Hej aus Jädraås

Lang, lang ist’s her!

Ich dachte mir, heute muss ich die Gelegenheit nutzen und mich mal wieder hier melden, nicht dass ihr glaubt nur weil wir übersiedelt sind, gibt es uns nicht mehr. Maya ist dieses Wochenende bei Herrli und somit hab ich mal Zeit, hier zu schreiben.

Ende April/Anfang Mai waren geprägt von packen, packen, packen, Übersiedlungskartons, Autofahrten, Ärger, Übersiedlungskartons, Stress, Schlaflosigkeit, Ärger, packen, packen, Kisten schleppen, Muskelkater und putzen, putzen und Ärger.

Ich erspare euch Einzelheiten aber die Übersiedlung und alles rundherum lief nicht wie geplant sondern zog sich dahin (teils weil ich Zeitoptimist bin aber auch weil man sich nicht auf andere verlassen kann bzw. viele kleine Zwischenfälle passierten) und kostete viel mehr Zeit als geplant.

Ein Highlight allerdings war ein Flohmarkt den ich ganz spontan veranstaltete um ein paar Sachen los zu werden die zu schade zum Wegwerfen sind aber auch wieder zu alt und unbrauchbar in einer Wohnung sind. Private Flohmärkte sind in Schweden keine Seltenheit also dachte ich mir, was andere können, kann ich auch. Zufällig ergab es sich dass ich Hilfe von der 17jährigen Fanny aus dem Nachbarort bekam, die einen Chihuahua namens Pelle hat. Fanny räumte die Scheune und den Vorratskeller aus und sortierte alles, reinigte Boden und Wände und nach Rücksprache mit mir, räumte sie das was von den Hauskäufern übernommen worden ist, wieder ein. Der Rest blieb am Rasen liegen und wurde am Flohmarkt verkauft wobei ich mit 1. Mai Preisen und Mengenrabatten nur so um mich warf. 😉   Ich wollte ja nicht groß Geld damit verdienen sondern das Zeug nur los werden. Das ganze veranstaltete ich an zwei Wochenenden jeweils von 10 – 12 Uhr. Erstaunlicherweise war am ersten Tag als es in Strömen regnete am meisten los. Am letzten Tag kamen dann noch Nachbarn und Hundekumpels von Maya die „anstandshalber“ auch noch was kauften. 😉

Ich hatte eine Riesengaudi am Flohmarkt. Ich hätte mir nie gedachte, dass das so viel Spaß machen würde. Man traf viele Leute von denen einige interessanter waren als andre. So zum Beispiel eine Familie aus Ecuador die seit erst 1 1/2 Jahren in Schweden lebten und dafür schon richtig gut Schwedisch konnten. Vor allem die zwei Mädchen klangen als ob sie schon ewig hier sind.

Maya fand den Flohmarkt auch einfach super! Da kamen sooo viele Leute und alle erzählten ihr, wie lieb sie nicht sei und streichelten sie. Ich dachte, die vielen Fremden würden sie nervös machen aber genau das Gegenteil war der Fall, sie fand das echt toll! Einmal kam jemand als Maya noch drinnen war, allerdings war die Tür vom Garten zum Haus offen. Und ich fragte die Frau ob sie eh keine Angst vor Hunden hätte, denn es könnte jeden Moment ein großer Hund aus der Tür kommen. Die Frau sagte, ja also eigentlich hätte sie schon große Angst und ich versicherte ihr, dass ich Maya einfach so lange im Haus lassen würde, bis sie wieder weg war. Tja, denkste… kaum fertig gesprochen, kam auch schon Maya angetrabt, drehte der Frau ihr Hinterteil zu und wollte gestreichelt werden. Ich bat um Entschuldigung und was sagt die Frau: „Na, aber vor so einem lieben Hund habe ich keine Angst!“ 🙂

Chihuahua Pelle hatte anfangs Angst vor Maya aber Maya war echt super. Sie kam ihm nie zu nahe sondern akzeptierte dass er gehörigen Respekt vor ihr hatte. Als sie ihn anfangs anguckte, bellte er (Fusshupe eben 😉 ) aber man konnte deutlich sehen, dass er ja doch interessiert war und versuchte jede Gelegenheit zu nutzen, an ihrem Hinterteil zu schnuppern. Wenn sie sich dann allerdings nur nach ihm umdrehte, machte er schon einen riesigen Satz und keifte wieder. ABER… am zweiten Tag war das Eis schon fast gebrochen und Pelle nahm all seinen Mut zusammen und versuchte, mit Maya zu spielen… das sah dann so aus.

Und auch wenn er sich nicht zu ihr auf die Decke wagte, dass die zwei so nahe beieinander so ruhig und entspannt seien würden, hätten weder Fanny noch ich jemals gedacht.

Die meisten Möbel habe ich via verschiedene Facebook Gruppen verkauft und ich kann euch sagen, da erlebt man auch einiges! Von Leuten die sich erwarten dass man bei einem Verkaufspreis von nur 50 Euro auch noch Waren nach Stockholm liefert oder Preisnachlass verlangen weil man vom 40 km entfernten Gävle fahren muss um die Möbel abzuholen bis zu unverschämten Preisvorschlägen und bis zu richtig netten Leuten ist alles dabei… sogar Leute die mit einer Alkoholfahne kommen dass einem fast schon übel wird.

Am 2. Mai kam die Übersiedlungsfirma und nahm die restlichen Möbel und Übersiedlungskartons mit um sie bis auf Abruf zu lagern. Das waren freundliche, starke Jungs die ganz begeistert von meinen idiotensicheren Beschreibungen waren. Da ich ja arbeiten musste, habe ich an alle Türen Zettel gehängt mit einer Liste was in diesem Raum mitzunehmen ist und was bleibt und dann an die jeweiligen Möbel auch noch Zettel geklebt. Künstlerisch besonders wertvoll war meine Zeichnung vom Esszimmer wo ich Kartons und Kleinmöbel in verschiedenen Ecken gelagert hatte und diese grafisch (gekritzelt) gekennzeichnet hatte. Wir haben ordentlich darüber gelacht.

Als wir dann am Abend heimkamen war das Haus schon recht leer. Das Bett hatte die Übersiedlungsfirma mitgenommen also machte ich es mir mit zwei dünnen Matratzen am Boden bequem. Ich dachte eigentlich, dass ich fürchterliche Kreuzschmerzen bekommen würde, aber ich habe richtig gut  so am Boden geschlafen… sieht aber auch heimelig aus, oder? 😉

Und das war dann der erste Anblick am Morgen. 😉

Seit einigen Wochen wohnen wir nun in einer Mietwohnung in einem kleinen Dorf namens Jädraås. Maya findet  das Wohnen in einer Wohnung ohne eigenen Garten im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen. Sie hat in der ersten Woche einige Male gekotzt und ich bin sicher, dass es nervlich bedingt war. Sie tut als ob sie tough ist, aber eigentlich ist sie manchmal schon unsicher. Sie folgt mir auf Schritt und Tritt und war noch nie so brav und folgsam wie jetzt.

Mehr über Jädraås und die superschöne Gegend hier, gibt es demnächst hier zu lesen.

 

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6 Antworten zu Hej aus Jädraås

  1. Isabella schreibt:

    Ich freue mich, dass Du Dich mal wieder meldest – wir haben oft an Dich gedacht. Schön, dass Du noch so viele Sachen mit dem Flohmarkt losgeworden bist … ein Umzug ist eine tolle Gelegenheit zum Ausmisten 🙂
    Ich kann verstehen, dass Maya so ganz ohne eigenen Garten nicht glücklich ist – aber irgendwann wird sich das ja auch wieder ändern. Jetzt kommt erstmal in der Mietwohnung an … bevor es dann wieder weitergeht.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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    • Ja, der Flohmarkt war wirklich lustig. Ich hab mir ja hin und wieder den Trödeltrupp angesehen… Fernsehen bildet jag doch! 😉
      Aber wie im Beitrag geschrieben, ich finde es ja schade, Sachen wegzuwerfen die ein anderer vielleicht brauchen kann. Beim ersten Mal waren die Sachen kaum sortiert und da kaufte doch tatsächlich jemand ca. 20 Stück von diesen dünnen Plastikblumentöpfchen mit 8 cm Durchmesser in denen Blumen gepflanzt sind, wenn man sie kauft. Die hätte ich weggeworfen! Was soll ich dann dafür noch Geld verlangen? Dann sieht man ja an den Leuten, ob die auf Flohmärkte gehen weil sie kein Geld haben um anderswo Sachen zu kaufen… da kann man dann ja auch großzügig sein. So wie zum Beispiel bei der Familie aus Ecuador die total nett war.
      Dann war da eine Familie aus Schweden wo die zwei Buben auf meinen Sonnenliegen herumhüpften… Leute die ihre Kinder nicht erziehen, zahlen mehr. 😉

      Die Wohnung war von Anfang an nur als kurze Zwischenstation geplant und dementsprechend „unangekommen“ sieht es aus. 😉 In einem Zimmer stapeln sich Übersiedlungskartons und die ganze Dekoration liegt auch noch eingepackt herum. Wozu soll ich das alles auspacken wenn ich weiß dass es bald wieder weitergeht?
      Die Wohnung fühlt sich eher an wie ein Hotelzimmer … man weiß dass man bald wieder hier raus kommt…
      Liebe Grüße
      Claudia & Maya

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  2. wortsonate schreibt:

    lange vermisst, schön wieder etwas von dir zu lesen

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  3. siebeninseln schreibt:

    Freut mich mal wieder von euch zu lesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass so eine Umstellung nicht so einfach ist. Vielleicht auch eine neue Chance? Liebe Grüße, Dagmar

    Gefällt 1 Person

    • Ich gehöre eher zu der Sorte Menschen die alle Veränderungen als „Chance“ sehen, also macht mir der Umzug nicht so viel aus. Meine große Sorge galt Maya die ganz einfach ihr eigenes Revier braucht um sich wohl zu fühlen. In der Zwischenzeit hat sie sich aber ganz gut hier eingelebt und genießt die fast täglichen Besuche am Badeplatz.
      Was sie (und ich) allerdings vermisst, ist ein eigener Garten. Aber das kommt… bald. 😉

      Liebe Grüße
      Claudia & Maya

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