Lang, lang ist’s her

Bei uns ist alles in Ordnung. Muss mich mal aufraffen und mal berichten was es hier so neues gibt.

Aber heute wollte ich eigentlich nur berichten dass der Frühling jetzt auch endgültig in Schweden Einzug gehalten hat.

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Spätsommerwärme

So grau es heute war, so schön sonnig und warm war es letztes Wochenende.

Ich habe sogar Rasen gemäht… das letzte Mal heuer. Und Maya war faul und schaute nur zu. 😉

Weil es so schön war, gingen wir dann zum Bach zum Baden… und weil wir kein Handtuch mit hatten, trocknete Maya sich im Gras ab. 🙂

 

Dann guckten wir mal was es am Feld auf der anderen Seite unseres Baches Neues gab… nicht viel.

 

Als die Sonne dann schön langsam am Untergehen war, schaute unser verwunschener Pfad (zum Postkasten) besonders geheimnisvoll aus.

„Was meinst du mit „Was suchst du da“? Die Katzen natürlich!“

Am Abend gingen wir dann nochmals kurz spazieren und erkundeten den neuen Pfad auf der anderen Seite der Straße den ein Forstfahrzeug erst vor kurzem niedergewalzt hatte.

Dann sahen wir das Knusperhäuschen mal von einer ganz neuen Perspektive. 🙂

Und dann gingen wir nochmals auf das Feld und genossen den Sonnenuntergang.

In der anderen Richtung sah es gleichzeitig etwas weniger dramatisch aus. 🙂

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Herbstausflug

Obwohl es heute total ungemütlich aussah, weil total grau, aber doch 15 Grad hatte, beschloss ich, mit Maya einen kleinen Ausflug zu machen. Wir fuhren die 15 km nach Jädraås wo wir ja von Mai bis August voriges Jahr in einer Mietwohnung gewohnt haben. Und nur quer über der Straße war ein kleiner Badestrand. Dort parkten wir das Auto und spazierten dann durch das Dorf aber natürlich mussten wir auch an den Strand wo sich Maya in die Fluten stürzte… aber nur bis zu den Oberschenkeln. ;-D

Und verbotener Weise durfte sie sogar ohne Leine laufen. 😉

Hier geht es zum Strand

 

Doch dann erlitt Maya Schiffbruch … oder so 🙂

 

Und am Rückweg entdeckte sie dann auch noch einen Knochen!!!

 

Und als wir dann wieder daheim waren, war Maya ganz schön müde. 🙂

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Der Nebel des Grauens?

Neeeein, Zombies kamen keine aus dem Nebel raus (bis jetzt zumindest 😉 ) aber ein wenig mystisch sah das heute schon aus. Aber auch sehr cool. 😉

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Küchen Make Over

Als ich Ende August 2018 in das Knusperhäuschen eingezogen bin, hatte ich ja in der Küche die Wandpanele sowie die Tapete weiß gestrichen. Damit sah die Küche zwar etwas besser aus, aber gut sah sie noch lange nicht aus.

Als es Maya dann nach der Operation deutlich besser ging habe ich mich relativ spontan dazu entschlossen, die Küche mit einem Schrank oder einer Kücheninsel zu erweitern. Beim googeln stieß ich dann auf eine Seite mit „IKEA Hacks“ (was es nicht alles gibt!) wo aus einem Kallax Regal eine Kücheninsel mit Arbeitsplatte gebaut worden ist. „Das kann ich auch“ dachte ich mir und gerade die Maße eines Kallax Regals waren perfekt für den Platz den ich hatte.

Da das Kallax Regal weiß ist, mussten dann auch die Küchenschränke von grau auf weiß gestrichen werden und die Fliesen (weiß glänzend und mit uralten Fugen über der Küchenspüle und langweilig geblümt über den Schränken auf der anderen Seite) verhübscht werden. Der Farbenfachmann im Geschäft gab mir auf Anfrage dann auch noch einen super Tipp wie man langweilig glänzende Fliesen mit Struktur versehen kann… das erste Mal muss man ja mit einem Primer streichen und die Struktur bekommt man wenn man ein zweites Mal mit Primer drübergeht, aber diesen mit Spachtelmasse mischt und mit einem fusseligen Farbenroller die Masse aufbringt. Supereinfach… nur verlängert sich die ohnehin schon lange Trockenzeit des Primers von 12 Stunden auf noch länger… ich habe dann eben am nächsten Tag weitergemacht aber es ist langweilig wenn man eigentlich keine allzu großen Flächen zu streichen hat aber dann erst am nächsten Tag weitermachen kann.

Und natürlich mussten neue Knöpfe her die der Küche mehr „Knusperhäuschencharakter“ verleihen. 😉

In der allerersten Woche des Umzugs voriges Jahr hatte ich auch gleich einen kleinen Tischgeschirrspüler gekauft und anschließen lassen, nur hatte ich zwar Breite und Tiefe ausgemessen aber total auf die Höhe vergessen!!! Und natürlich waren die Oberschränke zu tief um den Geschirrspüler zwischen Spüle und Schrank zu schieben. Die Monteure stellten ihn dann auf den kleinen Holzofen daneben aber das war ja keine Dauerlösung. Also nahm ich kurzerhand eine Handsäge (mein Werkzeug landete beim Übersiedeln dummerweise im Magazin in Gävle) und mehr schlecht als recht sägte ich einen Teil der Blendenleiste (es ist ein alter Schrank und die Leiste ist fest mit dem Schrank verbunden, nicht nur angeschraubt!) weg. Das Ergebnis sah zum Kotzen aus aber ohne ordentliches Gerät, bekam ich es nicht besser hin. Aber mit jedem Mal hinsehen, störte mich dieser „Schandfleck“ mehr und mehr. 😉

Doch auch das habe ich jetzt ausgebessert und mit meiner Stichsäge und kleiner Schleifmaschine nachgebessert und vor allem auch die Kanten weiß gestrichen. Es ist zwar nicht gerade aber es sieht um Häuser besser aus als vorher. 😉

Vorher:

Nach dem Sägen mit der Stichsäge:

Die Küche ist ziemlich alt und früher verwendete man offensichtlich ganz andere Scharniere als heute. Ich habe ein wenig gegoogelt aber leider keinen deutschen Begriff zu genau diesen Scharnieren gefunden. Das was noch am ehesten so aussieht wäre ein Einbohrband… falls jemand etwas mit diesem Begriff anfangen kann. Jedenfalls schraubt man jeweils ein Teil an den Schrank und an die Front und diese Teile werden dann nur durch einen oben durchgezogenen Stift gehalten. Die sahen furchtbar aus und waren auch halb grau gestrichen … und eigentlich wollte ich die austauschen aber als ich die 2,5 cm langen Dinger rausgeschraubt hatte, bemerkte ich dass das eigentlich Messing ist…also beschloss ich, es erstmal mit Reinigen zu versuchen… das Ergebnis nach einigen Stunden Fitzelarbeit war zwar auch nicht perfekt aber man sieht dass das Messing ist. 😉

Bei zwei Hängeschränken bzw. dem Hochschrank sind Einhängscharniere und bei denen habe ich die alte graue Farbe mit Schleifpapier abgeschliffen aber das war nicht so erfolgreich. Ich glaube, die tausche ich auch gegen Messingscharniere aus.

Vorher:

 

Nachher:

 

Die Fliesen vorher (das war beim Ausprobieren des Fugenreinigers – links vor der Behandlung und rechts nach dem Reinigen mit Fugenreiniger):

 

Nach dem Makeover:

 

Fliesen streichen vorher – während – nachher

Und hier Vorher – Nachher Bilder von der Küche als Ganzes:

Vorher:

 

Nachher:

 

Na, wie gefällt es euch?

Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis – und mit mir! Vor allem wenn ich bedenke dass ich erst nach dem Umzug ins Knusperhäuschen mein erstes Loch überhaupt mit einem Akku Bohrer gebohrt habe!!! (zumindest könnte ich mich nicht erinnern, das schon mal gemacht zu haben).

Das ganze hat auch nicht mehr als umgerechnet ca. 700 Euro gekostet. Aber es ist definitiv um vieles gemütlicher geworden!

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Wenn die Heinzelmännchen zweimal kommen…

…dann wird Ordnung geschaffen! Aber wie! 😉

Nachdem sich das Jahr 2019 bisher mehr oder weniger nur um Maya und ihre Gesundheit gedreht hat, war es jetzt, wo es ihr endlich besser geht, mal wieder an der Zeit, an das Knusperhäuschen zu denken.

Das Knusperhäuschen besteht ja (für mich zumindest) nicht nur aus dem Häuschen selber sondern auch noch aus 3700 m2 Grundstück und mehreren Scheunen und einem Carport.

Der frühere Eigentümer des Hauses ist ja verstorben und laut seiner Nichte hatte er 50 Jahre in Kanada verbracht bevor er – schon 80 Jahre alt – 2010 dieses Häuschen kaufte um seinen Lebensabend in der Nähe seiner Verwandtschaft zu verbringen. Er hat zwei Schwestern und einen Bruder (alle zwischen 80 – 95 Jahre alt) die hier in der Gegend wohnen und die meisten Leute die hier das ganze Jahr über wohnen (einige Häuser sind nur im Sommer bewohnt), haben besagten Anders auch gut gekannt. Als neu Zugezogene fällt man somit auf und nicht nur ein Mal, blieb schon ein Auto neben mir und Maya stehen und die Leute darin (meistens auch schon jenseits der 70) begrüßten uns und hießen uns willkommen und erzählten ein wenig über Anders. Und auch wenn das irgendwie komisch klingt, man fühlt sich dann irgendwie dem Haus und den Leuten rundherum verpflichtet… naja, nicht verpflichtet, aber man möchte einfach den guten Geist und die positiven Erinnerungen weiterführen und irgendwie die Leute nicht enttäuschen. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll… auch wenn es mir ja vollkommen egal sein könnte (und auf gewissen Weise ist es das auch, aber eben nicht so ganz), so möchte ich diese Leute nicht enttäuschen. Bis auf drei Häuser auf der rechten Seite, habe ich auch schon mit allen Leuten die hier ganzjährig och nur „teilzeit“ wohnen geplaudert und auf der linken Seite mit allen aus den drei nächstgelegenen Häusern (und mit anderen die weiter weg wohnen) und alle sind superfreundlich zu mir und haben keine Vorurteile obwohl ich Ausländer bin und einen sogenannten „Kampfhund“ habe etc. Einige Leute kämpfen mit den Tränen wenn sie über ihre Beziehung zu Anders erzählen und irgendwie wird man davon berührt obwohl man diesen Menschen gar nicht gekannt hat.

Na wie auch immer, ich schweife vom eigentlich Thema ab und das sind die Nebengebäude. Die waren bis zur Decke vollgestopft mit Gerümpel und Bauresten, Zeug das kein Mensch mehr braucht! Ich sagte ja damals dem Makler dass dieses Zeug da bleiben könnte, wenn ich im Gegenzug früher die Schlüssel zum Haus bekomme würde. Naja, im Nachhinein war das ein blöder Deal aber gut… damals hielte ich das für eine gute Idee.

Von Anfang an war mir klar, dass ich all das allermeiste Zeug einfach nur wegwerfen würde aber nachdem ich nur ein kleines Auto habe und keinen Anhänger, habe ich mich nie dazu aufgerafft, mal mit dem Ausmisten anzufangen. Es waren teilweise auch einfach zu große Stücke um das allein überhaupt bewältigen zu können. Also habe ich Mitte Juli in einer lokalen „Einkauf/Verkaufsgruppe“ auf Facebook gepostet, dass ich viel zum Ausmisten hätte und Hilfe in Form von zwei Person bräuchte, gegen Bezahlung natürlich.

In der einen Gruppe meldete sich nur eine seltsame Person aus meinem alten Wohnort Hammarby aber zum Glück hatte sie dann kein Interesse mehr. Doch dann postete ich in einer zweiten Gruppe und dann ging es los. Als erstere meldete sich ein Alex der sich das gerne erst angesehen hätte und zwei Tage später war er mit seiner Lebensgefährtin hier und sah sich alles an… und weitere drei Tage später waren sie beide mit Auto und Anhänger da und arbeiteten wie die fleißigen Bienen….und wir verstanden uns einfach prächtig. Wir zerstörten drei kleine Wespennester (Alex hatte panische Angst vor Wespen) und hatten trotz der harten Arbeit (wobei ich ja gestehen muss dass ich total schlechtes Gewissen hatte, weil ich ja eigentlich nur Anweisungen erteilte) viel Spaß. Und schnell waren die!!!! Ich sagte anfangs dass ich schätzte sie würden 3 – 4 Tage arbeiten aber am dritten Tag räumten sie nur eine Scheune und das war in einer Stunde erledigt! (sie haben dann trotzdem Geld für 5 Stunden bekommen und auch sonst habe ich immer großzügig aufgerundet)!

Am letzten Tag scheuchten wir auch die drei Katzenbabies auf die in der Scheune wohnten und ich erzählte ein wenig von der trächtigen, grauen, wilden Katze die ich im Mai ein paar Tage lang fütterte weil sie so offensichtlich Kontakt suchte (da saß sie vor dem Haus und starrte mich durch das Fenster hindurch an … ich konnte nicht anders und fütterte sie dann ca. 10 Tage lang bis sie nicht mehr kam). Am 14. Mai postete ich auf Facebook noch ein Foto von der trächtigen Katze also konnten die Katzenbabies dann Mitte Juli nicht älter als 8 Wochen alt sein. Und weil Elisabeth (die Lebensgefährtin von Alex) soooo gerne über die Katzen auf dem Laufenden gehalten werden wollte, sagte ich ihr dass sie mir gerne eine FB Freundschaftsanfrage senden könnte – und das tat sie auch. In der Zwischenzeit ist auch Alex ein FB Freund ;-D  Die zwei sind einfach einfach ein goldiges Paar; sie haben sich bei einer Ausbildung getroffen und sind jetzt seit dem Abschluss der Ausbildung im Mai beide arbeitslos und wollten ganz einfach etwas Geld verdienen da sie momentan überhaupt keine Unterstützung vom Staat bekommen.

Das war ein Gefühl als dann das ganze Gerümpel weg war und ich „mein“ Gerümpel in die Scheune räumen konnte bzw. es als Werkstatt für mein Sommerprojekt, ein „Küchen Makeover“ benutzen konnte.

Seht selbst … was für ein Unterschied! 😉

Carport vorher:

 

Carport nachher:

Werkstatt vorher:

Werkstatt nachher:

 

Scheune vorher:

 

Scheune nachher:

 

Blechscheune vorher:

 

Blechscheune nachher:

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Mayas Kreuzband OP – TPLO

Am 4. Juni war also der große Tag.

Einerseits mit Schrecken erwartet da ja alles mögliche passieren kann bei so einer recht komplexen Operation aber andererseits auch mit Erleichterung, weil nun endlich zumindest etwas gemacht wurde. Das Wissen, dass Maya vermutlich schon seit Ende Dezember mit einem beschädigten Kreuzband herumlief, trägt nicht unbedingt dazu bei dass man sich gut fühlt, möchte ich noch hinzufügen.

Um nicht vielleicht eine böse Überraschung zu erleben, hatte ich sicherheitshalber auch noch bei Mayas Versicherung angefragt ob auch wirklich die Kosten für die OP übernommen werden. Ich hatte sogar noch Glück denn am 1. Juni begann das neue Versicherungsjahr und die schon verbrauchten 2200 Euro waren somit auch egal. Maya ist auf umgerechnet ca. 6000 Euro pro Jahr versichert mit einem fixen Selbstbehalt von ca. 200 Euro und 15% flexiblen Selbstbehalt. D.h. von der OP, die um die 4000 Euro kosten soll (& nochmals 1000 – 1500 für nachfolgende Untersuchungen und Röntgenbilder) bezahle ich 15%. Immer noch eine schöne Stange Geld aber Herrli bezahlt ja auch die Hälfte.

Einchecken war um 7 Uhr und eigentlich sagten wir anfangs, dass wir früh morgens nach Stockholm fahren würden. Aber als ich das in der Firma erzählte, rieten mir alle davon ab in der Rush Hour durch Stockholm fahren zu wollen… nach einer viel zu kurzen Nacht und sowieso wegen der OP total gestresst. Über die Firma bekommen wir etwas günstigere Preise bei einigen Hotelketten und nur 1,5 km von der Tierklinik entfernt, liegt eines dieser Hotels. Also schlug ich Mayas Herrli vor, dass wir doch Montag Abend nach Stockholm fahren könnten und im Hotel schlafen. Somit sind wir viel entspannter und brauchen nicht um 3 Uhr in der Früh aufstehen.

Gesagt getan. Das Hotelzimmer war zwar lausig und somit der Preis trotz Rabatt noch unverschämt teuer, aber das war es mir trotzdem wert. Die OP kostet so viel, dass es auf das auch nicht mehr ankommt.

Und obwohl Maya ein Landei ist, war sie echt super. Als wir hinkamen, checkte ich uns erstmal ein während Herrli mit Maya Gassi war. Ich holte dann Mayas Reisetasche (die war groß weil ihr Bett drinnen war) und zu dritt gingen wir in die Hotellobby… die voll war von Asiaten. Und Maya war voll cool obwohl sie, glaub ich, noch nie so viele Leute auf einen Haufen gesehen hat 😉

Einer der Rezeptionisten sah uns und kam her und zeigte uns den Treppenaufgang. Wir hatten Zimmer im ersten Stock, das schaffte Maya locker und somit entkamen wir den Menschenmassen. Wir gingen dann später nochmals raus um im Supermarkt was zu Essen zu kaufen und während Herrli im Geschäft war, wartete ich mit Maya auf einer kleinen Grünfläche. Soooo viele Autos fuhren vorbei (nein, für eine Großstadt wie Stockholm waren es nicht viele aber für uns Landeier waren es viele Autos 😉 ) aber Maya war voll cool. Auch das erste Mal Aufzug fahren, meisterte sie mit Bravour.

Um 7 Uhr morgen meldeten wir uns dann an der Rezeption der Tierklinik an. Nach ein paar Minuten in dem ich einen Fragenbogen ausfüllte, wurden wir aufgerufen und folgten einer Krankenschwester in einen Untersuchungsraum. Wir sprachen dann nochmals mit einem Tierarzt und einer Krankenschwester die sehr nett war. Sie sollte während des Aufenthaltes Mayas „Hauptkontaktperson“ sein und sie schien wie gesagt, sehr nett zu sein. Tja, und dann war Maya weg… geführt von der netten Krankenschwester deren Namen ich mir leider nicht gemerkt hatte. Wir sollten ein paar Minuten im Untersuchungsraum warten damit Maya uns auch sicher nicht mehr sah und dann gehen.

Schweren Herzens fuhren wir dann zurück ins Hotel um zu Frühstücken… selbst das Frühstück war unterdurchschnittlich und nicht mehr ganz frisch. Dann stürzten wir uns in die Stockholmer Rush Hour.

Am Nachmittag saß ich im Büro und arbeitete, mit meinen Gedanken doch meistens bei Maya. Dann kurz nach 14 Uhr der erlösende Anruf. „Evidensia Kungens Kurva“ stand am Display und ich lief aus dem Büro (blöderweise war der Kollege mit dem ich mir ein Büro teile und der sonst nur alle heilige Zeiten anwesend ist gerade an diesem Tag da) in ein kleines Kämmerchen gegenüber das für Online Meetings genutzt wird. Aber irgendwie kam ich in meiner Nervosität wohl irgendwo am Display an, den plötzlich verstummte das Telefon. „Sh**!“ dachte ich mir und wartete ungeduldig darauf dass der Tierarzt nochmals anrufen würde, der musste doch bemerkt haben dass das ein Fehler war. Rückruf hätte keinen Sinn gemacht weil es ja die Nummer der Vermittlung war. Und dann plötzlich „Bling. Bling“… eine Nachricht auf der Sprachbox. Ich hörte die Nachricht ab und brauchte erstmal 5 Wörter bis sich mein Gehirn an das Dänisch-Schwedische gewöhnte und ich überhaupt verstand was der da sagte. Die Krankenschwester hatte mich aber gewarnt, dass der Chirurg ein Däne ist und sein schwedisch wohl für mich als Ausländer nicht leicht zu verstehen wäre und falls es nicht ginge, könnten wir ja Englisch reden. Aber wie gesagt, nach den ersten paar Wörtern verstand ich ihn eigentlich recht gut. Er sagte, dass die OP gut verlaufen sein, dass es während der Narkose keine Probleme gegeben hätte und Maya ganz tief geschlafen hätte und dass sie jetzt auch schon wieder aufgewacht wäre. Wir könnten sie wie vereinbart am Mittwoch um 14 Uhr abholen.

Boah…. Das war ein riesiger Klumpen, der da vom Herzen plumpste kann ich euch sagen. Ich weiß nicht warum aber meine größte Sorge war dass Maya nicht wieder aus der Narkose aufwachen würde.
Ich rief gleich Mayas Herrli an und auch er war hörbar erleichtert.

Am nächsten Tag holte Mayas Herrli mich ab und wir fuhren los. Diesmal kamen wir leider in einen Stau in Stockholm und waren somit ca. 20 Minuten zu spät. Ich melde uns in der Rezeption an und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen als das Mädl am Telefon auf der Krankenstation anrief und sagte „Maya möchte heimgehen!“ Ich bezahlte die ausstehenden 750 Euro (die Versicherung hatte umgerechnet ca. 3800 Euro bezahlt) und wir wurden wieder nach hinten geführt wo wir ein Weilchen warteten während wir die „Entlassungspapiere“ genau durchlasen. Darin stand, dass „Das Kniegelenk geöffnet wurde, der obere Teil des Schienbeines gedreht und mit einer Metallplatte und 6 Schrauben fixiert wurde… „! Ächz…

Die schon bekannte Krankenschwester kam und wir stellten unsere Fragen und sie erklärte alles geduldig. Sie sagte uns auch mit einem breiten Lächeln dass Maya soooo lieb gewesen sei und ja wirklich alles mit sich machen ließe ohne zu Mucksen. Tja, der Wiener Charme funktioniert offensichtlich auch in Stockholm. 😉

Der untere Teil der Wunde hatte nach der OP zu nässen begonnen und sie bekam somit eine kleine Naht die nach 10-14 Tagen entfernt werden sollte. Ansonsten müssen keine Nähte gezogen werden. Sie und einige Kollegen hatten große Probleme gehabt einen Kompressionsverband anzulegen, um den Austritt der Flüssigkeit zu stoppen da es bei Hunden und vor allem am Knie anscheinend sehr schwierig ist, das so hinzubekommen, dass es auch hält, ohne zu verrutschen. Ich bekam massenweise Verbandszeug und Wundkompressen und sie erklärte, wie ich den Verband wechseln sollte. „Na servas“ dachte ich mir nur, das wird was werden! Die Krankenschwester sagte aber auch, dass es bei so einer Operation nicht so ungewöhnlich ist dass die Wunde nässt und dass das kein Grund zur Besorgnis sei. Sie erzählte auch dass Maya brav gefressen hätte und schon am Tag nach der Operation das operierte Bein belastet hat, was sehr sehr gut ist.

Und dann war es endlich so weit und wir konnten Maya in die Arme schließen. Zu meiner großen Freude hatten sie ihr den Trichter abgenommen und sie wirkte überraschend munter. Ihr operiertes Bein war dick umwickelt und wie die Krankenschwester gesagt hatte, belastete sie das Bein auch. Das sah echt gut aus.

Ich dachte eigentlich, dass Maya auf der langen Rückfahrt schlafen würde aber keine Spur davon. Sie saß die meiste Zeit auf ihrem Platz in der Mitte der Rückbank und schaute nach vorne. Sie war wohl viel zu aufgeregt und high von den Medikamenten.

Maya ganz aufgeregt auf der Heimfahrt von der Tierklinik

So eine große Straße hat Maya noch nie zuvor gesehen! 😉

 

Nach dem Heimkommen und nachdem Herrli sich verabschiedet hatte, dauerte es allerdings nicht lange bis sie schnarchte. Sie wachte aber kurz darauf wieder auf und jammerte ein wenig vor sich hin. Ich hatte mich auf mehrere schlaflose Nächte vorbereitet aber schon in der ersten Nacht ging Maya zum Schlafen gehen ins Schlafzimmer (bei der OP im März hatte sie ja mehrere Wochen nur im Wohnzimmer geschlafen!).

Mayas dick bandagiertes Bein

Damit Maya es in den ersten Wochen bequem hatte und schlafen konnte, hatte ich einen Beinschutz in Neoprenmaterial gekauft. Beim Ausprobieren noch vor der OP kam es mir aber vor, als ob das Ding recht warm wäre und ich fragte deshalb den Tierarzt was er denn davon hielte, diesen Beinschutz anstatt des Trichters zu verwenden, zumindest in der Nacht. Aber er meinte, dass er es lieber sehe, wenn die Wunde „Luft bekäme“ da die Heilung dann viel besser wäre. Also legte ich Maya schweren Herzens den gepolsterten Trichter an den wir damals für die Kastration vor 4 Jahren gekauft aber nie verwendet hatten (sie hatte da einen Body an). Ich rückte eine Kommode an die gegenüberliegende Wand und schob ihr Bett weg von der Wand damit sie möglichst wenig mit dem Trichter irgendwo anstoßen konnte. Und auch wenn wir immer wieder aufwachten, bekamen wir doch ausreichend Schlaf… jedenfalls mehr als ich erwartet hatte. Und bis auf den ersten Abend jammerte Maya auch kein einziges Mal.

Maya was not amused über den Trichter

Tags darauf, dem schwedischen Nationalfeiertag, war es an der Zeit, den Druckverband zu wechseln. Da die Krankenschwester ja erzählt hatte, dass es genässt hatte, war ich auf eine eklig verklebte und nässende Wunde vorbereitet … und war mehr als positiv überrascht als ich die „schöne“ Naht sah, die total trocken war (habe im Scherz zu Mayas Herrli gesagt dass wenn man beide Nähte vergleicht, also die vom Lipom und der Knieoperation dann wurde die Lipomwunde vom Lehrling genäht und die Kniewunde vom Meister).

Alles trocken aber der Fuss dick geschwollen vom festgezurrtem Druckverband

Jetzt reichts aber mit dem Fotos schießen, Frauli!

Tja, ich hatte keine Ahnung was ich tun sollte. Ich bin die schlechteste Krankenschwester die es nur gibt, müsst ihr wissen. Ich kann kein Blut sehen (bin als Kind in der Volksschule ohnmächtig geworden als sich eine Schulkollegin beim Turnunterricht an der Zehe verletzte) und auch wenn das mit dem Alter besser geworden ist vermeide ich es tunlichst, echtes Blut zu sehen. Ich bewundere alle Leute, die einen Pflegeberuf haben, denn für mich ist das einfach nichts.

Na, jedenfalls wartete ich dann ganze 40 Minuten in der Telefonwarteschleife der Tierklinik in Stockholm um zu fragen was ich tun sollte. Aber die Wartezeit zahlte sich aus, denn ich bekam die erfreuliche Information, dass ich keinen neuen Verband anlegen brauchte wenn die Wunde gut und trocken aussieht. Das waren ja mal positive Nachrichten.

Durch den festgezurrten Verband war Mayas Fuß total geschwollen und man konnte richtig sehen, wie der dünne Verband in die Haut „geschnitten“ hatte. Auch hinter dem Knie war die rasierte Haut ganz wund… armes Mädl.

Maya wollte natürlich draußen in der Sonne liegen und um sicher zu gehen, dass die Wunde nicht schmutzig wird, klebte ich einen Wundverband über die Wunde… Verbandszeug habe ich ja jetzt für die nächsten 10 Jahre. 😉

Hauptsache, draußen sein ist Mayas Devise

Maya humpelte natürlich aber sie belastete das operierte Bein und wechselte auch selbst wie auch sonst immer zwischen im Schatten und in der Sonne liegen … sie vermied also nicht, sich zu bewegen. In der ersten Woche sollten wir eigentlich nur zum Gassi gehen raus und das machten wir auch. Allerdings sollten wir auch nur auf ebenen Grund gehen… und das war etwas schwieriger da hier irgendwie alles uneben ist. Aber ich tat mein möglichstes, um mögliche Stolperstellen zu vermeiden und wenn es bergauf oder bergab ging, gingen wir langsam. Und anstatt mich abends aufs Sofa zu setzen, setzte ich mich zu Maya auf den Boden damit sie nur ja nicht auf die Idee kam, aufs Sofa springen zu wollen.

Die Narbe Tag 3 nach der OP

Da sie wieder Onsior nehmen sollte (ein NSAID, schmerz- und entzündungshemmende Tabletten) die sie ja nicht verträgt, sollte sie ebenso Andapsin bekommen, dass die Magenschleimhaut aufbaut und Esomeprazol dass die Produktion von Magensäure hemmt. Somit bekam sie um 5 Uhr morgens Andapsin denn das muss 2 Stunden vor anderen Medikamenten eingenommen werden. Um 7 Uhr morgens bekam sie dann Esomeprazol das mindestens eine Stunde vor der Mahlzeit und 2 Stunden vor anderer Medizin genommen werden muss. Zwischen 8 und 9 Uhr gab es dann Frühstück für Maya und ca. eine Stunde danach Onsior… Zum Glück wachten wir wirklich regelmäßig um 5 Uhr morgens auf. 😉 Da nahm ich Maya den Trichter ab und dann bekam sie Andapsin und dann dösten wir weiter…. Ich döste halb wach und Maya schlief…. Wollte ja nicht riskieren dass sie vielleicht an der Wunde herumleckte.

 

Guten Morgen am Tag 4 nach der OP. Glücklich ohne Trichter.

 

Durch die Magentabletten verschwand Mayas Appetit und sie wollte teilweise gar nichts fressen oder ganz ganz wenig. Da half nicht mal Dosenfutter als Geschmacksverstärker. Manchmal konnte ich sie dazu bringen, etwas mehr zu fressen, indem ich sie mit der Hand fütterte… bäh, eklig wenn man diese Nass/Barffutterpampe mit der Hand aus der Schüssel rausklauben muss. 😉

So gingen die Tage dahin und Mayas Bein bekam eine normale Farbe und auch die Schwellung ging übers Wochenende stark zurück.

Am Tag 5 nach der OP hatte das Bein wieder eine halbwegs normale Farbe und Form

Am Tag 6 nach der OP war es Montag und Maya musste wieder früher aufstehen … denn Frauli musste arbeiten, aber von daheim aus. Da ist die Aussicht auf jeden Fall schöner als im Büro.

Guten Morgen, Schlafmütze

Gibt schlimmere Arbeitsplätze, oder?

Meine Open Air Bürokollegin 🙂

Am Abend dieses Tages verschwand jedoch die große Zufriedenheit, denn Maya spie einen Berg Fressen aus. Somit bekam sie ab dann keine Schmerztabletten mehr – das hatten wir mit dem Tierarzt so abgesprochen.

Man konnte sehen, wie Mayas gute Laune nachließ und sie auch immer weniger gehen wollte. Meistens lag sie nur in einem ihrer Bettchen. Das hier ist das „Reisebett“ das zufällig mal im noch zu renovierenden (und bisher nur als Lagerraum genutzten) Schlafzimmer in der Sonne stand. Und Maya ging schnurstracks hin und legte sich ins Bett. Da ich sie ohne Trichter nicht allein lassen konnte, legte ich mich neben sie auf den Boden bzw. auf den Polster einer Sonnenliege der auch da herumlag.

Die Narbe eine Woche nach der OP

Nach zwei Tagen ohne Schmerzmittel hüpfte Maya nur noch auf drei Beinen und wollte natürlich nicht mehr gehen. Also rief ich wieder in der Tierklinik in Stockholm an und fragte, ob es denn ok wäre, wenn ich Maya wieder Gabapentin gebe.

Gabapentin ist eigentlich ein Mittel gegen Epilepsie und Nervenschmerzen bei Menschen aber das hatte Maya verschrieben bekommen, als sie im Februar die (falsche) Diagnose „eingeklemmter Nerv“ bekommen hatte. Und ich bekam vom Tierarzt im Stockholm das OK dazu auch wenn er mich nochmals darauf hinwies, dass Gabapentin aber keine entzündungshemmenden Eigenschaften besäße, aber das weiß ich ja. Nur wenn sie sonst nichts verträgt muss ich ihr zumindest was gegen die Schmerzen geben.

Nach weiteren zwei Tagen belastete Maya das operierte Bein dann wieder wie vorher. Leider war es in diesen zwei Wochen ziemlich heiß hier und da war es etwas schwierig Maya dazu zu motivieren 5-6 Mal am Tag jeweils 10 Minuten lang zu gehen (in Woche 2)… aber ich tat mein bestes. Sie bekam auch regelmäßige Massagen von mir und ich sollte das Knie in einer langsam kreisenden Bewegung Beugen und Strecken – aber das mochte sie gar nicht. Nach dem Wechsel auf Gabapentin setzte ich auch die Magentabletten ab und langsam kam auch der Appetit wieder zurück.
Ansonsten saßen wir meistens draußen vor dem Haus (manchmal auch in der Wiese) und ich arbeitete mit dem Laptop auf den Knien (zum Glück hat man einen langweiligen Bürojob den man auch von daheim aus erledigen kann). Unterbrochen wurde das nur wenn wir spazieren gingen oder wenn ich eine Telefonkonferenz hatte; dann gingen wir hinein.

Und langsam aber sicher bekam Maya wieder mehr Lebensfreude, auch wenn die Gabapentin sie sehr müde machten.

 

Hier ein Video vom 17. Juni, also 13 Tage nach der OP (da war es gerade sehr heiß, deshalb hechelt Maya so):

 

Die Zeit muss für Maya total langweilig gewesen sein aber sie beklagte sich nicht. Wir saßen bei Sonne und bei Regen draußen und gingen wie gesagt nur rein, wenn ich Online Meetings hatte. Das war teilweise witzig weil zwar meine unmittelbaren Kollegen wussten, warum ich von daheim aus arbeitete, aber das erklärt man ja nicht bei jedem Meeting. Einmal jedoch begann Maya im Schlaf hinter mir zu Bellen und zu Knurren und lachend erklärte ich dann meinen zwei Gesprächspartner was das für ein Geräusch war. Und einmal hielt ich ein Webinar als Maya ebenfalls hinter mir laut und genüsslich Wasser aus der Schüssel zu schlurfen begann. Da musste ich mich sehr beherrschen um nicht laut loszulachen … weil das eine „seriösere“ Präsentation war, hab ich aber auch nichts erklärt … keine Ahnung was die dachten was das für ein Geräusch war. 😀

Am Tag 18 nach der OP war die Narbe schon schön verheilt und Frauli und Herrli hatten in Teamarbeit auch die einzelne blaue Naht (dort wo die Wunde noch in der Tierklinik nässte) entfernt.

 

Am Montag, 24. Juni hatten wir einen Termin auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Die erste Rehab Session war gebucht. Erstens wollte ich endlich mit ordentlicher Rehab beginnen und zweitens wollte ich von einem Spezialisten wissen, wie gut oder wie schlecht Maya sich denn nun bewegte. Als Laie ist das ja schwer zu beurteilen wie es nach fast drei Wochen aussehen sollte.

An diesem Morgen war Maya besonders gut drauf und machte beim morgendlichen Gassigang fast einen ihrer Freudesprünge (ich glaube sie sah meinen entsetzten Gesichtsausdruck und bremste sich ein). Doch damit nicht genug. Nachdem wir vor der Tierklinik in Gävle geparkt hatten, gingen wir eine Runde Gassi und dabei markierte Maya wieder mal wie ein Rüde, nämlich in dem sie ein Bein hob. Doch nicht irgendein Bein, nein, das „gute“ Bein!!! Das bedeutet, sie stand zum ersten Mal seit einer Ewigkeit mit vollem Gewicht auf dem “kaputten“, also operierten, rechten Bein!

Dann kam der Moment der Wahrheit an dem die allerbeste Physiotherapeutin Maya anschaute und das Knie bzw. das Bein abtastete und sagte: „Na, aber das sieht gut aus!“ Mann, was war ich erleichtert. Sie erzählt dann auch Details von der Operation die wir noch gar nicht erfahren hatten. Zum Beispiel, dass das vordere Kreuzband komplett gerissen war und das hintere überhaupt nicht beschädigt gewesen war und dass der innere Meniskus auch kaputt war. Sie wiederholte auch, dass die Narkose und die Operation ohne auch nur die kleinste Komplikation verlaufen ist und dass wir Glück hatten, denn der Chirurg der Maya operiert hatte, gehört zu den besten! Wenn jemand anderer das gesagt hätte, hätte ich es nicht für ganz voll genommen aber wenn Ann Essner es sagt, stimmt es. 😉

Und es war sogar in ihr Journal eingetragen worden, dass Maya sehr lieb ist und leicht zu hantieren. Jetzt isses offiziell, dass sie ein Schoßkampfhund ist… sozusagen. 😊 Ann notierte dann auch im Journal, dass wir jetzt Gabapentin nehmen anstelle von Onsior. Dabei erzählte sie, dass sie eine Studienkollegin hätte, die nun in den USA tätig sei und als sie einander letztens getroffen hätten, hätten sie auch Schmerzbehandlung bei Hunden diskutiert und da kam heraus dass in den USA standardmäßig Gabapentin bei TPLO Operationen verabreicht wird! Dafür bekämen die Hunde dann Antibiotika, um Infektionen vorzubeugen.

Ann machte wieder eine Laserbehandlung und setzte Maya Akupunkturnadeln, weil das ja beim letzten Mal so gut bei Maya angeschlagen hat. Sie stellte auch wieder einige Übungen zusammen die ich mit Maya machen sollte und ich sollte sie weiterhin massieren. Der rechte Oberschenkel misst ganze 5 cm weniger als der linke – so viel Muskelmasse hat Maya in der Zeit vom Dezember bis jetzt verloren weil sie das Bein nicht bzw. nicht voll belastete! Da haben wir etwas Arbeit vor uns, um das wieder anzugleichen!

Bei dem Besuch bei Ann vor der OP erwähnte sie auch, dass man TENS zur Schmerzstillung anwenden könnte nachdem Maya ja so empfindlich auf Medikamente reagiert (auch wenn es so aussieht, als ob sie die Gabapentin ganz gut verträgt – bis jetzt). Sie zeigte mir, wie man das Gerät verwendet und war fast schon überrascht weil Maya überhaupt nicht reagierte. Sie sagte, dass man anfangs ein Kribbeln spüren würde und da würden die meisten Hunde nervös werden weil die eben nicht verstehen was da passiert aber bei Maya konnte man schon die Muskelzuckung sehen und sie reagierte immer noch nicht. Nur leider war dann die Batterie des TENS Apparates leer und unsere Stunde sowieso auch schon vorbei aber ich durfte mir das Gerät mit nach Hause nehmen zum ausprobieren… zum Glück hatte ich Batterien zuhause. 😉 Und natürlich habe ich schon ein eigenes Gerät für Maya und mich bestellt 😊

Nun haben wir zwei neue Termine bei Ann gebucht und auch gleich ein Röntgen, 6 Wochen nach der Operation um zu sehen, wie der Knochen verheilt.

Dieses Video ist von gestern, dem 26. Juni, also 22 Tage nach der OP.

 

Hoffen wir, dass Mayas Genesung weiterhin so gut verläuft und Maya bald wieder übermütig über die Felder laufen kann.

… und nicht nur wie auf dem Bild „ausläuft“. 😀

Gestatten: Dali!
Señorita Maya Dali

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Die ewige Krankenstube

Es war recht ruhig hier im Blog und das liegt daran, dass Mayas Gesundheit auch nach der OP im März alles andere als gut war. Es folgte auch eine weitere Operation, über die ich hier, bzw. im nächsten Beitrag, berichten werde.

Ich bin ein Gute Laune Schreiber, d.h. wenn ich gut drauf bin, schreibe ich gerne; ansonsten habe ich keine Lust dazu. Es heißt zwar „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ aber mir hilft es überhaupt nicht, wenn ich jemanden meinen Kummer oder meine Probleme erzähle und der dann Mitleid mit mir hat. Eher im Gegenteil, dann habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen weil es dann jemand anderem auch schlecht geht oder diejenige Person zumindest etwas betrübter ist.

Eine andere Sache ist es, wenn ich wirklich Hilfe brauche aber das ist ja etwas anderes.

Na wie auch immer, der letzte Beitrag über Maya ist vom 9. März und ich dachte mir, ich schreibe chronologisch auf was sich seither getan hat.

Maya trank immer noch große Mengen Wasser und musste entsprechend alle ca. drei Stunden raus; auch während der Nacht. Aber wisst ihr was, man gewöhnt sich dran. Ich hatte schon immer einen leichten Schlaf und wachte immer auf (wahrscheinlich war auch nie der Schlaf besonders tief in dieser Zeit) wenn sie musste. Ich zog dann einfach den Bademantel an und ging in meinen gefütterten Gummistiefeln raus. Zum Glück sind die Nachbarn weit genug entfernt, so dass die mich (hoffentlich) nicht so gesehen haben 😉

Am 16/17. März verbrachte Maya das Wochenende inkl. Montag bei Herrli und ich konnte endlich eine ganze Nacht durchschlafen… sogar zwei Nächte! Doch am Montag rief Herrli an und berichtete, dass Maya anscheinend eine Harnwegsinfektion hatte. Also rief ich in der Tierklinik an und wir sollten als Akutfall vorbeikommen. Herrli schaffte es auch, eine Urinprobe zu erhaschen und holte mich von der Arbeit ab so dass wir alle zusammen in die Tierklinik nach Gävle fahren konnten.

Unser Verdacht auf Harnwegsinfektion wurde durch eine Urinuntersuchung bestätigt und wir bekamen Antibiotika. Außerdem wurde eine Blutuntersuchung gemacht wobei extrem hohe Leberwerte festgestellt wurden. Beides waren wohl Nebenwirkungen des Kortison das Maya gegen die Ohreninfektion nehmen musste. Sollte sich Mayas Zustand nicht innerhalb von zwei Tagen bedeutend bessern, müssten wir nach Falun oder Uppsala fahren um dort die Ursache für die extremen Leberwerte untersuchen zu lassen. Zum Glück besserte sich Mayas Zustand bereits am Abend. Ein neuer Termin wurde für den 3. April gebucht.

An beiden Freitagen bis zum 3. April hatte Maya ca. 30-40 Minuten wo sie recht angestrengt und gestresst hin und her ging und alla paar Meter pinkelte bzw. sich nur hinhockte denn am Ende kam nicht mal mehr ein Tropfen raus. Beim ersten Mal waren ja erst ein paar Tage seit dem Tierarztbesuch vergangen und da dachte ich an einen leichten „Rückfall“ aber beim zweiten Freitag waren die 10 Tage Antibiotikaeinnahme ja schon vorbei und ich bekam leichte Panik. Aber nach diesen 30-40 Minuten war anscheinend wieder alles in Ordnung.

Ende März begann Maya dann ohne ersichtlichen Grund bzw. Ursache zu humpeln. Es sah wirklich schlimm aus aber wenn man am Bein herumdrückte, reagierte sie nicht. Man konnte jedoch deutlich sehen, dass sie am rechten Hinterbein an Muskelmasse verloren hatte, es war richtig schlaff. Da wir aber sowieso am 3. April einen neuen Besuch in der Tierklinik gebucht hatten, wartete ich ab. An einem Tag sollte Maya die 5 Meter von der Haustür der Hundesitterin bis zum Auto gehen… als sie eine Katze sah und ihr im Mordstempo hinterherjagte – obwohl sie seit Tagen humpelte. Das Ergebnis dieser Jagd (neben einem stinksauren Frauli) war eine leicht verstauchte rechte Hinterpfote, wobei die Schwellung aber am nächsten Tag schon fast wieder weg war. Danach war Maya wieder ein Wochenende bei Herrli und danach war die Pfote wieder gut und auch das Humpeln weniger geworden.

Vor dem Termin in der Tierklinik rief ich nochmals dort an und berichtete über diese beiden Freitage an denen es irgendwie so ausgesehen hatte, als ob Maya einen „Rückfall“ in Sachen Harnwegsinfektion hatte. Wir vereinbarten, dass ich eine neue Urinprobe mitnehme – sicher ist sicher. Am 3. April waren wir von 9:30 bis 12:00 Uhr in der Tierklink und insgesamt drei Tierärzte kümmerten sich um Maya. Die Urinuntersuchung zeigte, dass keine Infektion mehr da war. Die Leberwerte waren stark zurückgegangen, aber immer noch erhöht. Ein Röntgen zeigte, dass Maya eine akute Arthrose im rechten Knie hinten hatte. Anscheinend hatte das Kortison auch einen Artroseschub ausgelöst. Und last but not least wurde festgestellt, dass das Kreuzband am rechten Hinterbein beschädigt ist.

Der Tierarzt in der Tierklinik erklärte, dass er noch nie einen Hund als Patient hatte, der so viele Nebenwirkungen von Kortison bekommen hat, die da wären:

  • Extremer Durst mit extrem häufigem Wasserlassen
  • Harnwegsinfektion
  • 2,5 kg Muskelmasse in zwei Wochen verloren
  • Extrem erhöhte Leberwerte (einer der Werte war so hoch, dass er nicht mal in Zahlen gemessen werden konnte)
  • Arthrose Schub

Dass Maya speziell ist, wissen wir ja alle, aber dass sie so speziell ist, war mir nicht bewusst. 😊

 

Gegen die Arthrose bekamen wir Onsior verschrieben, wieder ein entzündungs- und schmerzlinderndes Präparat von der Sorte die Maya nicht verträgt. Dieses soll wieder mal besonders magenschonend sein aber wir sollten dennoch gleichzeitig Pepcid für den Magen einnehmen und das BARF Futter mit Schonkost mischen.

Doch all das half nichts, am 6. Tag kotzte Maya und entsprechend den Anweisungen des Tierarztes bekam sie ab dann keine Tabletten mehr.

Am 23. April hatten wir bei der weltbesten Physiotherapeutin Ann Essner einen Termin zur Rehab gebucht. Maya bekam eine Laserbehandlung und Akkupunktur. Die Physiotherapeutin fragte ob ich mir vorstellen könnte, Maya operieren zu lassen. Nach der Diagnose hatte ich sowieso gegoogelt und überall stand dass große Hunde auf jeden Fall operiert werden sollten. Und wenn sie nichts gesagt hätte, hätte ich sie gefragt. Ich antwortete also dass ich sie sowieso nach ihrer Meinung fragen wollte, weil ich eben gelesen hatte, dass man normalerweise operiert. Ann sagte, dass es in der Klinik in Sandviken (die gehört zur gleichen „Kette“) eine Orthopädin gäbe, die sehr gut wäre und sie würde sie gleich anrufen. Ann ließ mich dann mit Maya allein um zu telefonieren. Maya hatte vier Akkupunkturnadeln im unteren Rücken und die nächsten 20 Minuten lümmelte ich mit Maya auf einer großen Gymnastikmatte am Boden herum und verhinderte mehrere Mal dass Maya sich auf den Rücken rollte.

Dann kam Ann zurück und erzählte dass sie mit besagter Orthopädin gesprochen hätte und diese aber Maya auch erst sehen und untersuchen wollte bevor sie eine Entscheidung trifft. Und sie würde sich bei mir wegen eines Termines melden.

Die Akkupunktur war super!!!! Eine ganze Woche lang war Maya kaum zu bremsen, die Schmerzen waren offensichtlich deutlich geringer. Doch nach besagter Woche konnte man deutlich sehen, dass Maya wieder Schmerzen hatte. Nach einigem Zaudern meinerseits, beschloss ich, ihr eine geringe Dosis Previcox (eine halbe Tablette anstatt 1 ½ Tabletten) zu geben … und das nur jeden zweiten Tag. Und sogar diese geringe Dosis half offensichtlich denn Maya ging es wieder besser.

Nach einer Woche hatte sich noch immer niemand aus Sandviken gemeldet, also rief ich an… keiner wusste etwas. Die Administration bei denen ist echt eine Katastrophe. Na jedenfalls buchte ich dann für den 9. Mai eine Konsultation bei besagter Orthopädin. Sie untersuchte Maya und konstatierte, dass Maya sehr starke Schmerzen hatte und nachdem ich ihr die ganze Geschichte vom Dezember an erzählt hatte, sagte sie dass es gut möglich wäre, dass der Kreuzbandschaden damals im Dezember entstanden ist denn es wäre typisch für Kreuzbandschäden dass es den Hunden zwischenzeitlich wieder besser geht. Das bedeutet, dass die Diagnose vom Februar, der „eingeklemmte Nerv“ wahrscheinlich eine Fehldiagnose war.

Wie auch immer, es gäbe drei Alternativen.

Alternative 1: Maya bekommt Schmerztabletten und wenn es nicht mehr geht, einschläfern lassen.

Alternative 2: Maya wird operiert und nach einer intensiven Rehab Phase wird alles wieder gut.

Alternative 3: Maya wird operiert aber nachdem es keine Garantie gibt, dass die OP und die Heilung gut verläuft, kann es sein, dass sie trotzdem immer noch so starke Schmerzen hat, dass sie Schmerztabletten nehmen muss und wenn es nicht mehr geht, sie einschläfern lassen.

 

Die Entscheidung fiel mir leicht, es wurde Alternative 2.

Ich weiß, dass früher oder später der Moment kommt, an dem ich Maya gehen lassen muss aber das ist sicher nicht jetzt. Obwohl sie starke Schmerzen haben muss, ist sie daheim lebenslustig und fröhlich und schelmisch. Als es ihr nach der Lipom OP mal richtig schlecht ging, sah sie mich mit diesem Blick an der sagte „Frauli, ich will nicht mehr!“ und da versprach ich ihr, dass alles wieder gut wird. Dass es eine Weile dauern würde, aber dass es wieder gut wird und sie dann wieder unbeschwert über die Felder laufen könnte. Ich verspreche nur Sachen die ich auch halten kann und verdammt nochmal, es wird alles gut werden!

Allerdings… in Sandviken oder Gävle kann nur eine TTA (Tibial Tuberosity Advancement) OP durchgeführt werden, bei Maya wäre aber eine TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) angebracht und außerdem sollte eine Arthroskopie gemacht werden, um zu sehen ob und wie sehr der Meniskus in Mitleidenschaft gezogen ist. Dazu kommt auch noch dass Maya auf Grund ihrer 9 Jahre und der Tatsache dass sie Probleme mit der Verträglichkeit von Schmerzmitteln hat, als Risikopatient gilt und am besten über Nacht in der Tierklinik bleiben sollte – und auch das ist nicht in Sandviken und Gävle möglich. Sie würde uns also an die Niederlassung in Stockholm überweisen, wo Maya bestens versorgt wäre.

Schon am nächsten Tag wurde ich von der Klinik in Stockholm angerufen und eine weitere Untersuchung mit zusätzlichen Röntgenbildern wurde für den 23. Mai gebucht. Am 23. Mai standen wir schon vor 5 Uhr auf damit Maya noch was fressen konnte… sie sollte nämlich 8 Stunden vor der Röntgennarkose fasten. Zum Glück hatte Herrli Zeit, uns nach Stockholm zu fahren. Ich habe ja meinen Führerschein in Sandviken gemacht wo bei 50 Autos im Schritttempo von „Stau“ gesprochen wird. Die teilweise vierspurige Autobahn durch Stockholm wäre der reinste Horror für mich gewesen. Naja, das war sie sogar vom Passagierplatz aus. 😉

Wir waren eine ganze Stunde zu früh da aber man weiß ja nie wie der Verkehr durch die Großstadt ist. Als wir an die Reihe kamen, war ich positiv überrascht. Ich dachte ja, dass in der Großstadt alles unpersönlicher sein würde aber nein, der junge Tierarzt begrüßte erstmal Maya ausgiebig, bevor er sich uns zuwandte. Genau so habe ich mir immer einen Tierarzt vorgestellt… doch die Tierärzte die ich bisher getroffen hatte, waren nicht so gewesen. Er untersuchte Maya und dann bekam sie eine Narkose damit sie geröntgt werden konnte. Auch die Röntgenärztin war sehr nett und fürsorglich auch wenn ich kaum zusehen konnte wie Maya auf den Bauch gedreht wurde und ihr kaputtes Knie über einen Polster gezogen wurde … und Maya zuckte und krampfte obwohl sie betäubt war.  Danach wurde sie dann noch mit einer Decke zugedeckt damit sie es wohlig warm beim Aufwachen hatte.

Als ich damals den Termin zu dieser Untersuchung gebucht hatte, frage ich die Dame am Telefon auch wie lange es denn üblicherweise dann noch bis zur OP dauern würde. Die Antwort die ich bekam war ungefähr „eine Woche, 10 Tage“ (schwer das aus dem schwedischen zu übersetzen aber das kommt ungefähr hin 😉

Da ja der Donnerstag die Woche drauf ein Feiertag war (30.5.) hoffte ich darauf dass wir in der zweiten Woche einen Termin bekommen … da war allerdings der Donnerstag wieder ein Feiertag, nämlich der Schwedische Nationaltag. Als wir im Röntgenraum darauf warteten, dass Maya einschlief wurde uns gesagt, dass am 4. Juni ein Termin frei wäre! Ich sagte sofort ja, denn wenn ich selber hätte wählen können, hätte ich den 4. Juni (Dienstag) gewählt. Maya sollte ja erst am Tag nach der OP abgeholt werden, also am Mittwoch, dann ist am Donnerstag ein Feiertag und der Freitag ein Fenstertag und dann kommt das Wochenende… also ohne Probleme vier Tage frei haben. Perfekt.

 

Alles über die Operation und die Zeit danach, lest ihr im nächsten Bericht.

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Nach Regen kommt Sonnenschein

… Und dann noch mehr Regen. 😊

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Kleiner Eingriff ganz groß

Am 27. Februar hätten wir ja einen Termin für das Entfernen eines Ohrenschmalzpfropfens und des Auskratzens eines Lipoms gehabt… Details könnt ihr hier nachlesen.
Nachdem der Termin von der Tierklinik einmal verschoben wurde, fuhr ich mit Maya dann am Montag Früh (4. März) nach einer schlaflosen Nacht nach Gävle. „Natürlich“ hatte es ca. 10 cm geschneit aber es ging trotzdem recht gut zu Fahren.

Unser Termin war um 7:30 Uhr und wir waren schon um 7:11 Uhr da. Da hätte mir schon klar sein müssen, dass irgendwas nicht stimmte, denn ich bin nie, NIE, nirgendwo 20 Minuten zu früh… eher 20 Minuten zu spät! 😉

Wir checkten ein und ich füllte ein Formular aus das nach Krankheiten, Medikamenten und Überempfindlichkeiten fragte. Dann war ich etwas perplex weil mir gesagt wurde, ich könnte Maya dann um 13:30 Uhr wieder abholen. Ich dachte, ich könnte gleich warten weil es ja nur ein kleiner Eingriff wäre. Beruhigungsmittel, Kurznarkose, Ohren durchputzen, kleiner Einschnitt, Fettgeschwür auskratzen, eine kleine Naht und fertig. Tja, hatte wohl keine Wahl als ins Büro zu fahren und bis 13 Uhr arbeiten. Und eines kann ich euch sagen, so nervös wie an diesem Vormittag war ich schon lange nicht.

Als ich dann am Nachmittag zur Tierklinik kam, war die Rechnung noch nicht fertig und ich musste ein paar Minuten warten. Dann war alles bereit und ich sollte 12.800 Kronen, umgerechnet 1.200 Euro, bezahlen. „WAS?“ fragte ich, „12.800 Kronen? Für einen kleinen Eingriff?“ Die Dame an der Rezeption meinte, dass eine Narkose für einen großen Hund eben recht viel kostet.
Narkose für einen großen Hund? Warum Narkose? Das sollte doch nur eine lokale Betäubung sein. Mir wurde fast schlecht bei dem Gedanken was die mit Maya gemacht hatten. Die Frau von der Rezeption ging dann nach hinten um zu checken ob die Rechnung korrekt war. Kurz darauf kam sie wieder und meinte, ja, das hat seine Richtigkeit. Ich sagte dann noch zu ihr dass man das dann aber nicht „kleinen Eingriff“ nennen dürfte wenn das 12.800 Kronen ausmacht.

Beim Fragebogen ausfüllen wurde auch danach gefragt ob die Tierklinik die Kosten direkt mit der Versicherung abrechnen sollte und das hatte ich mit Nein markiert weil ich ja nie damit gerechnet hatte, dass es so viel werden würde. Ich hatte mit 6000 Kronen gerechnet, aber nicht mit 12.800! Die Rezeptionistin fragte dann, ob ich vielleicht doch möchte dass die Klinik direkt mit der Versicherung abrechnet (kostet 15 Euro extra) und das haben wir dann gemacht. Somit bezahlte ich „nur noch“ rund 400 Euro.

Dann hieß es auf Maya warten … und ich fragte mich ob das Jammern das ich hörte, wohl von ihr kam. Das war nicht sie, sie war die ruhigste von allen erfuhr ich später. Bevor Maya kam, kam eine Tierpflegerin mit einem Informationsblatt über Verhaltensregeln nach einer Narkose und mit Schmerztabletten und sie erzählte dann, dass es beim Auskratzen zu Blutungen gekommen wäre und deshalb hätten sie dann eine Vollnarkose machen müssen, um das in Ordnung bringen zu können. Deswegen hätte auch alles viel länger gedauert. Beide Ohren wurden gründlich gereinigt und im rechten Ohr wurde eine Infektion entdeckt, und weil es im Inneren so geschwollen ist, konnten sie nicht erkennen ob das Trommelfell beschädigt ist (was wohl der Fall sein könnte bei kräftigeren Infektionen). Deshalb wird eine Behandlung durchgeführt „als ob“ das Trommelfell beschädigt wäre, also mit Antibiotika und Kortison.
Das Gewebe vom großem, nun entfernten Lipom und von zwei kleineren wurde untersucht und es ist nur Fettgewebe, also harmlos. Da Maya schon älter ist wurde vor dem Eingriff auch noch eine Blutuntersuchung gemacht und da war ein Leberwert leicht erhöht. Ein zweiter Leberwert und auch alle anderen Werte sind aber ganz normal. Da wird nur empfohlen dass man das in zwei Monaten nochmals kontrolliert.
Tja und dann kam Maya und ich sah die riesige Wunde und bekam einen Schock. Das war alles andere als ein kleiner Eingriff.

Da ich ja nicht damit gerechnet hatte, dass ich eine frisch operierte Maya transportieren muss, hatte ich auch keine Vorkehrungen getroffen um sie einfach ins Auto verfrachten zu können. Maya konnte nicht mal eine Pfote auf die Rückbank legen (damit ich sie dann am Hinterteil hineinheben kann) und ich schaffte es einfach nicht, sie ins Auto zu bekommen. Ich ging dann nochmals in die Tierklinik und fragte ob die vielleicht eine Rampe oder so was hätten was aber nicht der Fall war. Aber die Rezeptionistin kam mit mir raus und half mir, Maya ins Auto zu heben.

Und Maya wäre nicht Maya wenn sie daheim nicht die erste Gelegenheit genutzt hätte um aus dem Auto herauszuspringen während ich noch nach einer Möglichkeit suchte, sie „auf schonende Weise“ herauszuholen. Der Hund ist manchmal echt eine Katastrophe!
Doch dann stand sie erst mal ca. 10 Minuten nur da, im Schneeregen,…und rührte sich nicht vom Fleck. Als ich sie dann doch endlich im Haus hatte, bekam sie ein wenig zu essen was sie auch mit großem Appetit verspeiste. Dann legte sie sich ins Bett und schlief ein Weilchen, während ich neben ihr auf dem Boden saß.

Nach dem Aufwachen am Abend bekam sie wieder eine kleine Portion zu essen, wir gingen raus und sie erledigte ihr Geschäft. Doch dann begann das Stehen… sie wollte sich nicht hinlegen, vermutlich weil es zu große Schmerzen verursachte. Das war die schlimmste Nacht meines Lebens. Maya jammerte, sie zitterte mit den Hinterbeinen, sie fühlte sich kalt an und zitterte zeitweise. Und wie gesagt, sie weigerte sich, sich hinzulegen. Sie stand da, die Augen fielen ihr schon zu aber sie legte sich nicht hin. Später in der Nacht brachte ich sie zumindest dazu, sich ins Bett zu setzen und ich dachte sie könnte dann vielleicht im Sitzen an mich gelehnt ein wenig schlafen. Aber das funktionierte auch nicht. Dazwischen stand sie immer wieder auf und ging zur Tür. Also dachte ich, sie müsste mal… aber ne, Fehlanzeige. Sie stand dann nur da und starrte ins nirgendwo.

Ich war mit meinen Nerven am Ende. Ich wusste nicht wie ich ihr helfen konnte und dem Hund hilflos beim Jammern zuhören zu müssen ist nicht lustig. Schon gar nicht nachdem ich ja auch in der Nacht zuvor schon nicht geschlafen hatte. Um 2 Uhr in der Nacht legte sie sich dann doch hin und ich bekam 2 Stunden Schlaf … so lange bis mich ihr wimmern aufweckte.
Um 6 Uhr klingelte der Wecker und dann legte Maya sich wieder hin. Da beschloss ich, dass ich sie nun nicht aufwecke sondern schlafen lasse. Ich schickte meinem Chef eine Mail in der ich ihm die Situation schilderte und sagte dass ich von daheim aus arbeiten würde. Wir lagen dann noch bis ca. 9 Uhr im Bett und hin und wieder bin ich auch eingenickt.

Am Dienstag hatte Maya wieder großen Appetit und mampfte genüsslich ihr Essen. Aber … sie wollte sich wieder nicht hinlegen. Erst am Nachmittag brachte ich sie dazu, sich hinzulegen und ich setzte mich wieder neben sie und überwachte ihren Schlaf. Eigentlich wollte ich an diesem Tag nach Sandviken zur Apotheke um endlich ihre Medizin zu holen aber wie sollte ich sie im Auto transportieren wenn sie sich nicht hinsetzen und hinlegen will? Und so frisch operiert allein daheim lassen war auch keine Option. Sie hatte ja ihre Schmerzmittel die wir direkt in der Tierklinik bekamen und die Antibiotika und das Kortison auf Rezept das ich holen musste, waren für die Infektion im Ohr. Ich beschloss, dass die Infektion nicht so wichtig war (hoffe, das war auf längere Sicht keine Fehlentscheidung) und fuhr nicht nach Sandviken.

Am Abend nach dem Gassigehen bemerkte ich, dass Mayas rechte Vorderpfote stark geschwollen war und sie es nicht voll belasten wollte. Sie zuckte auch zurück als ich die Pfote abtasten wollte. Es war das Bein in dem auch die Kanüle saß und ich dachte sofort an eine allergische Reaktion.

Ich rief sogar in der Tierklinik an und fragte ob das eine bekannte Nebenwirkung sei aber die Frau am Telefon hatte davon noch nie gehört. Sie empfahl mir ein wenig abzuwarten und wenn es schlimmer würde, sollte ich bei einer anderen Tierklinik anrufen die Rund um die Uhr einen Tierarzt in Bereitschaft hatten. Dort rief ich an und auch der Tierarzt da am Telefon meinte, ich könnte ruhig ein Weilchen abwarten und mich wieder melden wenn es schlimmer wurde oder Maya nicht mehr gehen könnte. Nachdem es aber nicht ärger wurde, dachte ich mir dass ich bis zum nächsten Morgen abwarten könnte. Mir kam dann auch irgendwie der Gedanke, ob Maya sich vielleicht die Pfote beim Aufstehen verstaucht haben könnte. Sie hat ja sowieso schon wegen dem eingeklemmten Nerv Probleme beim Aufstehen (Hinterteil) und wenn ihr dann vorne die Wunde beim Aufstehen schmerzt kann es ja leicht sein, dass sie eine falsche Bewegung gemacht hat während ich schon im Vorzimmer auf sie gewartet habe. Ich habe zwar nichts gehört oder gesehen aber eine allergische Reaktion mehr als 24 Stunden nach der Kanüle klingt ja auch seltsam.

Aus welchem Grund auch immer wollte Maya in dieser Nacht überhaupt nicht ins Schlafzimmer. Also holte ich meine Matratze und legte sie neben Mayas Tagesbett ins Wohnzimmer. In all diesen Tagen sucht sie immer meine Nähe also wollte ich sie auch in der Nacht nicht alleine lassen. Naja, was soll ich sagen, es endete damit dass Maya sich, nachdem sie mal eine Weile da gesessen hatte, auf meiner Matratze breit machte und einschlief. Die 15 cm am Rand die übrig waren, reichten nicht mal für meinen Hintern aus. Also nahm ich mir kurzerhand Mayas frisch gewaschenes Tagesbett und legte mich da drauf damit ich nicht am kalten Boden liegen musste.

Nach dieser Nacht mit weiteren nur 4 Stunden Schlaf war zumindest die Pfote weniger geschwollen auch wenn Maya nach dem Aufstehen humpelte und das Bein beim Stehen etwas entlastete. Aber zumindest reichte sie mir von sich aus die Pfote als es nach dem Gassigehen ans Pfoten abtrocknen ging. Sie zuckte auch nicht mehr zurück wenn ich es berührte.

Nachdem es am Morgen -17° C gehabt hatte, war ich dann zu Mittag froh, dass es nur noch -3° C hatte denn Maya fand es drinnen soooooo langweilig. Also waren wir lange draußen und schauten den Vögeln zu.

Und dann taute Maya richtig auf denn da kam ein Postauto die Einfahrt runter. Die Postmarie (die Postlerin) brachte nämlich einen Karton voller Leckerlies nur für Maya. Gemeinsam machten wir dann das Paket auf und Maya bekam einen getrockneten Hühnerfuß (igitt). Und zu meiner riesigen Freude, nahm sie den Fuß und LEGTE sich damit auf ihr Bett. In mir keimte die unbändige Hoffnung auf eine Nacht mit eine paar mehr Stunden Schlaf auf. 😉

An diesem Nachmittag fuhr ich dann auch allein Sandviken um endlich die Medikamente zu holen. Ich hatte meine Bedenken, aber ich ließ Maya allein daheim. Nach zwei Minuten im Auto fragte ich mich dann ob das so eine gute Idee war denn erst dann merkte ich wie unglaublich müde ich war. Ich war mehr als froh dass es noch hell draußen war und noch keine Rush Hour… ich hoffte wirklich dass ich keinen Unfall verursachen würde. Aber alles ging gut und ich und das Auto kamen nach einer Stunde heil wieder daheim an. Und auch Maya hatte sich nicht den Body ausgezogen, nicht die Wunde zerkratzt oder sonstwas angestellt.

Mayas Medizinschrank ist in der Zwischenzeit ganz schön gewachsen. Allerdings habe ich beschlossen, dass ich mit dem Zeug das sie normalerweise für die Arthrose bekommt, eine Pause mache. Die Schmerzmittel sind Narkotika klassifiziert und Antibiotika und Kortison sind ja auch nicht ohne.


Und in dieser Nacht schliefen wir stundenlang ohne Unterbrechung! Was für ein Gefühl.
Am Donnerstag war es draußen richtig trüb und eklig grau und nebelig aber Maya war total gut drauf und wollte laufen und springen und es war schwer sie zu bremsen. Es war kaum zu glauben dass sie erst drei Tage zuvor eine Operation gehabt hat. Und der Unterschied von Mittwoch zu Donnerstag war auch enorm.

 

Da ich aber arbeiten musste, fand sie es voll langweilig daheim. Also fragte ich unsere Hundesitterin ob Maya am Freitag bei ihr sein dürfte und das war ok.
In der Nacht weckte Maya mich um 4 Uhr morgens weil sie raus musste aber sie hat auch viel Durst und trinkt mehr. Und einmal aufwachen und aufstehen ist ja nichts gegen Montag bis Mittwoch mit nur ein paar wenigen Stunden Schlaf überhaupt.

Tja, dann war es Zeit zur Hundesitterin zu fahren aber das war einfacher gesagt als getan, denn obwohl es ihr insgesamt sehr viel besser ging, wollte Maya immer noch nicht die Pfoten auf die Rückbank legen damit ich ihr ins Auto helfen konnte. Ich hatte ja von der Zeit als es ihr mit der Arthrose so schlecht ging eine Rampe aber die passte nicht ins neue Auto. Da bekomme ich die Seitentür nicht so weit auf dass ich die Rampe reinlegen konnte. Dann dachte ich mir, sie kann ja über den Kofferraum einsteigen und dann über die umgelegte Rückenlehne auf ihren Platz auf der Rückbank klettern. Tja, nur ist die Rampe für den Kofferraum zu kurz und deshalb viel zu steil. Ich probierte einige Sachen aber nichts funktionierte… bis mir einfiel dass ich ja eine Trittleiter habe… und die passte perfekt.

Am Abend holte ich Maya wieder und da lobte Lena Maya weil sie so schnell gelernt hatte über die Treppe, die Trittleiter und den Kofferraum auf ihren Platz im Auto zu klettern. 😉 Lena erzählte auch dass Maya am liebsten den ganzen Tag mit Lenas Schäferhündin Daphne gespielt hätte. Am Abend merkte ich dann dass Maya sehr viel Wasser trank, eine Nebenwirkung des Kortison. Das blöde war nur dass sie dann in der Nacht alle drei Stunden pinkeln musste. Wir gingen nach dem abendlichen Gassigehen ca. um 23 Uhr schlafen und die Überwachungskamera registrierte uns dann um 1:30 Uhr, 4:42 Uhr, 7:20 Uhr und 8:58 Uhr… da war nicht viel schlafen dazwischen drin.

Dazwischen hatte ich schlaftrunken wie ich war vergessen, Mayas Body aufzuknöpfen… und somit pinkelte sie teilweise den Body an. Ich warf ihn gleich mitten in der Nacht in die Waschmaschine mit einer 15 Minuten Kurzwäsche und in dieser Nacht musste Maya mit einem alten t-Shirt von mir schlafen um die Wunde zu schützen. 😉

Da hatte ich mich am Donnerstag wohl etwas zu früh über einen wieder „normalen“ Tages- und Schlafrhythmus gefreut. Laut Beipackzettel kann das hauptsächlich am Anfang der Einnahme des Kortison sein… ich hoffe, das normalisiert sich dann bald wieder.
Die Wunde heilt gut und am Freitag haben wir einen Termin zum Nähte ziehen. Ich hoffe, dass die Nächte bis dahin normal verlaufen und ich nicht einen Blogbeitrag mit dem Titel „Schlaflos am Gullsjö“ schreiben muss 😉

Also zusammenfassend muss ich sagen, wenn ich all das vorher gewusst hätte, hätte ich niemals dieses Lipom entfernen lassen. All die Schmerzen und die Nebenwirkungen der Medikamente sind das nicht wert.

Hier ein Bild wo man das Fettgeschwulst hinter dem Gurt des Brustgeschirrs gut sieht. Es war am Ende schon ungefähr so groß wie ein Tennisball würde ich sagen.

Und zum Vergleich ein Bild von heute:

Ja, das Lipom war unangenehm aber durch ein anders geschnittenes Brustgeschirr oder eine „Wattierung“ hätten wir das wohl in den Griff gekriegt. Vor allem macht es mich wütend dass mich die Tierärztin nicht über dieses Risiko aufgeklärt hat. Ich verstehe dass solche Dinge passieren können aber dann sollte man vorher drüber informiert werden.
Vielleicht bin ich naiv aber wenn ich beim Gespräch mit ihr schon sage, dass eine andere Tierärztin gesagt hätte, das könne man nur unter Vollnarkose entfernen lassen und das wäre gefährlich weil Maya nicht mehr die jüngste ist und diese Tierärztin sagt „Nein, nein, nein, das ist nur ein kleiner Eingriff mit örtlicher Betäubung“ … dann zweifle ich ein wenig an den Fähigkeiten dieser Tierärztin. Als Laie muss man sich doch drauf verlassen können was der Tierarzt sagt. Wenn sie auch nur angedeutet hätte, dass es aber zu Komplikationen kommen könnte die eine Vollnarkose erforderlich machen, hätte ich das nicht machen lassen. Das war ja nur Fettgewebe – nichts was irgendwann gefährlich sein könnte für Maya.

Und wenn es dann passiert, wird man nicht mal angerufen und darüber informiert. Das ärgert mich ja auch gewaltig. Die haben ja noch extra meine Telefonnummer aufgeschrieben „falls etwas ist!“… also wenn das nicht „etwas“ ist dann weiß ich nicht.
Naja, aber jetzt ist es geschehen und ich kann es nicht mehr ändern. Ich hoffe nur, dass nicht noch weitere Nebenwirkungen oder Spätfolgen auftreten.

Das war sie erstmal, die Geschichte von der Fettabsaugung nach Maya-Methode! 😉

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