Aphrodite, die Bank und ein Anruf

Bevor wir nach Schweden kamen, wohnten wir in einer Genossenschaftswohnung in Wien-Stammersdorf/Floridsdorf, nördlich der Donau. Hinter uns war der Bisamberg, rechts von uns der Kahlenberg und wenn wir auf der Dachterrasse standen lag uns Wien zu Füßen. 😉

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Auf unserer Dachterrasse hatten wir nicht nur Cocktailtomaten, Erdbeeren, Äpfel und Planzen sondern da gab es auch noch Aphrodite. Aphrodite war ein Rotschwanzweibchen das alljährlich Ende März in ihr Nest auf unserer Dachterrasse zurückkehrte um hier Eier zu legen und auszubrüten. Mit der Zeit verlor sie auch total ihre Scheu und spazierte einen halben Meter von uns entfernt auf der Terrasse herum.

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Und das war jedes Mal aufs Neue etwas besonderes. Erst wenn man merkt, dass die Eier geknackt wurden und die Jungen da sind, wenn man beobachtet wie sie gefüttert werden und besonders niedlich wird es, wenn man ihre ersten Flugversuche miterleben darf.

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Zweimal war bei den ersten Flugversuchen die Terrassentür offen und die kleinen Federknäuel hockten zitternd auf der Treppe. Das merkte man daran, dass ganz aufgeregt gefiepst wurde. Beim ersten Mal war ich allein daheim, und musste ein Geschirrtuch drüberlegen weil ich ihn sonst nicht in die Hand und hinauftragen hätte können. Dann trug ich ihn nach oben und ließ ihn los… und weg war er. Beim zweiten Mal nahm Kurt, seither auch Dr. Dolittle genannt, ihn einfach in die Hand, trug ihn nach oben und der kleine Piepmatz flog davon.

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Manchmal dauerte es auch etwas länger bis die Kleinen so weit waren und dann wurde gefiepst und Mama Aphrodite versuchte mit strengem oder auch aufmunterndem Gezwitschere ihrer Brut Mut zuzuzwitschern. Bis sie diesen gefasst hatten, hockten sie mehr oder weniger ängstlich zwischen oder auf den Blumenkisten auf der Terrasse.

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Warum ich euch das hier und heute erzähle? Tja, weil Kurt gestern einen Anruf aus Wien erhielt. Und zwar von dem Typen der die Wohnung nach uns übernommen hatte. Er hatte ein Schreiben von der Post für Kurt erhalten, dass Geld abzuholen sei. Bei unserem letzten Kurzbesuch in Wien im August, hatte Kurt auch sein Konto aufgelöst und die Kreditkarte gekündigt. Und die waren so doof und haben das Geld per Post geschickt… an die uralte Adresse obwohl wir ja schon Post von der gleichen Bank an die Adresse in Schweden bekommen haben. Netterweise hat Andreas, unser Nachmieter, sich bereit erklärt, das Geld mit einer Vollmacht von der Post zu holen und uns dann zu überweisen. Es geht zwar „nur“ um 50 Euro aber trotzdem. Geld ist Geld. Ich find das total nett… dabei hat er sich damals standhaft geweigert die gewünschte Ablöse für die Einbaumöbel zu bezahlen. Wir haben nur ca. ein Viertel bekommen. 😦

Dafür hatte er sogar einen Prozess gegen die Genossenschaft. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass die Wand unter den Dachflächenfenstern nicht isoliert war. Die Genossenschaft stellte sich stur und machte nix und er hat geklagt – und recht bekommen. Zumindest den Ärger haben wir uns erspart. Aber jetzt weiß ich auch warum die Wand dort immer so kalt war. Aber dass die Isolierung fehlt… auf die Idee wär ich ja nie gekommen. 😉

Tja, wir hatten – für Wiener Verhältnisse – wirklich eine schöne Aussicht. Vor allem in den Silvesternächten hatten wir wohl den tollsten Ausblick weil wir alle Feuerwerke über Wien anschauen konnten.  Leider sind die Fotos auf einem uralt Computer … mal sehen  ob ich unsere alten Fotos dort noch runterspeichern kann.

So sah es in den Sommarmonaten auf der Dachterrasse aus.

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Im letzten Jahr begannen dann die Bauarbeiten für einen großen Wohnkomplex uns gegenüber wo bisher ein großes Feld war. Da fiel der Abschied dann leichter.

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3 Antworten zu Aphrodite, die Bank und ein Anruf

  1. Anonymous schreibt:

    Da wars aber auch schön! Dieser kleine Vogel..sowas ist immer zauberhaft zu erleben.
    LG, Petra

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    • inschweden schreibt:

      Ja, Aphrodite war schon fast wie ein Haustier für uns. Tat uns richtig leid dass wir sie „zurücklassen“ mussten. 😉

      Ich kann mich noch gut an einen Tag erinnern als ich vom Büro heimkam und schon beim Einbiegen in unsere Gasse wusste, dass die Jungen ihre ersten Flugversuche unternahmen – weil ich da schon das aufgeregte Gezwitschere hörte. 😉

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  2. Sani Hachidori schreibt:

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