Der ungebetene Gast

Gestern waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen und vorher machten wir mit Maya noch einen 11 km langen Spaziergang damit sie schön müde sein würde. Sie war auch recht brav und man merkt wirklich, dass sie älter und ruhiger geworden ist. Die meiste Zeit lag sie neben dem Couchtisch auf dem Teppich.

Die Küche wurde gleich mal als Verbotszone eingerichtet (sicher ist sicher – sonst ist vielleicht unser Abendessen weg) und nach ein paar „Hinaus!“ mit ausgestrecktem Zeigefinger blieb sie auch brav an der Türschwelle stehen und guckte nur noch ums Eck.

Jetzt wo ich das hier schreibe, wird mir erst bewusst, dass wir ganz schön viele „Verbotszonen“ in unserem Haus haben. Das Badezimmer (außer wenn Maya geduscht wird), das Ankleidezimmer und – wenn auch weniger streng – auch das Büro und das Gästezimmer.

Gegen Ende wurde es Maya wohl langweilig (hatte eigentlich auch gedacht dass der kleine Jonas mit ihr spielen würde aber er ist jetzt wohl schon „zu alt“ dazu 🙂 ) und dann drehte sie ihre Runden um den Tisch – irgendjemand erbarmt sich immer und streichelt sie. Das ist immer so. 🙂

Nach einem kurzen Gassigang, schlich sich dann der ungebetene Gast ungesehen mit hinein ins Haus. Ungeniert soff er sich an dem roten Trank so voll dass der Bauch ganz rund war und erfreute sich an der Körperwärme. Kein Wunder, hatte es draußen doch kalte -9° C.  Schließlich entdeckte Kurti ihn und als er erfuhr, dass der Besucher nicht eingeladen war, bat er ihn sich zu entfernen.

Aber der ungebetene Gast tat als ob er uns nicht hören würde, und machte noch ein paar Schlucke. Da reichte es Kurti und er entschied sich mit unser aller Zustimmung, diesem Besucher in die Schranken zu weisen.

Doch erst musste er eingefangen werden. Zum Glück gab es im Haus ein Lasso und Kurti brauchte nur ein paar Sekunden um ihm die Schlinge um den Hals zu werfen und ihn dingsfest zu machen. Doch er zappelte weiter und war auf dem bestem Wege zu entkommen. Nun war rasches Handeln gefragt und gemeinsam wiesen wir Kurti an, kein Erbarmen walten zu lassen und ihm den Garaus zu machen.

Mit einem lauten Klatsch entwich der letzte Hauch Lebens aus dem ungebeten Gast während unserer Gastgeberin Steffi ein lauter Schrei entwich und sie den entsetzten Blick abwendete. Ein Schrei der all den Schrecken, die Angst und den Ekel ob dieses ungebetenen Gastes zum Ausdruck brachte.

Und dennoch… die Frage die wir alle uns stellten war, wie dieses Wesen überhaupt so lange überleben konnte, dass er Maya als Transportmittel missbrauchen konnte, um ins Haus zu kommen. Schließlich hat es seit mehreren Tagen schon Minusgrade!

Was für ein Überlebenskünstler es gewesen sein musste! War es tatsächlich rechtens, dieses Leben so erbarmungslos zu beenden?

Das Leben dieser Winterzecke! 😉

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Eine Antwort zu Der ungebetene Gast

  1. Benjamin Tietjen schreibt:

    in meinem ganzen Leben hatte ich keinen bewussten Zeckenbiss.
    Vor zwei Jahren in Schweden war es dann fast so weit: Beim Nacktbaden im Meer. Schuhe aus. Oberteil aus. Hose aus. Schlüpfer aus. Und dann saß das Vieh dort, wo man es nicht sitzen haben will. Was für ein riesiger Bastard. Das größte kleine Ungeheuer, das ich je gesehen habe. Ich bin dann (ohne die Wassertemperatur zu testen) ins Meer gerannt, als wäre eine Horde Kosaken hinter mir her. Gott sei dank war dieser blutsaugende Teufel hinterher verschwunden. Der schwimmt bestimmt heute noch durch die Ostsee und vergreift sich an friedlebenden Karpfen.

    Gefällt 1 Person

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