Maya Rehab 0.2

Da wir die vom Tierarzt empfohlene Rehab auf dem Wasserlaufband wegen der Urlaubszeit erst Ende August beginnen können (wenn überhaupt) habe ich überlegt, was ich bis dahin machen kann um Maya mit ihrer Arthrose zu helfen. Und neben dem Gehen über die Leiter ist Schwimmen eine weitere Alternative. Da Maya keine Schwimmerin ist (Frauli auch nicht) dachte ich mir, dass ein Besuch im Hundeschwimmbad vielleicht gut für Mayas Gelenke bzw. zum Muskelaufbau wäre.

Wie es der Zufall will, gibt es in Valbo (dort gibt es auch ein Einkaufszentrum & IKEA und auch „unsere“ Tierhandlung wo Maya ja VIP Kundin ist 😉 ) ein Hundebad. Ich buchte also einen ersten Besuch der eigentlich am Dienstag gewesen wäre aber das mussten wir verschieben, weil die Chefin da krank war. Doch am Donnerstag war es so weit.

Tja… nur sah ich dann bei der Routenplanung dass das Valbo Hundtrim & Sim gar nicht beim Einkaufszentrum ist sondern ganz woanders was ja aber eigentlich keine Rolle spielt. Wir fuhren die ca. 40 km hin und ließen uns vom Navigationssystem leiten. Laut Navi war die Adresse ein altes verfallenes Haus mit 6-7 Schrottautos im Garten. Kam mir etwas komisch vor und so fuhr ich weiter … dann suchte ich schon nach einer Stelle um umdrehen zu können (war eine schmale Schotterstraße durch den Wald) als ich plötzlich ein „Willkommen“ Schild entdeckte mit einem Pfeil zum „Valbo Hundtrim & Sim“. Das Haus war dann schon viel schöner und einladender (auf der anderen Seite war das Wohnhaus. 🙂

 

Wir waren viel zu früh da und gingen noch ein wenig spazieren und warteten dann bis wir dran waren. Maya blieb ganz brav liegen und guckte nur neugierig als zwei große Hunde mit ihrem Frauli aus der Tür kamen und zum Auto gingen. Und dann steckte auch schon Lotta ihren Kopf aus der Tür und fragte, ob das Maya sei. Obwohl es immer noch 15 Minuten vor der vereinbarten Zeit war, durften wir schon reinkommen. Lotta nahm sich viel Zeit und erklärte wie das mit dem Schwimmen vor sich ging. Maya bekam eine Schwimmweste und ein Seil wurde befestigt damit sie in der Mitte des 5×3 m großen Beckens mit 1,5 m Wassertiefe bleiben würde. Da das Becken Stahlwände hatte, spiegeln sich die Hunde darin und manche Hunde würden sehr auf dieses „Spiegelbild“ reagieren. Deshalb sollten die Hunde anfangs in der Mitte des Beckens bleiben und das Seil würde das eben ermöglichen.

Dann musste Maya eine recht steile Rampe hinaufgehen und dann sah sie das Wasser und sie wollte sofort wieder runter. Ab dann fühlte ich mich wie der ärgste Tierquäler! Wir versuchten Maya mit Spielzeug, Luftblasen und Hühnerwurst ins Wasser zu locken (es führte eine Rampe hinein) aber sie wollte nur weg. Tja… also schoben wir sie ins Wasser und mit lautem Plantschen (und festhalten denn sie wäre ja sofort wieder aus dem Becken gekrabbelt) schafften wir es dann, sie in die Mitte des Beckens zu bewegen. Ich war sofort klatschnass obwohl ich eine Schürze bekommen hatte aber durch Mayas Plantschen bzw. ihre „Ausbruchsversuche“ musste ich sie ja mit vollem Körpereinsatz festhalten. Die Panik in Mayas Augen als sie laut schnaufend im Wasser paddelte brach mir fast das Herz. Nach einer halben Minute Schwimmen, wurde das Seil gelockert so dass sie bei mir ein Weilchen entspannen konnte… aber von Entspannung war natürlich nichts zu sehen. Ich hielt sie mit einer Hand an der Schlaufe der Schwimmweste fest und mit der anderen Hand umfasste ich ihre Ellbogen damit sie eben aufhören würde zu paddeln (sie soll ja die Muskeln entspannen) aber das war nicht so einfach denn sie wollte ja sofort aus dem Wasser hinaus als sie nur in die Nähe des Beckenrandes kam.

Nach einer Verschnaufpause, wurde Maya wieder in die Mitte des Beckens gezogen und wieder paddelte sie voller Panik und laut schnaufend, diesmal eine ganze Minute. Dann konnte sie wieder in meinen Armen „entspannen“ … dann kam auch Lotta auf meine Seite des Beckens und hielt Mayas Hinterpfoten fest denn mit denen paddelte Maya weiter. Diese Prozedur wiederholten wir dann noch zwei Mal und dann durfte Maya endlich aus dem Wasser raus. Ich habe natürlich die ganze Zeit versucht, Maya zu beruhigen aber das gelang mir nicht wirklich, auch wenn die Panik in Mayas Augen beim Schwimmen ein klein wenig nachließ.

Als Maya dann da oben auf der Plattform stand, hatte ich die Befürchtung dass sie trotz Festhaltens einfach runterspringen würde aber dann setzte sich sich und blickte ungläubig zurück ins Becken so als ob sie rekapitulieren würde was da gerade passiert war. Lotta meinte auch, dass wir in Ruhe lassen sollten und erst als sie dazu bereit war, half ich ihr langsam die steile Rampe nach unten zu gehen. Dann wurde Maya geduscht und abgetrocknet und selbst das ging über Erwarten gut. Maya ist ja eine riesige Dusche bei uns daheim gewohnt aber das war ja nur ein kleines halbhohes Duschkabinchen … aber sie war wohl so fertig dass sie sich nur mit ein paar kleinen halbherzigen „Fluchtversuchen“ abduschen ließ.

Die großen Microfaserhandtücher waren super… damit war Maya in Nullkommanix trocken! Daheim verwende ich zwei riesige Badelaken und Maya ist danach trotzdem noch nass. Ich glaube, solche Microfaserbadetücher muss ich für uns auch kaufen.

Danach durfte Maya auf der Vibrationsplatte entspannen. Das gefiel ihr sichtlich und sie legte sich auch gleich hin und ließ sich durchrütteln. Frauli bekam in der Zwischenzeit einen Kaffee und durfte auch entspannen während Lotta das nasse Chaos in der Schwimmhalle beseitigte.

Danach unterhielten wir uns und quatschten über LCHF, Hundefutter, Arthrose, Lottas Nachbar dem das Unternehmen ein Dorn im Auge ist (dabei hat er selbst mehrere Hunde!) und und und.

Dann wurde Maya unruhig und wir gingen eine Gassirunde im eigens dafür vorgesehenen Teil des Gartens. Nach dem kleinen Geschäft und Grasen, gingen wir wieder zurück und ich hatte eigentlich erwartet dass Maya beim Auto stehen bleiben würde … aber nein… sie wollte schnurstracks zurück ins Gebäude. Während Maya sich die Spielzeuge und Leckerlies im Vorraum anguckte und beschnüffelte, quatschten Lotta und ich weiter. Sie sagte, dass ich überlegen sollte, ob wir nochmals Schwimmen wollten oder nicht. Es gäbe Hunde denen das Schwimmen nach ein paar Malen dann schon Spaß macht und es gäbe Hunde denen das nie gefallen wird. Wir könnten auch nur zum vibrieren kommen denn das allein wäre ja auch schon gutes „Training“ für die Hunde. Aber wir beide bemerkten, dass Maya nach dem Schwimmen viel „runder“ ging als vorher.

Und … wie könnte es auch anders sein … Lotta meinte auch, sie wäre so verwundert gewesen als sie uns draußen gesehen hat, denn sie konnte sich nicht erinnern, dass ein Rhodesian Ridgeback kommen würde … tja, wieder jemand der nun gelernt hat dass bei richtiger Mischung aus Dobermann, Rottweiler und Amstaff ein Ridgeback ohne Ridge entsteht. 😀

Als wir uns dann nach einer Stunde verabschiedeten, hörten wir dann wieder einmal, wie ruhig und freundlich Maya ist und dass wir jederzeit wieder willkommen sind. Jetzt schauen wir mal wie es Maya in den nächsten Tagen geht und dann entscheiden wir ob wir nochmals Schwimmen gehen oder nicht. Bisher sieht es aus als ob es Maya besser geht. Wie gesagt, sie geht runder und heute beim Spazieren gehen war sie richtig flott unterwegs und war auch nicht so fertig wie sonst, erzählte Nachbar Krister. Sie (und ich somit auch, herrlich) hat auch die ganze Nacht durchgeschlafen. Nach dem Spaziergang am Vormittag hat sie bis zum Nachmittagsspaziergang geschlafen aber ob das aus Erschöpfung oder wegen dem Regen ist, kann ich nicht beurteilen. 😉

Gestern jedenfalls sah Maya recht zufrieden aus als sie abends in der Küche lag und sie hat mir die „Tierquälerei“ auch nicht übel genommen. Im Gegenteil, sie wirkt eher mehr verschmust als sonst und ausgeglichener.

 

Und sollten wir wieder da hinfahren, nehme ich mir Kleidung zum Wechseln mit bzw. ziehe eine Regenhose an, denn klatschnass 40 Minuten im Auto sitzen ist nicht lustig. 😉

 

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