Das ist Jädraås

Wie versprochen, kommt heute ein kleiner Beitrag über das Dorf Jädraås.

Jädraås liegt ca. 220 km nördlich von Stockholm, und ca. 35 km von Sandviken, und gehört bereits zur Kommune Ockelbo. Erst im Jahr 2015 hat Jädraås seinen Status als „Tätort“ (zu deutsch ungefähr „Ortschaft“) verloren und wurde zu einem „Småort“ (laut Wikipedia „Kleinort“) degradiert da die Einwohnerzahl unter 200 gefallen ist.

In Jädraås gibt es eine Grundschule, eine kleine Tankstelle mit Kiosk, ein Lederfachgeschäft, eine alte Schmiede, eine alte Eisenhütte, ein stattliches Herrenhaus in dem man wohnen und essen kann, einen Badplatz und ein Eisenbahnmuseum. Es ist ruhig, es ist friedlich und viele würden sagen es ist langweilig. 😉

Für Leute die gerne in der Natur sind, ist Jädraås ein Paradies. Es gibt wie schon erwähnt einen Badeplatz im Dorf, es gibt Wanderwege und zig Pfade durch den Wald, es gibt immer wieder kleine Tümpel und Seen in denen man für kleines Geld Fischen kann oder einfach nur Boot fahren. Im Winter kann man Langlaufen, Schneeskoter fahren oder am 10 km entfernten Kungsberget Schifahren.

Im Sommer kann man am Wochenende mit der alten Dampfeisenbahn einen Ausflug machen. Und wer weiß… vielleicht begegnet man im Wald sogar Bären, Wölfen oder Elchen.

Am 7. Mai machte ich mit Maya einen ersten Ausflug nach Jädraås wo wir uns die alte Eisenhütte anguckten und das ganze mit einem ersten Bad am Badstrand beendeten … brrr… da lag noch Schnee!

Zwei Tage später guckten wir uns die Schmiede an und entdeckten dabei auch gleich einen schönen Rundweg, perfekt für eine Abendrunde.

Natürlich wurde auch dieser Abendspaziergang (wie fast jeder seither) mit einem Besuch am Badeplatz beendet. 😉

Am Tag dazwischen, entdeckten wir eine kleine Runde durch den Wald auf der anderen Seite der Hauptstraße. Allerdings gingen wir da ein paar Tage nicht weil wir unterwegs auf ein Schneefeld stießen obwohl es da schon recht warm war. Kurzentschlossen marschierten wir einfach durch und meine Jeans war dann bis zu den Waden nass… hatte irgendwie nicht erwartet dass der Schnee da noch soooo tief war. 😉

Hier ein paar erste Bilder vom Badeplatz, den Maya wie zu erwarten einfach super findet. Der Badeplatz liegt gerade mal 100 Meter von uns entfernt und es fällt einem schwer Mayas Wunsch nicht zu entsprechen und nicht einen Sprung dahin zu machen. 🙂

Der See ist total still…

Auch wenn Maya das Wasserstehen liebt, freut sich sich auch darüber dass es hier auch was zum Buddeln gibt.

Als es mal kühler war, gingen wir eine größere Runde an der Eisenhütte und am Sportplatz vorbei, in den Wald, über eine Brücke, wieder durch Wald und schlussendlich zur Straße zu unserem Haus zurück. Ein Besuch am Badestrand war natürlich der krönende Abschluss. 😉

Blick von der kleinen Holzbrücke

Da Jädraås ein kleines Dorf ist, fällt man als „Neuling“ natürlich auf. Und so kam es wie es kommen musste. Als ich mit Maya eines Abends spazieren ging, bemerkte sie eine Gruppe von Leuten in einem Garten auf der anderen Straßenseite. Neugierig wie sie ist, zog sie zu den Leuten hin denn die schauten uns ja auch an. Wir fingen zu quatschen an bzw. war die Eingangsfrage: „Jetzt hab ich euch schon ein paar Mal gesehen, aber ich habe keine Ahnung wo ihr wohnt!“ Also erzählte ich wo wir wohnten und wie wir in Jädraås gelandet sind während Maya wie üblich von einem zum anderen ging um sich streicheln zu lassen. Weil sie sich so offensichtlich wohl fühlte und ich ihr halt auch schon viel zu lange quatschte, legte sie sich erst normal hin und rollte sich dann auf den Rücken um sich vom ältesten in der Runde am Bauch kraulen zu lassen.

ich fragte die Leute ob es in Ordnung sei, dass Maya am Badeplatz badet denn an den meisten öffentlichen Badestränden ist dies nicht gestattet. Ich habe zwar kein entsprechendes Verbotsschild gesehen aber fragen schadet ja nicht. Da bekam ich den Tipp, mal nach Valkalampi zu wandern. Das wäre eine Runde von 5-6 km und da gäbe es einen schönen Strand und da wären nie irgendwelche Leute. Super dachte ich mir, und machte das gleich am darauffolgenden Samstag der auch recht bewölkt und somit nicht so heiß war.

Wir marschierten erst auf einer Straße und bogen dann auf einen markierten Pfad in den Wald ein. Wir hätten auch auf der Straße weitergehen können aber Wald finde ich schöner … wobei gerade an diesem Tag die Mücken sehr lästig waren.

Als wir ans Ziel kamen fragte ich mich, ob mich der Tippgeber verarschen wollte, denn es waren massenweise Wohnwagen da und es stellte sich heraus dass Valkalampi ein Campingplatz ist. Entgegen der allgemeinen Ansicht sind die Schweden gar nicht so mundfaul wie oft behauptet und so wurde ich gleich von einer Frau angequatscht. Sie erzählte mir dann dass an diesem Tag ein Treffen von 11 Equipagen stattfand. Sie trafen sich jedes Jahr am gleichen Wochenende hier um zu fischen. Sie erzählte weiters dass es eigentlich einen Pfad mit teilweise Holzplanken rund um den See gäbe, aber ein Teil der Holzplanken stünde unter Wasser und so könnte man nicht den ganzen Rundweg gehen wenn man sich nicht nasse Füsse holen wollte.

Dazu muss ich erklären dass es wegen der heurigen Schneemassen und der dann für Mai außergewöhnlich hohen Temperaturen zu Hochwasser gekommen ist; teilweise war das echt extrem. Deswegen gibt es heuer auch extrem viele Mücken, und die schon im Mai! Momentan ist es besonders schlimm mit den Kriebelmücken (ich kenne das Wort gar nicht, hoffe ihr könnt was damit anfangen; die Übersetzung ist von Wikipedia 😉 … man kann kaum draußen sein abends. Gegen die helfen auch keine Mückenmittel.

Na jedenfalls fand Maya Valkalampi toll und auch der Heimweg war recht schön. Allerdings verzogen sich dann die Wolken und die Sonne kam raus und der Weg ging hauptsächlich in der prallen Sonne und am Ende dann leider entlang der Hauptstraße.

Aber hier nun ein paar Bilder von Valkalampi und der Wanderung retour.

Hier ein Bild von Valkalampi bei strahlend blauem Himmel, eine Woche später aufgenommen. Leider bekam Maya das Wasser nicht. Nach dem ersten Besuch da, hatte sie Durchfall und spie am nächsten Tag. Beim zweiten Besuch hatte sie total schleimigen Durchfall… hatte schon Angst sie hat sich Würmer eingefangen aber am Abend des nächsten Tages war alles wieder normal. Aber ich befürchte, da werden wir nicht mehr hinfahren. Maya vom Wasser trinken abhalten ist unmöglich.

Als wir an diesem Tag heimkamen, erwartete uns eine Überraschung. Die alte Dampflok hatte ihre erste inoffizielle Fahrt der Saison. Jetzt bin ich ja nicht unbedingt ein großer Eisenbahnfan aber so eine tütende Dampflok die nur ein paar Meter von deiner Wohnung vorbeifährt hat schon was. Zum Glück macht sie das nur ein paar Mal untertags an den Wochenenden im Sommer 😉   Aber das wusste ich ja, als ich den Mietvertrag unterschrieb und das stört mich ja nicht. Im Gegenteil, ich glaube das wird lustig. Ich hoffe, ich kann dann auch noch bessere Fotos machen… die waren ja nur schnell geschossen weil ich ja nicht wusste dass der Zug fahren würde. Beim nächsten Mal bin ich besser vorbereitet 😉

Und damit kommen wir zu der nächsten Abendrunde, die nämlich entlang der Geleise am Eisenbahnmuseum vorbei geht, durch ein kleines Waldstück und dann entweder an der Schmiede oder der Eisenhütte vorbei zurück zum Badeplatz führt… hatte ich schon erwähnt, dass wir nur ganz selten nicht abends zum Badeplatz gehen? 😉

Und last but not least gibt es jetzt massenweise Fotos vom Badeplatz

 

Dieser Beitrag wurde unter Maya, Schweden abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Das ist Jädraås

  1. wortsonate schreibt:

    Wirklich wunderschön, da habe ich direkt Urlaubsstimmung.

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  2. Isabella schreibt:

    Das sieht wirklich nach „Natur Pur“ aus – und WEge scheitn es bei euch ja ausreichend zu geben … besonders toll natürlich für Maya, dass auch immer Wasser in der Nähe ist 🙂 Nach den zwei Besuchen von Valkalampi und den Durchfall-Folgen würde ich da sicher auch nicht mehr hingehen – denn auch bei uns wäre es wohl nicht möglich, die Hunde vom Trinken abzuhalten. Nur gut, dass es keine Würmer oder ähnliches waren.
    Die Dampflok muss ja ein echtes Schauspiel sein – ich bin schon gespannt auf weitere Bilder.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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    • Es ist wirklich wunderschön hier in Jädraås nur eben leider für meinen Geschmack viel zu weit vom Büro entfernt. Vor allem die letzten 15 km ziehen sich dahin. Es ist zwar eine schöne Strecke aber die verliert ihren Reiz wenn man sie jeden Tag fahren muss. Es geht da durch den Wald und man muss mehr oder weniger ständig darauf vorbereitet sein, dass ein Reh, Elch oder sonstwas über die Straße läuft. Jetzt im Sommer ist das nicht so schlimm aber im Herbst/Winter sicher alles andere als lustig.

      Das mit dem Durchfall war wohl eine Kombination von heißem Wetter und immer noch Überschwemmungswasser und ev. auch stressbedingt bei Maya denn sie hat in den Tagen nach der Übersiedelung öfter mal Schleim gespuckt und eben nur ab und zu und ohne dass es ihr ansonsten schlecht gegangen wäre. Ist wohl ihre Art mitzuteilen, dass sie ein Leben ohne Garten zum Kotzen findet. 😉

      Liebe Grüße
      Claudia & Maya

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