Lang, lang ist’s her

Ja, das war diesmal eine recht lange Schreibpause aber manchmal fehlt ganz einfach die Lust zu schreiben. Ein Grund dafür war wohl auch das Wetter. Dieser Winter war kein richtiger Winter. Erstmals dauerte es lange bis überhaupt Schnee kam und dann war das ein ständiger Wechsel von Schnee, Matsch (weil Tauwetter), Eis, Matsch, Schnee, Eis, Matsch usw. Einmal schneite es, zwei Tage später war die Hälfte davon weggetaut, dann wurde es kalt und der Matsch wurde zu Eis (super beim Autofahren!), dann kam neuer Schnee, so dass man das Eis nicht mehr sah … dann taute es wieder bis die Straßen wieder frei waren … und dann fing das ganze von vorne an. Aktuell haben wir wieder Tauwetter mit 5 Grad plus untertags und ein paar Grad minus in der Nacht. Das bedeutet, unter tags schmilzt der Schnee und was während des Tages nicht getrocknet ist, wird in der Nacht zu Eis. Nur gut dass kaum mehr Schnee auf den Straßen übrig ist. Dafür hatten wir im Wald noch schönen Schnee und an diesem Wochenende schien auch die Sonne richtig warm vom blauen Himmel.

Ansonsten gab es in der Arbeit ein Hoch und Tief der Gefühle das ich so wirklich niemanden wünsche. Im Oktober des Vorjahres wurde bekannt gegeben, dass 33 Angestellte und 22 Arbeiter gekündigt werden sollten. Am 8. Februar war Stichtag wo wir alle erfahren sollten, ob und wie wir davon betroffen waren. Als ich an diesem Tag ins Büro kam, stürmte eine Kollegin tränenüberströmt an mir vorbei und ich wusste, sie war gekündigt worden. Ich hatte mein Gespräch 20 Minuten danach und erfuhr da, dass meine Stelle eingespart wird aber weil ich schon so lange bei der Firma beschäftigt war, würde erwähnte Kollegin gekündigt werden, damit ich ihren Platz einnehmen konnte. Eine liebe Kollegin wurde also gekündigt damit man mir – wie vom Gesetz vorgeschrieben – einen Job anbieten konnte, nur weil ich schon 15 Jahre bei der gleichen Firma beschäftigt war. Dass mich der Job weniger als überhaupt nicht interessierte und es außerdem Leute gab, die dafür viel mehr geeignet sind (ich hätte da viel Direktkontakt mit Kunden und Besuchern aber ich sitze ganz einfach lieber hinter dem PC als von Angesicht zu Angesicht mit Leuten zu reden; so bin ich einfach!), wurde nicht beachtet. Gleichzeitig erfuhr ich, dass ich vier Tage Bedenkzeit hätte und in diese Zeit durfte ich niemanden etwas sagen. Ein tolles Gefühl wenn man dann zurück ins 10 Personen Großraumbüro geht wo natürlich jeder versuchte die Kündigung der Kollegin zu verstehen und sich jeder wundert was mit mir passiert. Ich durfte nur sagen, dass ich ein Versetzungsangebot bekommen hatte, aber nicht was es war. Es ist schwer die Gefühle zu beschreiben, die man in so einer Situation hat. Einerseits sollte man froh sein, überhaupt einen Job zu haben und andererseits fühlt man sich schuldig weil eine andere Person für dich „geopfert“ worden ist. Und das ganze für einen Job der mich also wirklich überhaupt nicht reizte sondern den ich einfach nur furchtbar fand. Gleichzeitig überkommt einen eine riesige Wut auf die Firma die so etwas zulassen konnte. Das Herz schrie „Nimm das Angebot nicht an sondern lass dich kündigen!“ (das wäre geschehen wenn ich Nein zu der Versetzung gesagt hätte) und das Hirn sagte „Du brauchst einen Job, denk an all die Rechnungen und außerdem ist es auch gar nicht sicher, dass die Kollegin zurück kann wenn du nein sagst!“

Und wie gesagt, gleichzeitig durfte ich den anderen Kolleginnen und Kollegen nichts sagen. Das war die schlimmste Arbeitswoche meines Lebens. Ich fühlte mich als ob ich alle anlügen würde und die gekündigte Kollegin verraten würde. Noch dazu schrieb sie mir eine E-Mail und fragte wie es mir ginge … sie wusste ja nur dass ich einen anderen Job bekommen sollte, nicht dass es sich um ihren Job handelte! Das brach mir fast das Herz. Alle erzählten mir, dass ich an mich denken sollte und dass es ja die Firma war, die diese Entscheidung getroffen hatte. Und ja, verstandesmäßig war es ja so… aber ich bin ein Bauchmensch und mein Bauch sagte was anderes.

Am Freitag in jener Woche würden alle erfahren was los sei doch an diesem Tag arbeitete ich von daheim aus. Und im Laufe des Vormittages bekam ich Nachrichten von meinen „neuen“ Kolleginnen die mich willkommen hießen und mir versicherten dass sie keinen Groll gegen mich hegen würden denn es sei ja nicht meine Schuld. Das war ein furchtbarer Tag … und gleichzeitig bekam ich einen Anruf der mich wieder Hoffnung schöpfen ließ.

Ich bin ja nicht dumm und hatte ja schon überlegt, dass mein Job vielleicht wegfallen würde weil ich ja nicht 100% ausgelastet war. Seit ich im Mai 2015 diese Stelle angetreten hatte, hatten sich die Voraussetzungen und die Organisationsstruktur geändert und ich ahnte irgendwie dass es mich treffen würde. Und kurz vor besagtem 8. Februar entdeckte ich unter den firmeninternen Stellenausschreibungen einen Job, der mich wirklich interessierte. Die Bewerbungsfrist endete am 11. Februar und ich schickte meine Bewerbung am 10. Februar weg. Und an jenem Freitag bekam ich einen Anruf und man vereinbarte ein Gespräch für den 22. Februar, einen Montag. Der Tag des Gespräches kam und das Gespräch verlief … naja, für meinen Geschmack nicht sooo optimal muss ich sagen. Am Mittwoch bekam ich aber einen neuen Anruf von der offensichtlich unerfahrenen HR Assistentin wo wir einen Gesprächstermin mit dem „Großvater“, also dem Chef meiner „vielleicht zukünftigen“ Chefin vereinbarten. Das ist bei uns in der Firma so üblich. Man hat erst ein Gespräch mit dem Chef/Chefin und jemanden von HR, dann oft auch ein Gespräch mit den zukünftigen Kolleginnen und Kollegen (was in diesem Fall wegfiel weil es eine neu geformte Abteilung ist) und dann mit dem Chef des Chefs, was hier das „Großvater-Prinzip“ heißt. Aber die HR Assistentin hatte nicht gesagt, dass ich weitergekommen war sondern nur dass ich XX treffen sollte. Neue Hoffnung keimte auf. In der Zwischenzeit hatte ich schon ein paar Einschulungsmeetings für den neuen Job gehabt und die bestätigten für mich nur, dass dieser Job nichts für mich war.

 

Tja, und was soll ich sagen… nach dem Bewerbungsgespräch am Montag rief mich am Freitag morgen meine neue Chefin an und wollte mich treffen… und da bot sie mir den Job an, für den ich mich beworben hatte. Ich war überwältigt. Ich durfte aber wiederum nichts erzählten, da es sich hier um eine Umstrukturierung handelte (allerdings in einer ganz anderen Abteilung als vorhin) wo die Leute sich erneut um ihre Jobs bewerben mussten. Und einige bekamen Jobs und andere nicht. Die Belegschaft wurde von 12 auf 8 Posten reduziert und ich war einer davon obwohl ich von „auswärts“ (also außerhalb dieser Abteilung) kam.

An diesem Tag kam auch noch die gekündigte Kollegin vorbei um bei einem Kaffee mit der ganzen Abteilung über ein Bewerbungsgespräch zu berichten das sie gehabt hatte. Und ich saß da und dachte nur „hoffentlich will sie wieder zurück“!!!! Während dieser Plauderstunde rief unsere HR Advisorin an und beglückwünschte mich und meinte gleichzeitig dass ich es meiner „nun eben doch nicht“ Chefin erzählten sollte. Das machte ich auch als sich die Gelegenheit bot und sie rief daraufhin die gekündigte Kollegin am Abend an um zu fragen ob sie ihren Job zurück haben wollte. Zum Glück wollte sie!!! 🙂

Tja, und nun habe ich seit einer Woche einen neuen Job der mir bisher unheimlich viel Spaß macht, der mich sicher total fordern wird weil alles neu ist für mich, wo ich auch unheimlich viel lernen muss (ein Kurs in Göteborg Ende April ist schon gebucht), wo ich viele neue Leute in wichtigen Positionen kennenlernen werde (ich soll sogar unseren VP treffen!) und der total cool sein wird … und mich gleichzeitig voll stressen wird. Und trotzdem … genau so einen Job will ich haben. Ich brauch am Ende des Tages das Gefühl dass ich was geleistet habe, dass ich nützlich war, dass das was ich mache, der Firma was bringt. Dass ich auch ein bissi mehr verdiene, ist ein nettes Detail aber ich hätte den Job auch genommen, wenn ich mit dem Lohn runtergehen hätte müssen. Aber erzählt das bloß nicht meiner neuen Chefin. 🙂

 

So, und nach all dem ernsten Krimskrams, jetzt mal ein Haufen Fotos der vergangenen Wochen.

 

Hier ein paar Bilder vom 6. Februar wo ich mit Maya erst am Badeplatz „Jungfruholmen“ war und danach beim wohlbekannten Tanzpavillon.

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Am 13. Februar stapften wir quer durch den Wald weil zu unserer Verwunderung die Langlaufspur im Wald schon gezogen war, obwohl es erst am Tag zuvor ein paar cm Neuschnee gegeben hat. Kurzentschlossen gingen wir deshalb einfach querwaldein … zur Freude von Maya die so was ganz toll findet. Mann… das war ganz schön anstrengend!

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Am 27. Februar war mal schönes Wetter und wir genossen den blauen Himmel.

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Am 6. März marschierten wir wieder mal die 10,5 km lange „Storvik-Runde“ … auch diesmal bei Sonnenschein (an den Tagen dazwischen wo es nur wolkig war und regnete machte ich keine Fotos).

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Seht ihr die Rehe im Hintergrund?

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Danach war Maya richtig müde! 🙂

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Gestern dann musste Kurti arbeiten und ich war mit Maya allein unterwegs. Es war so schön und warm, dass wir gleich zwei Spaziergänge machten. Hier steht Maya auf einem großen Stein und hat ein Leckerli am Kopf – seht ihr es? 🙂

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Am späteren Nachmittag machten wir dann noch einen Spaziergang, da war die Sonne dann schon am Untergehen. Der Weg war mehr Eisbahn als Weg… zum Glück gibt es Schuhe mit eingebauten Spikes (Icebugs – sehr zu empfehlen!!!)

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Am Abend waren wir dann beide müde und so schauten Maya und ich „Les Miserables“ wo sich Maya auch wunderte was für komische Töne Frauli von sich gab (hab tw. mitgesungen… oder so was ähnliches 😀 )

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Aber Maya war zu müde um lange darüber nachzudenken.

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Und heute gingen wir erst durch den Wald, dann zum Tanzpavillon und trafen zufällig auch noch Challe und Frauli. 🙂

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Was wir sonst noch in den vergangenen zwei Monaten gemacht haben?

Maya und ich waren wieder mal in der Hundeschule, aber da gab es nur Wiederholungen. Aber für Maya und mich war es perfekt weil wir so wieder eine stärkere Bindung aufgebaut haben und Maya somit wieder viel besser hört als zuvor. Wobei ich ganz allgemein sagen muss, dass sie ohne Leine sehr viel braver geworden ist und nicht mehr weit wegläuft – auch wenn sie einer Spur folgt.

Challe, Mayas neue Freundin (Mischung Schäfer/Collie, ca. 2 1/2 Jahre) kommt nun 1-2 mal die Woche zum Spielen vorbei und die zwei verstehen sich immer besser. Anfangs haben sie hauptsächlich nachlaufen gespielt aber nun ist immer mehr „Weibercatchen“ dabei – und das ist eben ganz einfach Mayas liebste Art zu spielen. Dazu gehört aber gegenseitiges Vertrauen und zu sehen, wie sich das immer mehr zwischen den beiden entwickelt ist echt schön zu beobachten.

Anscheinend hat sich aber Maya mal in den letzten Wochen irgendwie verrissen oder so was denn wenn wir länger unterwegs sind oder sie viel spielt, beginnt sie dann ein klein wenig mit dem rechten Hinterlauf zu humpeln und will sich dann nicht hinsetzen bzw. sitzt sie komisch. Nach ein paar Stunden ist das dann aber wieder vorbei. Matilda, unsere Hundetrainerin macht ja auch eine Ausbildung zur Hundemasseurin und ich werde sie mal bitten, sich Maya anzusehen. Es gibt in Sandviken auch eine Chiropraktiker der nicht nur Menschen behandelt (mich und meine Hüfte z.B.) sondern auch Hunde. Ein Besuch bei ihm wäre dann wohl der nächste Schritt. 🙂

Aber wie gesagt, ich glaube nicht dass es was ernstes ist da es immer nur kurzfristig ist. Maya ist bei all dem Eis ja auch immer wieder ins Rutschen und Stolpern gekommen und vielleicht hat sie sich da was gezerrt das bei stärkerer Belastung dann eben Schmerzen verursacht. Ansonsten ist Maya frisch und munter und verfressen wie eh und je.

Was gebt ihr euren Hunden zur Zahnpflege? Putzt ihr regelmäßig die Hundezähne oder gebt ihr was zu Kauen – und was?

Bald steht auch wieder ein Besuch in Good Old Austria auf dem Programm. Maya ist dann bei Lena untergebracht während unsere Nachbarn und die Alarmanlage aufs Haus aufpassen. Außerdem überlegen wir jetzt ernsthaft, uns ein ordentliches Gewächshaus zuzulegen… aber wollen wir das wirklich heuer schon investieren? Habt ihr ein Gewächshaus und welche Marke und Größe habt ihr und wie zufrieden seid ihr damit?

Es gibt ja viele günstige/billige aber die sollten ja doch auch Nachtfrostsicher sein… außerdem sturmsicher … das schränkt die Auswahl hier in Schweden schon sehr ein. Wir haben deshalb unseren Beobachtungsradius nach Deutschland ausgeweitet und spekulieren nun ob wir uns ein Beckmann Gewächshaus mit Stegdoppelplatten zulegen sollen. Hat zufällig jemand von euch Erfahrung damit?  Die vergleichbaren Gewächshäuser die es in Schweden gibt, kosten ungefähr das doppelte!!!

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7 Antworten zu Lang, lang ist’s her

  1. Hallo Annette,
    Bisher hat Maya auch überhaupt keine Zahnprobleme aber bei allen Tierärzten liest man ständig, dass man Zähne putzen soll… aber ist nicht gerade Mayas Ding. Deshalb die kleine Frage. 🙂
    Liebe Grüße, Claudia

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  2. jana108 schreibt:

    Hey 🙂 ich habe euren wundervollen Blog für den Liebster Award nominiert und würde mich freuen, wenn ihr meine Fragen beantwortet… http://wp.me/p4jO0k-3M
    Herzliche Grüße
    Jana

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  3. cornelia1972 schreibt:

    Hallöchen! Ich mag Eure Fotos und Geschichten und deshalb habe ich Euch nominiert ….. liebe Grüße

    https://kaffeeundkekse.wordpress.com/2016/03/15/liebster-award-ii/

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  4. Annette schreibt:

    Gell, bei dem Auf und Ab des Lebens wünscht man sich manchmal, Hund zu sein…bei euch oder bei uns! Tut mir leid, dass du so schwere Zeiten durchgemacht hast, aber nun ist es ja gut ausgegangen. Und bald kommt der Frühling! Halt die Ohren steif und knuddel die Maya 🙂 PS: Bislang hat unser Hund kaum Zahnstein (sie ist 6), aber Ridgebacks neigen auch nicht so dazu. Später entfernen wir ihn einfach mit Ultraschall.

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