Es geschehen doch noch Wunder… naja, fast :-)

Heute war es endlich so weit!

Ein Tag, so heiß ersehnt wie … keine Ahnung was. So heiß und so lange ersehnt und plötzlich ging alles blitzschnell. Wieder mal ein Anruf um zu „jagen“ am Dienstag und am Mittwoch plötzlich der Rückruf mit Terminvereinbarung… und heute, Donnerstag, um 13 Uhr bekam ich es. Das so heiß ersehnte kleine, unscheinbare Ding … den Schlüssel zu meinem kleinen Knusperhäuschen.

Das Haus war 1946 als Sommerhütte gebaut worden mit Küche und einem Schlafzimmer. 1980 wurde dann noch ein großer Raum als Wohnzimmer angebaut der dann 2004 in Wohnzimmer und Badzimmer geteilt wurde (plus kleiner Nebeneingang) sowie ein weiteres Schlafzimmer angebaut.

 

Gegenüber vom Hauseingang steht eine Scheune mit einer Werkstatt, links daneben ein Geräteschuppen und rechts davon ein Carport und ein Holzvorrat. Um die Baugenehmigung für den Carport und den Holzvorrat wurde vor vielen Jahren angesucht aber irgendwie sieht das noch sehr unfertig aus… aber es ist trocken!

Links neben dem Schuppen geht ein verwunschener Pfad hinauf zur Straße und dem kleinen Postkästchen.

Blick zum nächsten Nachbarn:

Und ein paar Fotos von der Umgebung, sprich dem derzeit total zugewuchtertem Garten.

Blick zur „Saunahütte“ die aber recht heruntergekommen ist. Daneben steht ein weitere Geräteschuppen aus Blech. Dahinter fließt ein kleines Bächlein, von dem ich gar kein Foto habe. Keine Ahnung wie DAS passieren konnte! Aber morgen kommt ein Foto vom Bach. Versprochen! 😉

Das Haus von der Rückseite… ebenfalls etwas wild gewachsen. Es gibt jedenfalls viel Bauholz. 😉   Hinter der kleinen Tanne liegt übrigens auch ein Erdkeller aus Stein.

 

Blick aus dem Wohnzimmerfenster:

Blick aus dem kleineren Schlafzimmer:

Blick aus dem Küchenfenster:

Wie ihr sehen könnt, gibt es an der Fassade etwas wichtiges zu tun: nämlich Fenster/Türrahmen und die Eckpfeiler weiß streichen. Ein Schwedenhaus mit schwarzen Ecken. Also das geht ja gar nicht!!!  😀

Das Haus selbst ist laut Baufachmann für sein Alter in einem guten Zustand, also Dach, Fenster, Grund, alles in Ordnung; der Dachstuhl ist so trocken, dass der Feuchtigkeitsmesser überhaupt keinen Ausschlag gab. Die Fassade könnte einen Anstrich vertragen, hat aber keine größeren Risse oder kaputtes Holz.  Innen ist bis auf Kleinigkeiten auch alles in Ordnung aber eben nicht gerade auf dem neuesten Stand und nicht mein Geschmack.

Was ich also gleich morgen tun werde ist eine Kühl/Gefrierkombi, eine Waschmaschine und einen Tischgeschirrspüler kaufen (hoffe, ich bekomme dann die Lieferung nächste Woche). Damit die Kühl/Gefrierkombi reinpasst, muss ich einen Oberschrank abmontieren und dann mal sehen, wie es dahinter aussieht. Da ich sowieso vorhabe, die Küche komplett zu renovieren (wird aber erst nächstes Jahr sein), werde ich wohl nur schnell mal drüberstreichen und nicht allzu viel Zeit und Mühe in die Küche investieren. Die Fächer in den Küchenkästchen möchte ich auch tauschen aber das ist ja schnell gesägt.

Im kleinen Schlafzimmer werde ich die Decke und die Wände streichen und den Laminatboden austauschen. Das wird dann mein und Mayas Schlafzimmer bis das große Schlafzimmer renoviert ist. Dort braucht es neue Tapeten und einen Parkettboden und außerdem möchte ich den bestehenden eingebauten Kleiderschrank ausweiten und einen begehbaren Kleiderschrank draus machen. Und ein Schrank der ebenfalls eingebaut ist, kommt weg damit genug Platz für das Bett ist. Das beinhaltet also etwas mehr Arbeit weil an mehreren Stellen gespachtelt werden muss.

Im Wohnzimmer möchte ich tapezieren, die Decke gehört gemalt und statt des Plastikbodens möchte ich einen Parkettboden verlegen. Leider habe ich heute eine Luftblase unter dem Plastikboden entdeckt und ich hoffe, dass ich die Luft da rausbekomme… ansonsten wäre das echt blöd weil ich dann den Parkettboden nicht wie gedacht, einfach über den Plastikboden legen könnte. 😦

Damit es im Wohnzimmer heller wird (ursprünglich gab es Lichteinfall von drei Seiten aber nachdem das Bad dazu kam und dann noch das zugebaute Schlafzimmer, reicht das Licht von dem relativ hoch gelegenem Fenster nicht so richtig. Deswegen möchte ich zwei der drei Fenster durch einen Doppeltür ersetzen. Somit kann ich dann auch ganz genau sehen, wenn sich vielleicht ein Rehlein (Elch, Wolf, Bär!!!) im Garten herumtreibt. 😉

Später dann möchte ich auch einen Altan/Balkon der von der linken Seite übers Eck und dann bis zum Küchenfenster (das dann auch eine Tür wird) geht… irgendwann mal.

Das Bad ist bautechnisch in Ordnung aber es ist total verdreckt (ich hoffe, ich kriege das mit dem Dampfreiniger weg!!!) und unpraktisch und hat hässliche graue, glänzende Fliesen. Da es ja auch nicht sooooo alt ist (von 2004) möchte ich auch nicht alles rausreißen sondern werde jetzt mal WC, Dusche, Waschbecken und Hochschrank ersetzen. Für die Fliesen werde ich nach sogenannten „Wandtattoos“ suchen und schauen was passen könnte. Ich habe jetzt auch gesehen, dass IKEA „moderne“ Waschbeckenschränke hat (zu einem sehr günstigen Preis) und in ein paar Jahren wird das Badezimmer sowieso auch neu gemacht, also kaufe ich bei IKEA neue Möbel und kann dann bei der großen Badezimmerrenovierung das kaufen, was dann genau passt.

Das kleine Vorzimmer bräuchte auch eine Aufhübschung aber das kann warten. Was ich auch machen möchte ist, dass ich z.B. die extrem hässliche Tür vom Vorzimmer in den Küchenbereich mit einer Tür mit Glaseinsätzen ersetzen möchte, damit mehr Licht reinkommt (die Außentür hat Glaseinsätze). Das gleiche gilt für die Schlafzimmertür (gefrostetes Glas) und aus Platzgründen möchte ich die Tür zum kleinen Schlafzimmer mit einer Schiebetür (auch mit Glaseinsätzen) ersetzen… ev. sogar die Tür zum Badezimmer.

Derzeit gibt es im Wohnzimmer eine Luft-Luft Wärmepumpe, elektrische Bodenheizung im Bad, einen Kamin im Wohnzimmer und auch in der Küche gibt es einen kleinen Holzofen (praktisch wenn mal der Strom länger ausfällt!) … und ansonsten Stromradiatoren. Mal schauen wie sich das im Winter anfühlt und wie hoch die Stromrechnung ist. Ich „liebäugle“ ja damit, mir eine Infrarotheizung für die Küche zu besorgen und die an der Decke zu befestigen. Da die Küche ein Durchgangsraum ist mit Fenstern in zwei Richtungen (von denen eine auch noch eine Altantür werden soll!) ist die zu verbauen könnende Fläche ganz schön begrenzt (Herd, Geschirrspüler und Kühl/Gefrierkombi nehmen ja schon 180 cm an Breite weg!!!). Das Heizelement unter dem Fenster misst auch nochmals 100 cm… wenn ich das wegnehmen könnte und stattdessen die Wärme von der sowieso ungenutzten Deckenfläche kommt, wäre das phänomenal! Aber irgendwie habe ich noch keine richtig guten Erfahrungsberichte mit solchen Infrarotheizungen gefunden. Es gibt einzelne „Referenzen“ aber entweder wird das immer noch viel zu selten verwendet oder die Leute sind nicht so richtig zufrieden damit. Die Firmen die es in Schweden gibt die solche Heizungen vertreiben, konnten mich noch nicht so richtig „überzeugen“… es gibt aber einen Hersteller in Österreich, der allerdings (eh klar) keinen Vertreter in Schweden hat. Ich bin schwer am überlegen, ob ich denen nicht einfach eine Anfrage schicken soll. Was meint ihr? Wenn die in „Zuhause im Glück“ das verwenden, sollte es ja eigentlich nicht kompletter Müll sein, oder?

Das gute an den Stromradiatoren ist auf jeden Fall dass das Parkett/Laminatboden verlegen total einfach ist, weil man keine Rundungen für die Heizungsrohre im Boden ausschneiden muss! 🙂

Im Anschluss an das Badezimmer gibt es noch einen eigentlich winzigen Nebeneingang. Dort steht ein Trockner und massenweise Schränke… also obwohl der Raum winzig ist, ist der Stauraum riesig. Ach ja, im Badezimmer steht auch noch eine Waschmaschine, und die Wasserpumpe steht in einem Kästchen. Bekam heute einen halben Herzinfarkt als ich kurz das WC benutzte und die Pumpe schaltete sich lautstark ein. Muss mal schauen ob es  Schallisolierung für Schränke gibt. 😉

Ja, das ist im Prinzip das, was es zum Haus zu sagen gibt. Ein Stückchen den Hügel runter gibt es eine kleine Saunahütte die allerdings recht verfallen ist. Daneben steht ein Geräteschuppen aus Blech. Von Anfang an wollte ich aus der Saunahütte eine Gästehütte machen und den Saunabereich als Badezimmer einrichten weil es schon frostsicheres Wasser dort gibt. Allerdings habe ich mich komplett verkalkuliert, denn mir war zwar bewusst, dass ich dafür sorgen muss, dass alles was im WC landet umweltfreundlich entsorgt werden muss aber da dachte ich mir dass eine Verbrennungstoilette dieses Problem löst. Tja… nur hatte ich überhaupt nicht dran gedacht, dass auch das Wasser vom Duschen und Geschirrspülen entsorgt werden muss… und da sind die Umweltauflagen in Schweden fast genauso streng wie von Abwasser aus dem WC… vor allem weil die Hütte in unmittelbarer Nähe eine „Fischgewässsers“ (des Baches) stehen würde. Hier eine von der Gemeinde akzeptierte Lösung zu bauen, käme mir sehr teuer. Eine andere Lösung wäre, die Hütte an eine andere Stelle zu bauen und das Wasser in den bestehenden 3 Kammer Brunnen zu leiten. Aber eine andere Stelle zu finden, ist nicht so einfach weil so eine Hütte einfach nicht überall auf das Grundstück passt. Also Leute, alle die sich schon als Gäste angemeldet habe, möchte ich um Geduld bitten… ich muss erst noch eine Lösung für dieses im wahrsten Sinne des Wortes „Sch*** Problem“ finden. 😉

Der Besitzer des Hauses ist verstorben und somit wurde der Verkauf von einem Nachlassverwalter durchgezogen. Der Verkauf erfolgt – wie in Schweden üblich – über eine Maklerfirma. Bei der Vertragsunterzeichnung wird üblicherweise ein Übernahmedatum vereinbart. Als ich beim Makler war um den Vertrag zu unterschreiben, war ich deshalb entsetzt als da 31. August im Vertrag stand; der Nachlassverwalter selbst war nicht anwesend.

Das Haus war ja bereits von allen persönlichen Gegenständen geräumt worden und nur ein paar alte Möbel waren noch da und ich wollte doch so schnell wie möglich aus der Wohnung raus. Also sagte ich zum Makler, dass ich bereit wäre, die Entfernung der Möbel selbst zu organisieren wenn ich dafür früher Zutritt zum Haus bekommen könnte. Die Möbel seien ja nichts wert und wenn es nur daran läge dass ich so lange warten muss, wäre das also leicht zu lösen. Der Makler antwortet, das wäre sicher kein Problem wenn ich das so wollte und er würde mit dem Nachlassverwalter reden.

Ich ging zurück ins Büro und bestellte sofort die Begutachtung durch einen Baufachmann. Das ist in Schweden eigentlich üblich, wenn man sein Haus verkauft (hab ich auch gemacht als ich das große Haus verkaufte). Da es sich in diesem Fall um einen Nachlass handelt, liegt die Sache allerdings anders. Dazu später mehr.

In Schweden muss der Käufer vor Vertragsunterzeichnung das Haus genau auf Mängel kontrollieren da der Käufer kein Recht hat, später beim Verkäufer zu reklamieren, so lange es sich nicht um „versteckte Mängel“ handelt. Der Begriff versteckte Mängel ist aber in der Praxis kaum anwendbar. Als versteckter Mangel gelten nur Mängel die bei gründlicher Begutachtung des Hauses nicht ersichtlich sind. Z.B. wenn es in den Wänden feucht ist, das aber weder innen noch außen ersichtlich ist. Das gilt aber wiederum nicht in Kellerräumen denn da sind verkleidetet Wände eine Risikokonstruktion und bei diesen muss man damit rechnen dass Mängel auftauchen. Es ist also in der Praxis wirklich schwer, Rechtsansprüche auf „versteckte Mängel“ geltend zu machen. Wie auch immer, der Verkäufer haftete bis zu 10 Jahre nach dem Verkauf für besagte versteckte Mängel. D.h. wenn man Pech hat, bekommt man 9 1/2 Jahre nach dem Verkauf eines Hauses eine Rechnung über 10 000 Euro weil irgendein Mangel entdeckt wurde und saniert werden musste. Deshalb schließt man als Verkäufer in der Regel eine Versicherung gegen versteckte Mängel ab. In meinem Fall (Hausverkauf) bedeutete das Kosten für die Begutachtung durch einen Baufachmann und entsprechende Versicherung in Höhe von ca. 1700 Euro.

Wenn man allerdings ein Haus aus einem Nachlass kauft, gibt es niemanden an den man ev. Schadenersatzforderungen richten kann. Somit werden solche Kaufverträge mit einer Klausel belegt die besagt, dass man als Käufer Recht zu einer Begutachtung durch einen Fachmann hat (auf eigene Kosten) aber dass man keine Ansprüche für „versteckte Mängel“ erheben kann. Man trägt also ein höheres Risiko.

Wie auch immer, ein paar Tage später, durfte ich mir vom Makler die Schlüssel zum Haus ausborgen und nutzte die Gelegenheit um die Räume auszumessen. Ich musste den Baufachmann von der Straße zum Haus lotsen da es wirklich schwer ist, das Haus zu finden. Ich habe die Hausnummer 44 aber das Navi im Auto erzählte mir bei Hausnummer 45 dass ich am Ziel sei. Ich hatte mir aber vorher genau angeschaut wo das Haus lag und hatte ja Bilder von der Einfahrt gesehen und somit fand ich es auf Anhieb aber das tut ja ein Bautechniker nicht. 10 Minuten nach der vereinbarten Zeit rief er verzweifelt an und sagte, dass er nicht herfindet. Also ging ich rauf zur Straße und winkte ihm. Der Postkasten ist ziemlich klein und unscheinbar und wenn man von der Richtung aus dem Dorf kommt, gibt es eine sehr scharfe Kurve zur Einfahrt die man ganz einfach übersieht wenn man nicht weiß dass sie da ist. Eines der ersten Sachen, die ich also machen muss ist, ein Schild zu bauen damit die Leute/Lieferanten herfinden. 😉

Gemeinsam mit dem Bautechniker ging ich durch das Haus und er schaute sich alles an aber fand keine groben Fehler. Alles war trocken und gut erhalten und er erklärte mir vor allem, wie das Haus funktionierte! Wenn man sein Leben lang in „modernen“ Wohnungen mit Fernwärme und allem modernen Schnickschnack gewohnt hat, kann es eine Herausforderung sein, die Funktionsweise eines einfachen Häuschens (sprich: Hütte) mit Trinkwasserbrunnen auf einem Nachbarsgrundstück und Abwasser in einen 3 Kammer Brunnen zu durchschauen. Aber er war geduldig (und sehr kommunikationsbedürftig – er erzählte mir alles von seinem Burnout; der Typ der das große Haus begutachtete war ebenfalls sehr mitteilungsbedürftig und erzählte mir alles was ich nicht über seine Hüftoperation wissen wollte!!!) und ich lernte wirklich viel von ihm. Und ich war wirklich sehr erleichtert, dass er eigentlich nichts fand was ich nicht selbst schon gesehen hatte.

Mit ruhigem Gewissen, gab ich dann am nächsten Tag den Schlüssel zurück und wartete auf Bescheid wann ich endgültig den Schlüssel zu meinem Haus bekommen würde … und wartete,…. und wartete…. und schrieb E-Mails, ich rief an… und alles was ich bekam waren Ausflüchte. Es dauerte auch ganze zwei Wochen bis der Nachlassverwalter endlich den Kaufvertrag unterschrieben hatte und ohne Vertrag konnte ich nicht zur Bank. Als der Vertrag endlich unterschreiben war, war meine Bankbetreuerin auf Urlaub. Dann war mit der Bank alles geregelt, war der Makler auf Urlaub. Es war ein ewiges hin und her und die Frustration wuchs. Ich wollte erst auf Urlaub gehen, wenn ich Zugang zum Haus hatte, weil ich ja gleich mit der Renovierung beginnen wollte aber ohne Datum, kein Urlaub. Ich weiß nicht wie oft mein Chef mich fragte, wann ich denn jetzt auf Urlaub ginge, und ich konnte ihm keine Antwort geben.Ich trug dann einfach zwei Wochen ein, aber für schwedische Verhältnisse sind zwei Wochen zu wenig.

Ich jagte den Makler der behauptete er würde selbst den Nachlassverwalter jagen. Dann stellte ich dem Makler ein Ultimatum… wenn ich nicht Zutritt bis Ende Juli bekam, würde ich darauf verzichten, früher Zutritt zu bekommen, denn dann würde es mir nichts mehr bringen da ich in der kurzen Zeit nichts renovieren könnte. Ich bekam ja in der Arbeit schon wieder Termine für Mitte August. Da kam ein klein wenig Bewegung in die Sache… Der Nachlassverwalter rief mich plötzlich an um zu fragen, ob es ok für mich wäre, wenn er meine Telefonnummer an eine der Erben (bzw. deren Tochter die sich um alles kümmerte) weitergeben dürfte, damit wir direkt klären können, was im Haus bleiben soll/kann und was nicht. Klar bekam er die Erlaubnis und 5 Minuten später rief mich schon eine ältere Dame an und ich erklärte ihr die Situation. Sie verstand genau wie ich dachte und entschuldigte sich noch dafür dass sie nicht sofort antworten könnte (es war ein Donnerstag) aber sie müsste erst alle anderen Erben (die zwei über 90jährigen Schwestern des Verstorbenen bzw. deren Kinder) anrufen aber einer davon wäre fischen in Nordschweden und der hätte da keinen Empfang. Sie versprach, sich am Montag zu melden, ob das zeitig genug war? Na klar doch… ich wartete seit Wochen auf einen Bescheid, da machten 4 Tage mehr nichts aus. Sie rief auch verlässlich am Montag zu Mittag an und erzählte dass niemand mehr etwas aus dem Haus haben wollte und wenn ich Zeit und Lust hätte, könnten wir uns im Haus treffen und alles diskutieren. Zwei Stunden später gingen wir durch das Haus, ich stellte noch ein paar Fragen und alles war klar… dachte ich zumindest. Wieder daheim, schrieb ich sofort eine Mail an den Makler und erzählte von dem Treffen und erwartete mir, dass ich nun ein Datum für die Übergabe bekam. Tja, falsch gedacht. Der Makler war auf Urlaub aber er würde seine Kollegen im Büro um Unterstützung in der Sache bitten. Nichts geschah! Meine Frustration verwandelte sich in Ärger. Ein neues Mail (bin ja ein verständnisvoller Mensch und rufe Menschen nicht im Urlaub an) und weitere Vertröstungen. Dann der Bescheid dass eine Assistentin nun Termine buchen würde und sie würde mich anrufen. Das tat sie auch und erzählte, dass der Nachlassverwalter wissen wollte, wie das denn nun mit den Erben sei, ob die noch was aus dem Haus haben wollten oder nicht.

Grrrrrr…. ich musste mich beherrschen, nicht unfreundlich zu werden aber die Assistentin konnte ja nichts dafür. Also erklärte ich ihr freundlich dass ich schon vor zwei Wochen eine Mail an den Makler geschickt hatte und ihm erzählt hatte, was bei dem Gespräch mit der Erbin herausgekommen war. Da sagte sie, wenn das so ist, würde sie nur noch schnell mit meiner Bank Rücksprache halten um sicherzustellen dass mit dem Kredit für das Haus alles geklappt hat (ich hatte die Papiere mit der Post geschickt weil ja meine Kundenbetreuerin „wieder“ auf Urlaub war). Ich dachte mir, die Assistentin würde sich sofort wieder melden aber das tat sie nicht. Auch nicht am nächsten Tag und nicht am Tag darauf. Ich kochte … und das nicht nur wegen der Hitzewelle in Schweden!

Am Dienstag rief ich dann wieder an und fragte die Assistentin was denn nun sei. Angeblich hatte sie „gerade“ mit der Bank geredet und die hatten irgendwie irgendwas verschlampt aber nun sei alles bereit. Sie würde versuchen, den Nachlassverwalter zu erreichen aber der hatte schon gesagt, dass er flexibel sei was einen Termin betraf. Irgendwie passierten bei dem Maklerbüro immer nur Sachen, gerade wenn ich anrief… irgendwie komisch, oder? Na jedenfalls war es natürlich so dass sie den Nachlassverwalter nicht mehr erreichte aber – welch ein Wunder – sie rief am Mittwoch an und wir vereinbarten die Übergabe am Donnerstag, um 13 Uhr. Ich konnte es nicht glaube, bis ich vor dem Makler stand. Ich war sogar super freundlich zu ihm obwohl ich ihm eigentlich am liebsten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen wollte.

Naja, aber jetzt habe ich endlich den Schlüssel zu unserem neuen Zuhause! Ab Montag bin ich dass sogar schon offiziell hier angemeldet.

Eigentlich hatte ich ja geplant dass ich heute noch die Küchengeräte bestelle aber dann verbrachte ich so viel Zeit mit der Planung dass keine Zeit mehr blieb… bzw… ich wäre dann 10 Minuten vor Geschäftsschluss aufgetaucht aber das wollte ich dann auch nicht. Ich glaube, das Wohnzimmer wird wirklich schön… es ist natürlich alles viel beengter als in dem riesigen Haus in Hammarby aber ich glaube, meine Lösung ist schon gut…. hoffe es zumindest. 😉

Morgen ist dann also Großeinkauf angesagt… Farbe, Boden, Geräte, … und dann hoffe ich dass ich das kleine Schlafzimmer am Wochenende fertig bekomme. Maya ist bis Sonntag bei Herrli … und wisst ihr was? Ich bin schon soooo gespannt und freue mich schon auf ihre Reaktion wenn sie realisiert, dass das kleine Häuschen mit ganzen 3700 m2 Garten ihr gehört (und mir… ein kleiner Teil zumindest 😉 ). Ich weiß, dass sie das Haus hasst – und das tue ich auch.

Übrigens habe ich jetzt eine eigene Facebook Seite erstellt für Fotos und Berichte über das Leben in Schweden. Hier werden auch alle Beiträge von WordPress automatisch erscheinen (Facebook hat offensichtlich irgendwas geändert und nun kann man WordPress nur noch mit Seiten verbinden, aber nicht mehr mit Profilen), also klickt auf „Gefällt mir“ auf der Seite um WordPress Beiträge zu erhalten.

https://www.facebook.com/Leben-in-Schweden-2125627524392700/

Aber jetzt isses echt zeit, Schlafen zu gehen! Gute Nacht!

 

 

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5 Antworten zu Es geschehen doch noch Wunder… naja, fast :-)

  1. wortsonate schreibt:

    Ich bin auch gespannt wie sich das im Winter entwickelt. Wagemutiger Schritt, aber schön

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  2. kristallundrosen schreibt:

    Viel Glück im neuen Haus. Gruselst u Dich nicht ? vor allem im Winter wenn es dunkel ist, so allein?
    KuR

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  3. Sonja schreibt:

    sehr schön. 🙂
    wenn es ein sommerhaus war, musst du das haus dann nicht erst isolieren damit es im winter nicht zu kalt ist? sonst steigt die stromrechnung ja ins unermessliche. gut, du hast auch kamine aber übertags geht der aus. und dann ist es kalt, warm, kalt, warm… das ist glaub ich dann nicht so gut, oder?

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  4. siebeninseln schreibt:

    Viel Glück und alle guten Wünsche für das Leben im neuen Haus, Dagmar

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