Querwaldein, über Stock und Stein

Heute geriet unser Spaziergang ein wenig aus den Fugen und wurde mehr zu einem Abenteuer… aber von Anfang an. 😉

Eigentlich war es heute anfangs gar nicht so schön draußen aber wir machten uns trotzdem auf zu einem Spaziergang mit Maya. Ihr fällt ja gerne Blödsinn ein, wenn sie nicht ausgelastet ist und die letzten zwei Tage kam sie auf jeden Fall zu kurz, weil wir so viel im Garten arbeiteten.

Wir marschierten erst zur Dansbanan und übten Abrufen mit Störung… eine Hausaufgabe die wir beim letzten Hundekurs bekommen hatten. Und was soll ich sagen… es funktionierte super!

Hier mal eine ungeplante Trainingseinheit:

Irgendwann kam mir dann mal der Gedanke, ob Mayas Reaktion vielleicht von unserer (vor allem meiner) Tonart abhängt. Beim Hundekurs klingt mein „Komm her“ ja viel lockender und quiekender als wenn ich es in einer ernsten Situation von mir geben, dann klingt es wie ein Befehl. Klar kommt ein Hund eher wenn man ihn lockt als wenn man ihm was befiehlt.

Jedenfalls übten wir mit dem rosa Quietschball als Ablenkung und dann half und unbeabsichtigt noch eine Frau die dort spazieren ging.

Dann spazierten wir den Weg am See entlang weiter. Und heute fiel mir zum ersten Mal auf dass auf einer gewissen Strecke alle Bäume ins Wasser hängen… die Wasserbaumallee sozusagen:

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Der Weg führt dann zu einer Straße die aber kaum befahren ist und an der das Bed & Breakfast Västanvindsgården liegt, das von einem Schweden und einer Deutschen geführt wird. Die beiden haben auch zwei Hunde, die wir schon mal getroffen haben und heute dachten wir uns, wir schauen mal ob die Beiden vielleicht draußen arbeiten und die Hunde miteinander spielen können. Leider war keiner zu sehen und wir gingen weiter.  Nach ein paar Hundert Metern führte ein Weg in den Wald hinein und laut Google Maps führte dieser Weg ein Stück in den Wald hinein und dann kam nichts. Allerdings war ein Stück weiter ein anderer Weg eingezeichnet der dann wieder nach Hammarby führen würde. Tja, und wir dachten uns, dass nach dem eingezeichneten Weg vielleicht ein schmaler Pfad weiterführen würde. D.h. wir dachten das nicht, wir waren uns eigentlich ziemlich sicher. Wieso sonst würde ein Weg plötzlich enden?

Also marschierten wir frohen Mutes los. Der Weg war genau nach unserem Geschmack: unberührt, mit Rehkacke links und rechts am Wegrand oder genau in der Mitte und öfters mal raschelte es im Wald. Ich hoffte darauf, dass wir vielleicht einen Elch sehen würden.

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Irgendwann schnupperte Maya in den Wald hinein und wir hörten etwas, das wie Motorengeräusch klang, aber leiser und es war nur kurz zu hören. Was war das gewesen??? Ein Bär vielleicht? Ein Stück weiter sahen wir Fischreste am Wegrand… hatte hier ein Bär seine Beute aus dem See gefressen und dabei die Haut fein säuberlich abgezogen? 😉

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Etwas später witterte Maya etwas… wie ein Bluthund sah sie aus als sie so schnupperte, die Nase am Boden und energisch nach vorne marschierte. Dann plötzlich guckte sie nach links in den Wald wo man auch einen ausgetretenen Pfad erkennen konnte… aber da gingen wir nicht rein.  Und dann, plötzlich, war unser Weg zu Ende. Ein kaum als solcher erkennbarer Weg führte nach oben und endete in einer Hochebene…  nein, das nennt man sicher nicht so, aber es war eben ein kahlgeschlägertes Plateau mit vielen Felsen, umgestürzten/umgesägten Bäumen und Baumstämmen und wackelnden,
verwachsenen Steinen… und mehr Rehkacke. Ich zog mein Smartphone aus der Tasche und Google Maps versicherte mir, dass genau gegenüber ein Weg wieder beginnen würde. Also gingen wir los, balancierend, unsere Schritte genau abwiegend um bloß nicht mit verstauchtem Knöchel zu enden. Maya war Feuer und Flamme… solche wilden Unternehmungen liebt sie.

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Anfangs war ich ja noch der festen Überzeugung dass am anderen Ende dieses Plateaus der Weg wieder beginnen würde, aber dort angekommen, hatten wir uns laut GPS und Google Maps noch nicht sehr dem eingezeichneten Weg genähert. Also stapften wir weiter… über Stock und Stein… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ging über kleine und große Steine, über kleine und große Äste und im Notfall auch durch Sumpfgegend. Wir hielten uns an großen Steinen und Baumstämmen fest um das Gleichgewicht zu halten, wir verhingen uns mit unserer Kleidung in Ästen, stolperten über Geäst und wackelige Steine und hin und wieder schnalzte ein Ast mit solcher Wucht auf die Beine, dass Striemen zurückblieben… aber es war trotzdem lustig. In der Zwischenzeit war die Sonne gekommen und wir schwitzen weil wir erstens untrainiert sind und zweitens viel zu viel anhatten. Zumindest hatten wir unsere Wanderschuhe an. 😉

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Ich hatte fast die ganze Zeit das Handy an und lotste Kurt der als erster ging, Richtung Weg… und nach einer gefühlten Ewigkeit sahen wir den Weg… juhuuuuuuu!!! Der Anblick einer Straße hatte mich noch nie so sehr gefreut wie heute. 😉

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Selbst Maya freute sich.

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Alle drei waren wir superdurstig denn wir hatten keinen Tropfen Wasser mit und waren insgesamt mehr als drei Stunden unterwegs gewesen. Aber schön wars. 😉

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6 Antworten zu Querwaldein, über Stock und Stein

  1. Gabi schreibt:

    Sehr abenteuerlich Euer Spaziergang. Aber es hat ja doch Spaß gemacht. Und dank Google Maps habt Ihr Euch ja auch nicht wirklich verirrt.
    Wölfe und Bären klingen ja sehr interessant. Aber ich hätte da schon ein wenig Angst, muss ich zugeben.
    LG Gabi

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    • inschweden schreibt:

      Vor Wölfen hab ich eigentlich keine Angst. Bei Bären ist es ja so, dass sie Menschen ja aus dem Weg gehen und nur angreifen wenn sie sich bedroht fühlen oder verletzt sind … oder von einem Hund „gestellt“ werden. Nachdem Maya aber offensichtlich schon Angst vor einem Bären hatte (wir glauben zumindest dass sie damals wegen eines Bären nicht in den Wald wollte), wird sie dann kaum einen Bären stellen.
      Die Wahrscheinlichkeit auf einen Bären zu treffen sind am größten wenn sie gerade aus dem Winterschlaf aufgewacht sind und noch „damisch“…wie wir Wiener sagen. 😉

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      • Gabi schreibt:

        Ich glaub, vor Wölfen hab ich auch keine Angst. Vor Bären – ich weiß nicht. Es ist halt so, dass Tiere oft anders reagieren, wenn ein Hund dabei ist. Kann sein, dass sie einen dann eher meiden, aber vielleicht auch, dass sie dann erst recht neugierig werden oder glauben, Ihr Reich verteidigen zu müssen.
        Mir fällt das oft beim wandern bei den Kühen auf offenen Weideflächen auf. Die sind mir meist nicht ganz wurscht, wenn Hund dabei ist. Da schauen wir immer, dass wir mit Abstand und zügig vorbei kommen.

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  2. Annette schreibt:

    So komme ich doch noch wider Erwarten nach Schweden – danke für den Spaziergang! Gibt es bei euch Bären? Wölfe? Passt gut auf euch auf 😉

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    • Inschweden schreibt:

      Ja, einen Wolf hab ich sogar selbst schon gesehen… der lief draußen am Küchenfenster vorbei aber leider verschwand er bevor ich meine Kamera bereit hatte. War wohl ein junger Wolf auf der Suche nach einem eigenen Revier, denn er wurde ein paar Tage lange in der Gegend gesichtet.
      Bären hab ich leider noch keinen gesehen, aber die gibt es sicher auch. Voriges Jahr z.B. wollte Maya im Wald einfach nicht mehr weitergehen. Sie zog den Schwanz ein und wollte retour… und das ist ungewöhnlich weil sie den Wald liebt. Wir sind dann natürlich umgedreht weil ich Maya ja auch nicht zwingen will wenn sie offensichtlich Angst hat. Später hörten wir dass ein Bär in der Nähe ein Schaf gerissen hätte und ein paar Wochen später ist angeblich ein Junge auf dem Fahrrad an einem Bären vorbeigefahren… allerdings ist da die Frage, wie glaubwürdig das ist. 😉

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