Vägföreningsmöte / Straßenerhaltung und „Gamla Stenhuset“

Am Mittwochabend waren wir mit einigen unserer Nachbarn bei der Jahresversammlung unserer Vägförening. Die Vägförening ist ein Verein, der in den Dörfern und Städtchen für die Erhaltung und Instandsetzung des Straßen- und Wegnetzes verantwortlich ist. In der Kommune Sandviken, von der unser Dorf Gästrike-Hammarby ein Teil ist, gibt es nur zwei Ortschaften, deren Straßennetz von der Kommune verwaltet wird: die Stadt Sandviken und das Städtchen Storvik (unser Nachbarort). Wieso Storvik mit seinen 2700 Einwohnern von der Kommune versorgt wird, weiß keiner.

Als Dorfbewohner fühlt man sich deshalb etwas von der Kommune vernachlässigt. Obwohl wir den gleichen Steuersatz zahlen wie die Leute in Sandviken und Storvik dürfen wir auch noch einen extra Beitrag an die Vägförening leisten. Unser Anteil beträgt jährlich ungefähr 1100 SEK, also rund 110 Euro. Ist nicht viel aber man fragt sich wozu man das extra zahlen muss (man ist als Hausbesitzer Mitglied in diesem Verein, ob man will oder nicht) wenn man doch sowieso Steuern zahlt!? Außerdem ist die Schneeräumung, Sandstreuung und der sonstige Zustand unserer Dorfstraßen ja nicht unbedingt der beste. Im Winter rutscht man trotz Spikes auf den Sohlen oft nur hin und her und hofft einfach, dass man nicht ausrutscht. Der Vollständigkeit halber muss auch gesagt werden, dass Staat und Kommune jährlich einen Zuschuss von insgesamt 100 000 SEK/10 000 Euro leisten… aber das reicht nicht!

Der Grund warum wir geschlossen zu dieser Sitzung marschierten ist eigentlich, dass wir eine Tempobeschränkung auf 30 km/h in Hammarby haben möchten (so wie es in Villagegenden in Sandviken gang und gäbe ist) und irgendwelche (bauliche) Maßnahmen, damit die erlaubten 50 km/h auf der Hauptstraße durch den Ort eingehalten werden. Momentan ist es so, dass die meisten (leider auch die Bewohner von Hammarby selbst) gerne mal mit 60 oder 70 km/h durch die Gegend fahren. Jene, die einfach nur auf der Durchfahrt sind haben auch schon mal 100 km/h drauf – und zwar vor allem auch Schwerlaster die von der nahe gelegenen Kiesgrube kommen.

In Hammarby ist es wie in den meisten Dörfern so, dass die Kinder in den Gärten ohne Zaun oder davor spielen oder mit dem Rad fahren – und wenn dann ein Auto mit 50 km/h daherkommt, kann leicht etwas passieren. Noch ist zum Glück nichts geschehen aber das ist eben einfach nur Glück und wohl nur eine Frage der Zeit. Die Katze unseres Nachbarn Krister (unser Teilzeit-Hundesitter) zum Beispiel wurde schon dreimal angefahren und verursachte deshalb trotz Versicherung schon Kosten in Höhe von umgerechnet 3000 Euro … deshalb hat sie jetzt auch lebenslange Ausgangssperre. Ich kann mich auch noch gut an unsere ersten Wochen im Haus und an eine langhaarige Katze erinnern die in Nachbars Garten (Nachbar Wilson-Herrli die keinen Zaun haben) herumschlich und die  Maya durch unseren Zaun hindurch zum Spielen aufforderte. Diese Katze wurde ein paar Woche später von einem Auto überrollt und schaffte es gerade noch sich bis zur Türschwelle ihrer Besitzer zu schleppen, bevor sie starb. 😦

Dann gibt es im Ort auch noch supercoole Jugendliche und Möchtegern-Jugendliche die nichts Besseres zu tun haben, als sich mit ihren Schrottkisten zu schleudern und dabei viiiiiiel Reifengummi auf den Straßen zu lassen. Das sieht dann so aus:

 Reifenspuren

Lange Rede, kurzer Sinn. Wir bekamen Bescheid, dass wir uns damit an die Polizei wenden müssten, weil die für die Tempolimits zuständig sind. Tja, nicht das was wir uns erhofft hatten. Aber wir haben auch die Möglichkeit diskutiert, große Blumenkästen auf die Fahrbahn zu stellen (bei uns im Ort, nicht auf der Hauptstraße) um damit die Leute zum Bremsen und ausweichen zu zwingen. Mal sehen, ob wir das weiterverfolgen. Nachdem das unter die Verantwortlichkeit der Vägförening fällt, müssten die für die Kosten aufkommen… aber die Vägförening geht mit Minus. Deshalb wurde auch über die Gebührenerhöhung von 20% abgestimmt … und angenommen. Aber was bleibt einem auch übrig?

Dafür hat der Revisor in seinem Bericht dem Vereinsvorstand kräftig auf die Finger geklopft weil die Finanzen nicht ordentlich geführt werden und die Vereinssekretärin bei ihrer Übersiedlung einen ganzen Ordner mit Papieren verschlampt hat!!!

Trotzdem wurde der Vorstand für zwei Jahre wiedergewählt… aber es gab auch keine Alternativen denn keiner will den Job machen. 😉

Die Versammlung fand im „Gamla Stenhuset“ (Altes Steinhaus) von Gästrike-Hammarby statt, einem alten geschichtsträchtigen Gebäude, das von 1738-40 erbaut wurde und ursprünglich zum Herrschaftshaus gehörte. Nun beherbergt es eine Portraitsammlung, ein Archiv und eine Ausstellung über die Geschichte Gästrike-Hammarbys. Nunmehr wird es für Vereinstreffen und für kleine Veranstaltungen, wie z.B. Vorlesungen genutzt.

(c) Sandvikens Kommun

(c) Sandvikens Kommun

(c) Sandvikens Kommun

(c) Sandvikens Kommun

So, damit habt ihr nun auch was über das tägliche Leben in Gästrike-Hammarby erfahren. 😉

Schönes Wochenende!

Dieser Beitrag wurde unter Gästrike-Hammarby abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s