erzählte er, dass er Jan-Olov gekannt hatte, der früher da gelebt hatte (der gestorben) ist und dass er unbedingt seinem Kumpel der ins Haus gegangen war, erzählen musste, dass „ich“ das war die die Hütte gekauft hatte… Ja, und dann verschwand er also im Haus und ich überlege ob das jetzt gut oder schlecht ist, dass wir diesen Typen getroffen haben und der ALLES weiß! ;-D

Ich ging mit Maya weiter und wir machten einen recht langen Spaziergang der eigentlich schön war, aber das letzte Stück mussten wir leider an der Hauptstraße zurück gehen wo 80 km/h gefahren wird… das war dann weniger schön aber es waren ja nur ein paar Hundert Meter. Maya war dann jedenfalls schon etwas müde… und Frauli auch.

Ich fuhr dann noch schnell einkaufen und Maya war das erste Mal allein im Haus. Und im Gegensatz zum „ersten Mal allein“ in der Wohnung in Jädraås wusste ich ganz genau, dass es kein Problem sein würde, weil Maya sich hier wohl und sicher fühlt. Als ich heimkam, kam sie mir schlaftrunken entgegen… sie hatte also geschlafen. Und wisst ihr wo? In meinem Bett – obwohl sie ganz genau weiß dass sie das nicht darf! Ich sah aber sofort, dass die Decke zerknüllt war und fragte Maya „Hast du in meinem Bett geschlafen?“ Leider habe ich das „schlechte Gewissen“ nicht gefilmt aber es war mehr als deutlich dass sie es getan hatte und genau wusste, dass sie es nicht hätte tun dürfen 😉

Noch ärger war es dann am Samstag. Da war sie nach dem Spaziergang müde und ging ins vorübergehende Schlafzimmer. Irgendwann ging ich dann vorbei und wundere mich was das für eine dunkler Fleck auf meinen Bett war (dachte, es war vielleicht ein Pulli oder so)… und als ich dann näher kam, lag da Maya zusammengerollt!!! Die wird richtig frech auf ihre alten Tage!!! Und obwohl ich sie nicht mal schief angeschaut habe, sondern sogar gestreichelt habe, ging sie dann in ihr eigenes Bett während ich im Bad war. 😉

Heute habe ich endlich mal ein paar Fotos von der unmittelbaren Gegend gemacht…. so sieht es im Umkreis von 500 m aus. Landleben pur! 😉

Gestern sahen wir dann noch einen riesigen Käfer auf der Straße… ich hoffe, der kommt nicht auf die Idee mal in unser Haus zu kommen wenn die Tür mal wieder offen ist!

Was ich demnächst unbedingt brauche, ist Insektenschutzgitter vor den Fenstern. Ich schlafe ja üblicherweise bei offenem Fenster aber ohne Gitter geht das hier nicht. Leider hatte ich da kein Handy dabei aber als ich heute Morgen nach dem ersten Toilettenbesuch zum WC-Papier greifen wollte, saß da eine Spinne… kleiner Körper aber laaaaange Beine… wie um zu sagen „Das ist meine Klopapierrolle“ (war noch übrig von der Erbschaft).

Also ich kann euch sagen, ich bereue es nicht, hierher gezogen zu sein. Ja klar, Luxus ist das hier keiner mit Brunnenwasser (das Maya zu trinken bekommt und absolut keine Probleme hat, muss es aber noch testen lassen) und eigenem Dreikammerbrunnen. Momentan funktioniert auch die elektrische Bodenheizung im Bad nicht aber ich hoffe, dass der Elektriker das reparieren kann (der kommt Mitte September denn mit der Elektrik sieht es übel aus aber das sah ich schon als ich das Haus das erste Mal gesehen habe) und es ist pechschwarz wenn ich mit Maya spät abends Gassi gehe – aber eine starke Taschenlampe hilft da schon.

Im Gegenzug sehe ich viele „wilde“ Tiere (heute sahen wir in der Ferne einen Fuchs am Feld), Maya ist überglücklich über ihr Reich und ihren Bach und genießt die Freiheit die ich ihr nun geben kann. Als wir im Mai nach Jädraås gezogen sind, konnte ich richtig sehen, wie deprimiert Maya war. Aber jetzt, jetzt macht sie wieder ihre spontanen Bocksprünge wenn wir unterwegs sind und das ist bei ihr ein Zeichen von Freude, ein Zeichen dass sie glücklich ist… und das habe ich wirklich vermisst bei ihr in den letzten Monaten.

Und ich, ich genieße es, einfach mal eine halbe Stunde draußen auf der Veranda zu sitzen und nichts zu tun… und nichts zu hören als Vogelgezwitscher und den Wind in den Blättern. Und in der Nacht… Stille. Keine Autos, keine Nachbarn, keine Lichter. Einfach nur Stille und das Dunkel der Nacht. Ich dachte anfangs, dass mich das nervös machen würde, aber so ist es nicht. Überhaupt nicht.

Ich bekam einen Kommentar ob es nicht gruselig wäre so zu wohnen. Die Antwort nach einer Woche ist, dass es mich unter Menschen mehr gruselt… Menschen sind es, die bösartig sind. Tiere verteidigen sich nur. Aber ich bin auf jeden Fall froh, dass ich so nette Nachbarn habe. Den Typen der im Sommer rechts von uns wohnt (zum Glück ca. 150m entfernt) war ja jetzt nicht so der Traumnachbar. Der hat zig Schrottautos auf seinem Grundstück und vor der Tür stapelt sich der Müll. Allerdings weiß ich nicht ob der überhaupt im Haus wohnt oder im Wohnwagen davor. Wie auch immer, „den“ will ich nicht so oft treffen. 😉

Es wohnen anscheinend auch viele nur im Sommer hier… ob das jetzt gut oder schlecht ist, lasse ich mal offen. Ich habe jedenfalls meinen schnurrenden Kater gegen einen ordentlichen vierradbetriebenen SUV getauscht damit ich auch im Winter in die Arbeit komme…. meistens zumindest. Ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass der vergangene Winter eine Ausnahme war und wir jetzt nicht ständig soooo viel Schnee bekommen. Ansonsten muss ich wohl meinen Firmen-Laptop öfter mit nach Hause nehmen und ev. von daheim aus arbeiten wenn ich nicht weiterkomme. 😉

ich weiß nicht mehr wer es war, aber irgendjemand sagte, dass die Hütte und das Grundstück „Potential“ hat… und genau das war es, was mich zum Kauf bewogen hat. Ich stand vor dem Haus und atmete tief… und sah vor mir, wie es in der Zukunft aussehen würde.

Det här kommer att bli superbra!

Das hier wird einfach super werden!

 

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Die mit der Katze tanzt

Bei unseren spätabendlichen (um nicht zu sagen nächtlichen) Gassigängen haben wir nun schon einige Male eine schwarz-weiße Katze getroffen, die offensichtlich mit Hunden lebt da sie überhaupt keine Berührungsängste bei Maya zeigt. Wenn wir sie sehen (bisher drei Mal) kommt sie schnurstracks auf uns zu, schmiegt sich an meine und Mayas Beine und zieht weiter. Maya war dabei bisher immer so komplett verdutzt dass sie einfach nur starr dastand und völlig entgeistert guckte. So lange bis die Katze dann schon ein paar Meter weiter ist – dann will sie hinterher.

Gestern Abend, bzw. Mitternacht, waren wir wieder unterwegs. Gleich als wir um die Ecke bogen um die Straße lang zugehen, sah ich eine Sternschnuppe!!! Ich wusste gar nicht was ich mir wünschen sollte, also wünschte ich mir einfach dass Maya und ich uns im neuen Haus wohlfühlen werden.

Wir gingen wie üblich langsam die Straße entlang und Maya erledigte ihre Geschäfte als sie wie angewurzelt stehen blieb und geradeaus starrte… und dann sah ich es. Die Katze kam mal wieder langsam und gemächlich, doch geradewegs  auf uns zu. Es dauerte ein Weilchen bis sie da war … und was dann geschah, seht ihr im Video. Insgesamt dauerte die Begegnung eine Viertel Stunde aber ich habe die Szenen wo sich gar nichts tut weggeschnitten. Ich stand einfach nur grinsend da… bis Maya am Ende „ernsthaft“ versuchte bei der armen Katze aufzureiten. Da entschied ich, die Katze zu „erlösen“ und hielt Maya an der Leine zurück.

An alle Katzenfreunde: Ja, ich habe natürlich bemerkt dass die Katze sich von Maya bedrängt fühlte aber wenn sie gewollt hätte, hätte sie in alle Richtung „entkommen“ können. Sie (oder er) entschied sich aber, einfach weiterzugehen und auch wenn sie Maya teilweise als lästig empfand (ist zumindest mein Eindruck gewesen) ließ sie sich von ihr beschnüffeln und den Weg „versperren“. Ich mag diese Katze! 😉

Die Videoqualität ist nicht die beste aber es war mitten in der Nacht und nur die Straßenbeleuchtung gab Licht.

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Es geschehen doch noch Wunder… naja, fast :-)

Heute war es endlich so weit!

Ein Tag, so heiß ersehnt wie … keine Ahnung was. So heiß und so lange ersehnt und plötzlich ging alles blitzschnell. Wieder mal ein Anruf um zu „jagen“ am Dienstag und am Mittwoch plötzlich der Rückruf mit Terminvereinbarung… und heute, Donnerstag, um 13 Uhr bekam ich es. Das so heiß ersehnte kleine, unscheinbare Ding … den Schlüssel zu meinem kleinen Knusperhäuschen.

Das Haus war 1946 als Sommerhütte gebaut worden mit Küche und einem Schlafzimmer. 1980 wurde dann noch ein großer Raum als Wohnzimmer angebaut der dann 2004 in Wohnzimmer und Badzimmer geteilt wurde (plus kleiner Nebeneingang) sowie ein weiteres Schlafzimmer angebaut.

 

Gegenüber vom Hauseingang steht eine Scheune mit einer Werkstatt, links daneben ein Geräteschuppen und rechts davon ein Carport und ein Holzvorrat. Um die Baugenehmigung für den Carport und den Holzvorrat wurde vor vielen Jahren angesucht aber irgendwie sieht das noch sehr unfertig aus… aber es ist trocken!

Links neben dem Schuppen geht ein verwunschener Pfad hinauf zur Straße und dem kleinen Postkästchen.

Blick zum nächsten Nachbarn:

Und ein paar Fotos von der Umgebung, sprich dem derzeit total zugewuchtertem Garten.

Blick zur „Saunahütte“ die aber recht heruntergekommen ist. Daneben steht ein weitere Geräteschuppen aus Blech. Dahinter fließt ein kleines Bächlein, von dem ich gar kein Foto habe. Keine Ahnung wie DAS passieren konnte! Aber morgen kommt ein Foto vom Bach. Versprochen! 😉

Das Haus von der Rückseite… ebenfalls etwas wild gewachsen. Es gibt jedenfalls viel Bauholz. 😉   Hinter der kleinen Tanne liegt übrigens auch ein Erdkeller aus Stein.

 

Blick aus dem Wohnzimmerfenster:

Blick aus dem kleineren Schlafzimmer:

Blick aus dem Küchenfenster:

Wie ihr sehen könnt, gibt es an der Fassade etwas wichtiges zu tun: nämlich Fenster/Türrahmen und die Eckpfeiler weiß streichen. Ein Schwedenhaus mit schwarzen Ecken. Also das geht ja gar nicht!!!  😀

Das Haus selbst ist laut Baufachmann für sein Alter in einem guten Zustand, also Dach, Fenster, Grund, alles in Ordnung; der Dachstuhl ist so trocken, dass der Feuchtigkeitsmesser überhaupt keinen Ausschlag gab. Die Fassade könnte einen Anstrich vertragen, hat aber keine größeren Risse oder kaputtes Holz.  Innen ist bis auf Kleinigkeiten auch alles in Ordnung aber eben nicht gerade auf dem neuesten Stand und nicht mein Geschmack.

Was ich also gleich morgen tun werde ist eine Kühl/Gefrierkombi, eine Waschmaschine und einen Tischgeschirrspüler kaufen (hoffe, ich bekomme dann die Lieferung nächste Woche). Damit die Kühl/Gefrierkombi reinpasst, muss ich einen Oberschrank abmontieren und dann mal sehen, wie es dahinter aussieht. Da ich sowieso vorhabe, die Küche komplett zu renovieren (wird aber erst nächstes Jahr sein), werde ich wohl nur schnell mal drüberstreichen und nicht allzu viel Zeit und Mühe in die Küche investieren. Die Fächer in den Küchenkästchen möchte ich auch tauschen aber das ist ja schnell gesägt.

Im kleinen Schlafzimmer werde ich die Decke und die Wände streichen und den Laminatboden austauschen. Das wird dann mein und Mayas Schlafzimmer bis das große Schlafzimmer renoviert ist. Dort braucht es neue Tapeten und einen Parkettboden und außerdem möchte ich den bestehenden eingebauten Kleiderschrank ausweiten und einen begehbaren Kleiderschrank draus machen. Und ein Schrank der ebenfalls eingebaut ist, kommt weg damit genug Platz für das Bett ist. Das beinhaltet also etwas mehr Arbeit weil an mehreren Stellen gespachtelt werden muss.

Im Wohnzimmer möchte ich tapezieren, die Decke gehört gemalt und statt des Plastikbodens möchte ich einen Parkettboden verlegen. Leider habe ich heute eine Luftblase unter dem Plastikboden entdeckt und ich hoffe, dass ich die Luft da rausbekomme… ansonsten wäre das echt blöd weil ich dann den Parkettboden nicht wie gedacht, einfach über den Plastikboden legen könnte. 😦

Damit es im Wohnzimmer heller wird (ursprünglich gab es Lichteinfall von drei Seiten aber nachdem das Bad dazu kam und dann noch das zugebaute Schlafzimmer, reicht das Licht von dem relativ hoch gelegenem Fenster nicht so richtig. Deswegen möchte ich zwei der drei Fenster durch einen Doppeltür ersetzen. Somit kann ich dann auch ganz genau sehen, wenn sich vielleicht ein Rehlein (Elch, Wolf, Bär!!!) im Garten herumtreibt. 😉

Später dann möchte ich auch einen Altan/Balkon der von der linken Seite übers Eck und dann bis zum Küchenfenster (das dann auch eine Tür wird) geht… irgendwann mal.

Das Bad ist bautechnisch in Ordnung aber es ist total verdreckt (ich hoffe, ich kriege das mit dem Dampfreiniger weg!!!) und unpraktisch und hat hässliche graue, glänzende Fliesen. Da es ja auch nicht sooooo alt ist (von 2004) möchte ich auch nicht alles rausreißen sondern werde jetzt mal WC, Dusche, Waschbecken und Hochschrank ersetzen. Für die Fliesen werde ich nach sogenannten „Wandtattoos“ suchen und schauen was passen könnte. Ich habe jetzt auch gesehen, dass IKEA „moderne“ Waschbeckenschränke hat (zu einem sehr günstigen Preis) und in ein paar Jahren wird das Badezimmer sowieso auch neu gemacht, also kaufe ich bei IKEA neue Möbel und kann dann bei der großen Badezimmerrenovierung das kaufen, was dann genau passt.

Das kleine Vorzimmer bräuchte auch eine Aufhübschung aber das kann warten. Was ich auch machen möchte ist, dass ich z.B. die extrem hässliche Tür vom Vorzimmer in den Küchenbereich mit einer Tür mit Glaseinsätzen ersetzen möchte, damit mehr Licht reinkommt (die Außentür hat Glaseinsätze). Das gleiche gilt für die Schlafzimmertür (gefrostetes Glas) und aus Platzgründen möchte ich die Tür zum kleinen Schlafzimmer mit einer Schiebetür (auch mit Glaseinsätzen) ersetzen… ev. sogar die Tür zum Badezimmer.

Derzeit gibt es im Wohnzimmer eine Luft-Luft Wärmepumpe, elektrische Bodenheizung im Bad, einen Kamin im Wohnzimmer und auch in der Küche gibt es einen kleinen Holzofen (praktisch wenn mal der Strom länger ausfällt!) … und ansonsten Stromradiatoren. Mal schauen wie sich das im Winter anfühlt und wie hoch die Stromrechnung ist. Ich „liebäugle“ ja damit, mir eine Infrarotheizung für die Küche zu besorgen und die an der Decke zu befestigen. Da die Küche ein Durchgangsraum ist mit Fenstern in zwei Richtungen (von denen eine auch noch eine Altantür werden soll!) ist die zu verbauen könnende Fläche ganz schön begrenzt (Herd, Geschirrspüler und Kühl/Gefrierkombi nehmen ja schon 180 cm an Breite weg!!!). Das Heizelement unter dem Fenster misst auch nochmals 100 cm… wenn ich das wegnehmen könnte und stattdessen die Wärme von der sowieso ungenutzten Deckenfläche kommt, wäre das phänomenal! Aber irgendwie habe ich noch keine richtig guten Erfahrungsberichte mit solchen Infrarotheizungen gefunden. Es gibt einzelne „Referenzen“ aber entweder wird das immer noch viel zu selten verwendet oder die Leute sind nicht so richtig zufrieden damit. Die Firmen die es in Schweden gibt die solche Heizungen vertreiben, konnten mich noch nicht so richtig „überzeugen“… es gibt aber einen Hersteller in Österreich, der allerdings (eh klar) keinen Vertreter in Schweden hat. Ich bin schwer am überlegen, ob ich denen nicht einfach eine Anfrage schicken soll. Was meint ihr? Wenn die in „Zuhause im Glück“ das verwenden, sollte es ja eigentlich nicht kompletter Müll sein, oder?

Das gute an den Stromradiatoren ist auf jeden Fall dass das Parkett/Laminatboden verlegen total einfach ist, weil man keine Rundungen für die Heizungsrohre im Boden ausschneiden muss! 🙂

Im Anschluss an das Badezimmer gibt es noch einen eigentlich winzigen Nebeneingang. Dort steht ein Trockner und massenweise Schränke… also obwohl der Raum winzig ist, ist der Stauraum riesig. Ach ja, im Badezimmer steht auch noch eine Waschmaschine, und die Wasserpumpe steht in einem Kästchen. Bekam heute einen halben Herzinfarkt als ich kurz das WC benutzte und die Pumpe schaltete sich lautstark ein. Muss mal schauen ob es  Schallisolierung für Schränke gibt. 😉

Ja, das ist im Prinzip das, was es zum Haus zu sagen gibt. Ein Stückchen den Hügel runter gibt es eine kleine Saunahütte die allerdings recht verfallen ist. Daneben steht ein Geräteschuppen aus Blech. Von Anfang an wollte ich aus der Saunahütte eine Gästehütte machen und den Saunabereich als Badezimmer einrichten weil es schon frostsicheres Wasser dort gibt. Allerdings habe ich mich komplett verkalkuliert, denn mir war zwar bewusst, dass ich dafür sorgen muss, dass alles was im WC landet umweltfreundlich entsorgt werden muss aber da dachte ich mir dass eine Verbrennungstoilette dieses Problem löst. Tja… nur hatte ich überhaupt nicht dran gedacht, dass auch das Wasser vom Duschen und Geschirrspülen entsorgt werden muss… und da sind die Umweltauflagen in Schweden fast genauso streng wie von Abwasser aus dem WC… vor allem weil die Hütte in unmittelbarer Nähe eine „Fischgewässsers“ (des Baches) stehen würde. Hier eine von der Gemeinde akzeptierte Lösung zu bauen, käme mir sehr teuer. Eine andere Lösung wäre, die Hütte an eine andere Stelle zu bauen und das Wasser in den bestehenden 3 Kammer Brunnen zu leiten. Aber eine andere Stelle zu finden, ist nicht so einfach weil so eine Hütte einfach nicht überall auf das Grundstück passt. Also Leute, alle die sich schon als Gäste angemeldet habe, möchte ich um Geduld bitten… ich muss erst noch eine Lösung für dieses im wahrsten Sinne des Wortes „Sch*** Problem“ finden. 😉

Der Besitzer des Hauses ist verstorben und somit wurde der Verkauf von einem Nachlassverwalter durchgezogen. Der Verkauf erfolgt – wie in Schweden üblich – über eine Maklerfirma. Bei der Vertragsunterzeichnung wird üblicherweise ein Übernahmedatum vereinbart. Als ich beim Makler war um den Vertrag zu unterschreiben, war ich deshalb entsetzt als da 31. August im Vertrag stand; der Nachlassverwalter selbst war nicht anwesend.

Das Haus war ja bereits von allen persönlichen Gegenständen geräumt worden und nur ein paar alte Möbel waren noch da und ich wollte doch so schnell wie möglich aus der Wohnung raus. Also sagte ich zum Makler, dass ich bereit wäre, die Entfernung der Möbel selbst zu organisieren wenn ich dafür früher Zutritt zum Haus bekommen könnte. Die Möbel seien ja nichts wert und wenn es nur daran läge dass ich so lange warten muss, wäre das also leicht zu lösen. Der Makler antwortet, das wäre sicher kein Problem wenn ich das so wollte und er würde mit dem Nachlassverwalter reden.

Ich ging zurück ins Büro und bestellte sofort die Begutachtung durch einen Baufachmann. Das ist in Schweden eigentlich üblich, wenn man sein Haus verkauft (hab ich auch gemacht als ich das große Haus verkaufte). Da es sich in diesem Fall um einen Nachlass handelt, liegt die Sache allerdings anders. Dazu später mehr.

In Schweden muss der Käufer vor Vertragsunterzeichnung das Haus genau auf Mängel kontrollieren da der Käufer kein Recht hat, später beim Verkäufer zu reklamieren, so lange es sich nicht um „versteckte Mängel“ handelt. Der Begriff versteckte Mängel ist aber in der Praxis kaum anwendbar. Als versteckter Mangel gelten nur Mängel die bei gründlicher Begutachtung des Hauses nicht ersichtlich sind. Z.B. wenn es in den Wänden feucht ist, das aber weder innen noch außen ersichtlich ist. Das gilt aber wiederum nicht in Kellerräumen denn da sind verkleidetet Wände eine Risikokonstruktion und bei diesen muss man damit rechnen dass Mängel auftauchen. Es ist also in der Praxis wirklich schwer, Rechtsansprüche auf „versteckte Mängel“ geltend zu machen. Wie auch immer, der Verkäufer haftete bis zu 10 Jahre nach dem Verkauf für besagte versteckte Mängel. D.h. wenn man Pech hat, bekommt man 9 1/2 Jahre nach dem Verkauf eines Hauses eine Rechnung über 10 000 Euro weil irgendein Mangel entdeckt wurde und saniert werden musste. Deshalb schließt man als Verkäufer in der Regel eine Versicherung gegen versteckte Mängel ab. In meinem Fall (Hausverkauf) bedeutete das Kosten für die Begutachtung durch einen Baufachmann und entsprechende Versicherung in Höhe von ca. 1700 Euro.

Wenn man allerdings ein Haus aus einem Nachlass kauft, gibt es niemanden an den man ev. Schadenersatzforderungen richten kann. Somit werden solche Kaufverträge mit einer Klausel belegt die besagt, dass man als Käufer Recht zu einer Begutachtung durch einen Fachmann hat (auf eigene Kosten) aber dass man keine Ansprüche für „versteckte Mängel“ erheben kann. Man trägt also ein höheres Risiko.

Wie auch immer, ein paar Tage später, durfte ich mir vom Makler die Schlüssel zum Haus ausborgen und nutzte die Gelegenheit um die Räume auszumessen. Ich musste den Baufachmann von der Straße zum Haus lotsen da es wirklich schwer ist, das Haus zu finden. Ich habe die Hausnummer 44 aber das Navi im Auto erzählte mir bei Hausnummer 45 dass ich am Ziel sei. Ich hatte mir aber vorher genau angeschaut wo das Haus lag und hatte ja Bilder von der Einfahrt gesehen und somit fand ich es auf Anhieb aber das tut ja ein Bautechniker nicht. 10 Minuten nach der vereinbarten Zeit rief er verzweifelt an und sagte, dass er nicht herfindet. Also ging ich rauf zur Straße und winkte ihm. Der Postkasten ist ziemlich klein und unscheinbar und wenn man von der Richtung aus dem Dorf kommt, gibt es eine sehr scharfe Kurve zur Einfahrt die man ganz einfach übersieht wenn man nicht weiß dass sie da ist. Eines der ersten Sachen, die ich also machen muss ist, ein Schild zu bauen damit die Leute/Lieferanten herfinden. 😉

Gemeinsam mit dem Bautechniker ging ich durch das Haus und er schaute sich alles an aber fand keine groben Fehler. Alles war trocken und gut erhalten und er erklärte mir vor allem, wie das Haus funktionierte! Wenn man sein Leben lang in „modernen“ Wohnungen mit Fernwärme und allem modernen Schnickschnack gewohnt hat, kann es eine Herausforderung sein, die Funktionsweise eines einfachen Häuschens (sprich: Hütte) mit Trinkwasserbrunnen auf einem Nachbarsgrundstück und Abwasser in einen 3 Kammer Brunnen zu durchschauen. Aber er war geduldig (und sehr kommunikationsbedürftig – er erzählte mir alles von seinem Burnout; der Typ der das große Haus begutachtete war ebenfalls sehr mitteilungsbedürftig und erzählte mir alles was ich nicht über seine Hüftoperation wissen wollte!!!) und ich lernte wirklich viel von ihm. Und ich war wirklich sehr erleichtert, dass er eigentlich nichts fand was ich nicht selbst schon gesehen hatte.

Mit ruhigem Gewissen, gab ich dann am nächsten Tag den Schlüssel zurück und wartete auf Bescheid wann ich endgültig den Schlüssel zu meinem Haus bekommen würde … und wartete,…. und wartete…. und schrieb E-Mails, ich rief an… und alles was ich bekam waren Ausflüchte. Es dauerte auch ganze zwei Wochen bis der Nachlassverwalter endlich den Kaufvertrag unterschrieben hatte und ohne Vertrag konnte ich nicht zur Bank. Als der Vertrag endlich unterschreiben war, war meine Bankbetreuerin auf Urlaub. Dann war mit der Bank alles geregelt, war der Makler auf Urlaub. Es war ein ewiges hin und her und die Frustration wuchs. Ich wollte erst auf Urlaub gehen, wenn ich Zugang zum Haus hatte, weil ich ja gleich mit der Renovierung beginnen wollte aber ohne Datum, kein Urlaub. Ich weiß nicht wie oft mein Chef mich fragte, wann ich denn jetzt auf Urlaub ginge, und ich konnte ihm keine Antwort geben.Ich trug dann einfach zwei Wochen ein, aber für schwedische Verhältnisse sind zwei Wochen zu wenig.

Ich jagte den Makler der behauptete er würde selbst den Nachlassverwalter jagen. Dann stellte ich dem Makler ein Ultimatum… wenn ich nicht Zutritt bis Ende Juli bekam, würde ich darauf verzichten, früher Zutritt zu bekommen, denn dann würde es mir nichts mehr bringen da ich in der kurzen Zeit nichts renovieren könnte. Ich bekam ja in der Arbeit schon wieder Termine für Mitte August. Da kam ein klein wenig Bewegung in die Sache… Der Nachlassverwalter rief mich plötzlich an um zu fragen, ob es ok für mich wäre, wenn er meine Telefonnummer an eine der Erben (bzw. deren Tochter die sich um alles kümmerte) weitergeben dürfte, damit wir direkt klären können, was im Haus bleiben soll/kann und was nicht. Klar bekam er die Erlaubnis und 5 Minuten später rief mich schon eine ältere Dame an und ich erklärte ihr die Situation. Sie verstand genau wie ich dachte und entschuldigte sich noch dafür dass sie nicht sofort antworten könnte (es war ein Donnerstag) aber sie müsste erst alle anderen Erben (die zwei über 90jährigen Schwestern des Verstorbenen bzw. deren Kinder) anrufen aber einer davon wäre fischen in Nordschweden und der hätte da keinen Empfang. Sie versprach, sich am Montag zu melden, ob das zeitig genug war? Na klar doch… ich wartete seit Wochen auf einen Bescheid, da machten 4 Tage mehr nichts aus. Sie rief auch verlässlich am Montag zu Mittag an und erzählte dass niemand mehr etwas aus dem Haus haben wollte und wenn ich Zeit und Lust hätte, könnten wir uns im Haus treffen und alles diskutieren. Zwei Stunden später gingen wir durch das Haus, ich stellte noch ein paar Fragen und alles war klar… dachte ich zumindest. Wieder daheim, schrieb ich sofort eine Mail an den Makler und erzählte von dem Treffen und erwartete mir, dass ich nun ein Datum für die Übergabe bekam. Tja, falsch gedacht. Der Makler war auf Urlaub aber er würde seine Kollegen im Büro um Unterstützung in der Sache bitten. Nichts geschah! Meine Frustration verwandelte sich in Ärger. Ein neues Mail (bin ja ein verständnisvoller Mensch und rufe Menschen nicht im Urlaub an) und weitere Vertröstungen. Dann der Bescheid dass eine Assistentin nun Termine buchen würde und sie würde mich anrufen. Das tat sie auch und erzählte, dass der Nachlassverwalter wissen wollte, wie das denn nun mit den Erben sei, ob die noch was aus dem Haus haben wollten oder nicht.

Grrrrrr…. ich musste mich beherrschen, nicht unfreundlich zu werden aber die Assistentin konnte ja nichts dafür. Also erklärte ich ihr freundlich dass ich schon vor zwei Wochen eine Mail an den Makler geschickt hatte und ihm erzählt hatte, was bei dem Gespräch mit der Erbin herausgekommen war. Da sagte sie, wenn das so ist, würde sie nur noch schnell mit meiner Bank Rücksprache halten um sicherzustellen dass mit dem Kredit für das Haus alles geklappt hat (ich hatte die Papiere mit der Post geschickt weil ja meine Kundenbetreuerin „wieder“ auf Urlaub war). Ich dachte mir, die Assistentin würde sich sofort wieder melden aber das tat sie nicht. Auch nicht am nächsten Tag und nicht am Tag darauf. Ich kochte … und das nicht nur wegen der Hitzewelle in Schweden!

Am Dienstag rief ich dann wieder an und fragte die Assistentin was denn nun sei. Angeblich hatte sie „gerade“ mit der Bank geredet und die hatten irgendwie irgendwas verschlampt aber nun sei alles bereit. Sie würde versuchen, den Nachlassverwalter zu erreichen aber der hatte schon gesagt, dass er flexibel sei was einen Termin betraf. Irgendwie passierten bei dem Maklerbüro immer nur Sachen, gerade wenn ich anrief… irgendwie komisch, oder? Na jedenfalls war es natürlich so dass sie den Nachlassverwalter nicht mehr erreichte aber – welch ein Wunder – sie rief am Mittwoch an und wir vereinbarten die Übergabe am Donnerstag, um 13 Uhr. Ich konnte es nicht glaube, bis ich vor dem Makler stand. Ich war sogar super freundlich zu ihm obwohl ich ihm eigentlich am liebsten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen wollte.

Naja, aber jetzt habe ich endlich den Schlüssel zu unserem neuen Zuhause! Ab Montag bin ich dass sogar schon offiziell hier angemeldet.

Eigentlich hatte ich ja geplant dass ich heute noch die Küchengeräte bestelle aber dann verbrachte ich so viel Zeit mit der Planung dass keine Zeit mehr blieb… bzw… ich wäre dann 10 Minuten vor Geschäftsschluss aufgetaucht aber das wollte ich dann auch nicht. Ich glaube, das Wohnzimmer wird wirklich schön… es ist natürlich alles viel beengter als in dem riesigen Haus in Hammarby aber ich glaube, meine Lösung ist schon gut…. hoffe es zumindest. 😉

Morgen ist dann also Großeinkauf angesagt… Farbe, Boden, Geräte, … und dann hoffe ich dass ich das kleine Schlafzimmer am Wochenende fertig bekomme. Maya ist bis Sonntag bei Herrli … und wisst ihr was? Ich bin schon soooo gespannt und freue mich schon auf ihre Reaktion wenn sie realisiert, dass das kleine Häuschen mit ganzen 3700 m2 Garten ihr gehört (und mir… ein kleiner Teil zumindest 😉 ). Ich weiß, dass sie das Haus hasst – und das tue ich auch.

Übrigens habe ich jetzt eine eigene Facebook Seite erstellt für Fotos und Berichte über das Leben in Schweden. Hier werden auch alle Beiträge von WordPress automatisch erscheinen (Facebook hat offensichtlich irgendwas geändert und nun kann man WordPress nur noch mit Seiten verbinden, aber nicht mehr mit Profilen), also klickt auf „Gefällt mir“ auf der Seite um WordPress Beiträge zu erhalten.

https://www.facebook.com/Leben-in-Schweden-2125627524392700/

Aber jetzt isses echt zeit, Schlafen zu gehen! Gute Nacht!

 

 

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Von einem Extrem ins andere

Wie ihr sicher alle mitbekommen habt, wüten in Schweden wieder mal Waldbrände. Insgesamt steht derzeit eine Fläche von rund 20 000 Hektar in Flammen.

Heute Morgen konnte ich den Brandgeruch in der Wohnung riechen obwohl der größte Brand rund 130 km Luftlinie entfernt liegt. Erst dachte ich ja sogar, dass es nun in der Nähe auch irgendwo brennt und offensichtlich haben auch einige Leute einen Brand gemeldet aber es konnte kein Brandherd gefunden werden. Der Wind hat in der Nacht gedreht und somit kommt nun der Rauch vom Waldbrand zu uns. Obwohl also der Brand zig km entfernt ist, hat es schon ziemlich stark nach Rauch gerochen und es war auch ganz nebelig. Wie schlimm muss das dann näher am Brandherd sein?

Insgesamt brennt es aktuell an mehr als 40 Stellen über ganz Schweden verteilt, wobei die Brände verschieden groß sind. Der Brand der hier am nächsten ist (und am größten) startete am Samstag, soll bereits 8 500 Hektar Wald vernichtet haben und ist seit Tagen außer Kontrolle!!! Mehrere Dörfer wurden evakuiert und bisher wurden zum Glück noch keine Opfer (Todesfälle oder Verletzte) in den Medien erwähnt.

Seit ca. Anfang Juli ist es wegen der extremen Trockenheit verboten, Feuer zu machen (z.B. ist Grillen nur im eigenen Garten erlaubt). Leider gibt es immer wieder Idioten die sich nicht daran halten und an den unzähligen Grillplätzen ein Feuer machen. Wenn andere Leute dann auf das Verbot aufmerksam machen, werden sie ignoriert oder sogar beschimpft. Die Polizei ging mit einem dringenden, fast schon verzweifelten Facebook Posting an die Öffentlichkeit und berichtete über deren Erlebnisse und dass sie eigentlich wirklich anderes zu tun hätten, als zu Grillplätzen zu fahren, das Feuer zu löschen und den Leuten nochmals zu sagen, dass es derzeit verboten ist, zu Grillen.

Die extreme Trockenheit und der Mangel an Regen bereitet aber auch den Landwirten extreme Probleme. Schon im Vorjahr war die Heuernte sehr schlecht und heuer konnte erst einmal geerntet werden, weil einfach nichts wächst. Somit gibt es kaum mehr Futter für Kühe und Pferde. Pferdebesitzer kaufen Heu für den dreifachen Preis als normal und selbst dann ist es nicht sicher, dass sie damit über den Winter kommen. Kühe müssen notgeschlachtet werden, weil es kein Futter für sie gibt. Allerdings sind die Kapazitäten in den Schlachthäusern begrenzt und es gibt jetzt schon Wartelisten bis November! Nur reicht das Futter nicht bis November! Die Lage ist mehr als angespannt… in Südschweden sieht es noch schlimmer aus als bei uns hier in Mittelschweden. Es gibt jetzt Facebook Gruppen in denen Leute die größere Grundstücke besitzen, Bescheid geben und die Bauern kommen und mähen Wiesen/Felder damit Futter zusammenkommt. Aber auch das reicht nicht!

Bereits zum zweiten Mal heuer wurde auch die Bevölkerung aufgefordert, Wasser zu sparen und z.B. die Rasenflächen nicht zu bewässern. Der Grundwasserspiegel ist derzeit sehr niedrig, sodass man damit rechnen muss, dass der Wasserdruck bald sinkt und irgendwann kein Wasser aus dem Wasserhahn kommt.

Der Strompreis ist derzeit auch sehr hoch, weil ganz einfach nicht so viel Leistung produziert werden kann – wegen dem geringen Wasserstand. Und das wo wir vor drei Monaten noch Überschwemmungen im ganzen Land hatten weil die extremen Schneemassen so schnell geschmolzen sind.

Für schwedische Verhältnisse extrem sind auch die momentanen Temperaturen von bis zu 30 Grad (teilweise darüber) … und das seit mehreren Tagen. Bis auf wenige lokale Regenschauer hat es seit Anfang Mai kaum geregnet … und diese lokalen Schauer waren eher nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ wie es so schön heißt. Im Normalfall kann man sich hier über insgesamt… naja vielleicht drei bis vier Wochen Sommerwetter freuen aber nun ist es also schon seit 10 Wochen sonnig und sehr warm. Es fühlt sich an als ob schon ewig Sommer wäre… einfach, weil es sonst nie so lange zusammenhängend so schön ist. Und es ist kein Ende in Sicht, leider auch kein Regen.

Und wir reden hier nicht von Südeuropa, sondern von Schweden, nicht mal 1000 km vom nördlichen Polarkreis!

 

 

 

 

 

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