Die ewige Krankenstube

Es war recht ruhig hier im Blog und das liegt daran, dass Mayas Gesundheit auch nach der OP im März alles andere als gut war. Es folgte auch eine weitere Operation, über die ich hier, bzw. im nächsten Beitrag, berichten werde.

Ich bin ein Gute Laune Schreiber, d.h. wenn ich gut drauf bin, schreibe ich gerne; ansonsten habe ich keine Lust dazu. Es heißt zwar „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ aber mir hilft es überhaupt nicht, wenn ich jemanden meinen Kummer oder meine Probleme erzähle und der dann Mitleid mit mir hat. Eher im Gegenteil, dann habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen weil es dann jemand anderem auch schlecht geht oder diejenige Person zumindest etwas betrübter ist.

Eine andere Sache ist es, wenn ich wirklich Hilfe brauche aber das ist ja etwas anderes.

Na wie auch immer, der letzte Beitrag über Maya ist vom 9. März und ich dachte mir, ich schreibe chronologisch auf was sich seither getan hat.

Maya trank immer noch große Mengen Wasser und musste entsprechend alle ca. drei Stunden raus; auch während der Nacht. Aber wisst ihr was, man gewöhnt sich dran. Ich hatte schon immer einen leichten Schlaf und wachte immer auf (wahrscheinlich war auch nie der Schlaf besonders tief in dieser Zeit) wenn sie musste. Ich zog dann einfach den Bademantel an und ging in meinen gefütterten Gummistiefeln raus. Zum Glück sind die Nachbarn weit genug entfernt, so dass die mich (hoffentlich) nicht so gesehen haben 😉

Am 16/17. März verbrachte Maya das Wochenende inkl. Montag bei Herrli und ich konnte endlich eine ganze Nacht durchschlafen… sogar zwei Nächte! Doch am Montag rief Herrli an und berichtete, dass Maya anscheinend eine Harnwegsinfektion hatte. Also rief ich in der Tierklinik an und wir sollten als Akutfall vorbeikommen. Herrli schaffte es auch, eine Urinprobe zu erhaschen und holte mich von der Arbeit ab so dass wir alle zusammen in die Tierklinik nach Gävle fahren konnten.

Unser Verdacht auf Harnwegsinfektion wurde durch eine Urinuntersuchung bestätigt und wir bekamen Antibiotika. Außerdem wurde eine Blutuntersuchung gemacht wobei extrem hohe Leberwerte festgestellt wurden. Beides waren wohl Nebenwirkungen des Kortison das Maya gegen die Ohreninfektion nehmen musste. Sollte sich Mayas Zustand nicht innerhalb von zwei Tagen bedeutend bessern, müssten wir nach Falun oder Uppsala fahren um dort die Ursache für die extremen Leberwerte untersuchen zu lassen. Zum Glück besserte sich Mayas Zustand bereits am Abend. Ein neuer Termin wurde für den 3. April gebucht.

An beiden Freitagen bis zum 3. April hatte Maya ca. 30-40 Minuten wo sie recht angestrengt und gestresst hin und her ging und alla paar Meter pinkelte bzw. sich nur hinhockte denn am Ende kam nicht mal mehr ein Tropfen raus. Beim ersten Mal waren ja erst ein paar Tage seit dem Tierarztbesuch vergangen und da dachte ich an einen leichten „Rückfall“ aber beim zweiten Freitag waren die 10 Tage Antibiotikaeinnahme ja schon vorbei und ich bekam leichte Panik. Aber nach diesen 30-40 Minuten war anscheinend wieder alles in Ordnung.

Ende März begann Maya dann ohne ersichtlichen Grund bzw. Ursache zu humpeln. Es sah wirklich schlimm aus aber wenn man am Bein herumdrückte, reagierte sie nicht. Man konnte jedoch deutlich sehen, dass sie am rechten Hinterbein an Muskelmasse verloren hatte, es war richtig schlaff. Da wir aber sowieso am 3. April einen neuen Besuch in der Tierklinik gebucht hatten, wartete ich ab. An einem Tag sollte Maya die 5 Meter von der Haustür der Hundesitterin bis zum Auto gehen… als sie eine Katze sah und ihr im Mordstempo hinterherjagte – obwohl sie seit Tagen humpelte. Das Ergebnis dieser Jagd (neben einem stinksauren Frauli) war eine leicht verstauchte rechte Hinterpfote, wobei die Schwellung aber am nächsten Tag schon fast wieder weg war. Danach war Maya wieder ein Wochenende bei Herrli und danach war die Pfote wieder gut und auch das Humpeln weniger geworden.

Vor dem Termin in der Tierklinik rief ich nochmals dort an und berichtete über diese beiden Freitage an denen es irgendwie so ausgesehen hatte, als ob Maya einen „Rückfall“ in Sachen Harnwegsinfektion hatte. Wir vereinbarten, dass ich eine neue Urinprobe mitnehme – sicher ist sicher. Am 3. April waren wir von 9:30 bis 12:00 Uhr in der Tierklink und insgesamt drei Tierärzte kümmerten sich um Maya. Die Urinuntersuchung zeigte, dass keine Infektion mehr da war. Die Leberwerte waren stark zurückgegangen, aber immer noch erhöht. Ein Röntgen zeigte, dass Maya eine akute Arthrose im rechten Knie hinten hatte. Anscheinend hatte das Kortison auch einen Artroseschub ausgelöst. Und last but not least wurde festgestellt, dass das Kreuzband am rechten Hinterbein beschädigt ist.

Der Tierarzt in der Tierklinik erklärte, dass er noch nie einen Hund als Patient hatte, der so viele Nebenwirkungen von Kortison bekommen hat, die da wären:

  • Extremer Durst mit extrem häufigem Wasserlassen
  • Harnwegsinfektion
  • 2,5 kg Muskelmasse in zwei Wochen verloren
  • Extrem erhöhte Leberwerte (einer der Werte war so hoch, dass er nicht mal in Zahlen gemessen werden konnte)
  • Arthrose Schub

Dass Maya speziell ist, wissen wir ja alle, aber dass sie so speziell ist, war mir nicht bewusst. 😊

 

Gegen die Arthrose bekamen wir Onsior verschrieben, wieder ein entzündungs- und schmerzlinderndes Präparat von der Sorte die Maya nicht verträgt. Dieses soll wieder mal besonders magenschonend sein aber wir sollten dennoch gleichzeitig Pepcid für den Magen einnehmen und das BARF Futter mit Schonkost mischen.

Doch all das half nichts, am 6. Tag kotzte Maya und entsprechend den Anweisungen des Tierarztes bekam sie ab dann keine Tabletten mehr.

Am 23. April hatten wir bei der weltbesten Physiotherapeutin Ann Essner einen Termin zur Rehab gebucht. Maya bekam eine Laserbehandlung und Akkupunktur. Die Physiotherapeutin fragte ob ich mir vorstellen könnte, Maya operieren zu lassen. Nach der Diagnose hatte ich sowieso gegoogelt und überall stand dass große Hunde auf jeden Fall operiert werden sollten. Und wenn sie nichts gesagt hätte, hätte ich sie gefragt. Ich antwortete also dass ich sie sowieso nach ihrer Meinung fragen wollte, weil ich eben gelesen hatte, dass man normalerweise operiert. Ann sagte, dass es in der Klinik in Sandviken (die gehört zur gleichen „Kette“) eine Orthopädin gäbe, die sehr gut wäre und sie würde sie gleich anrufen. Ann ließ mich dann mit Maya allein um zu telefonieren. Maya hatte vier Akkupunkturnadeln im unteren Rücken und die nächsten 20 Minuten lümmelte ich mit Maya auf einer großen Gymnastikmatte am Boden herum und verhinderte mehrere Mal dass Maya sich auf den Rücken rollte.

Dann kam Ann zurück und erzählte dass sie mit besagter Orthopädin gesprochen hätte und diese aber Maya auch erst sehen und untersuchen wollte bevor sie eine Entscheidung trifft. Und sie würde sich bei mir wegen eines Termines melden.

Die Akkupunktur war super!!!! Eine ganze Woche lang war Maya kaum zu bremsen, die Schmerzen waren offensichtlich deutlich geringer. Doch nach besagter Woche konnte man deutlich sehen, dass Maya wieder Schmerzen hatte. Nach einigem Zaudern meinerseits, beschloss ich, ihr eine geringe Dosis Previcox (eine halbe Tablette anstatt 1 ½ Tabletten) zu geben … und das nur jeden zweiten Tag. Und sogar diese geringe Dosis half offensichtlich denn Maya ging es wieder besser.

Nach einer Woche hatte sich noch immer niemand aus Sandviken gemeldet, also rief ich an… keiner wusste etwas. Die Administration bei denen ist echt eine Katastrophe. Na jedenfalls buchte ich dann für den 9. Mai eine Konsultation bei besagter Orthopädin. Sie untersuchte Maya und konstatierte, dass Maya sehr starke Schmerzen hatte und nachdem ich ihr die ganze Geschichte vom Dezember an erzählt hatte, sagte sie dass es gut möglich wäre, dass der Kreuzbandschaden damals im Dezember entstanden ist denn es wäre typisch für Kreuzbandschäden dass es den Hunden zwischenzeitlich wieder besser geht. Das bedeutet, dass die Diagnose vom Februar, der „eingeklemmte Nerv“ wahrscheinlich eine Fehldiagnose war.

Wie auch immer, es gäbe drei Alternativen.

Alternative 1: Maya bekommt Schmerztabletten und wenn es nicht mehr geht, einschläfern lassen.

Alternative 2: Maya wird operiert und nach einer intensiven Rehab Phase wird alles wieder gut.

Alternative 3: Maya wird operiert aber nachdem es keine Garantie gibt, dass die OP und die Heilung gut verläuft, kann es sein, dass sie trotzdem immer noch so starke Schmerzen hat, dass sie Schmerztabletten nehmen muss und wenn es nicht mehr geht, sie einschläfern lassen.

 

Die Entscheidung fiel mir leicht, es wurde Alternative 2.

Ich weiß, dass früher oder später der Moment kommt, an dem ich Maya gehen lassen muss aber das ist sicher nicht jetzt. Obwohl sie starke Schmerzen haben muss, ist sie daheim lebenslustig und fröhlich und schelmisch. Als es ihr nach der Lipom OP mal richtig schlecht ging, sah sie mich mit diesem Blick an der sagte „Frauli, ich will nicht mehr!“ und da versprach ich ihr, dass alles wieder gut wird. Dass es eine Weile dauern würde, aber dass es wieder gut wird und sie dann wieder unbeschwert über die Felder laufen könnte. Ich verspreche nur Sachen die ich auch halten kann und verdammt nochmal, es wird alles gut werden!

Allerdings… in Sandviken oder Gävle kann nur eine TTA (Tibial Tuberosity Advancement) OP durchgeführt werden, bei Maya wäre aber eine TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) angebracht und außerdem sollte eine Arthroskopie gemacht werden, um zu sehen ob und wie sehr der Meniskus in Mitleidenschaft gezogen ist. Dazu kommt auch noch dass Maya auf Grund ihrer 9 Jahre und der Tatsache dass sie Probleme mit der Verträglichkeit von Schmerzmitteln hat, als Risikopatient gilt und am besten über Nacht in der Tierklinik bleiben sollte – und auch das ist nicht in Sandviken und Gävle möglich. Sie würde uns also an die Niederlassung in Stockholm überweisen, wo Maya bestens versorgt wäre.

Schon am nächsten Tag wurde ich von der Klinik in Stockholm angerufen und eine weitere Untersuchung mit zusätzlichen Röntgenbildern wurde für den 23. Mai gebucht. Am 23. Mai standen wir schon vor 5 Uhr auf damit Maya noch was fressen konnte… sie sollte nämlich 8 Stunden vor der Röntgennarkose fasten. Zum Glück hatte Herrli Zeit, uns nach Stockholm zu fahren. Ich habe ja meinen Führerschein in Sandviken gemacht wo bei 50 Autos im Schritttempo von „Stau“ gesprochen wird. Die teilweise vierspurige Autobahn durch Stockholm wäre der reinste Horror für mich gewesen. Naja, das war sie sogar vom Passagierplatz aus. 😉

Wir waren eine ganze Stunde zu früh da aber man weiß ja nie wie der Verkehr durch die Großstadt ist. Als wir an die Reihe kamen, war ich positiv überrascht. Ich dachte ja, dass in der Großstadt alles unpersönlicher sein würde aber nein, der junge Tierarzt begrüßte erstmal Maya ausgiebig, bevor er sich uns zuwandte. Genau so habe ich mir immer einen Tierarzt vorgestellt… doch die Tierärzte die ich bisher getroffen hatte, waren nicht so gewesen. Er untersuchte Maya und dann bekam sie eine Narkose damit sie geröntgt werden konnte. Auch die Röntgenärztin war sehr nett und fürsorglich auch wenn ich kaum zusehen konnte wie Maya auf den Bauch gedreht wurde und ihr kaputtes Knie über einen Polster gezogen wurde … und Maya zuckte und krampfte obwohl sie betäubt war.  Danach wurde sie dann noch mit einer Decke zugedeckt damit sie es wohlig warm beim Aufwachen hatte.

Als ich damals den Termin zu dieser Untersuchung gebucht hatte, frage ich die Dame am Telefon auch wie lange es denn üblicherweise dann noch bis zur OP dauern würde. Die Antwort die ich bekam war ungefähr „eine Woche, 10 Tage“ (schwer das aus dem schwedischen zu übersetzen aber das kommt ungefähr hin 😉

Da ja der Donnerstag die Woche drauf ein Feiertag war (30.5.) hoffte ich darauf dass wir in der zweiten Woche einen Termin bekommen … da war allerdings der Donnerstag wieder ein Feiertag, nämlich der Schwedische Nationaltag. Als wir im Röntgenraum darauf warteten, dass Maya einschlief wurde uns gesagt, dass am 4. Juni ein Termin frei wäre! Ich sagte sofort ja, denn wenn ich selber hätte wählen können, hätte ich den 4. Juni (Dienstag) gewählt. Maya sollte ja erst am Tag nach der OP abgeholt werden, also am Mittwoch, dann ist am Donnerstag ein Feiertag und der Freitag ein Fenstertag und dann kommt das Wochenende… also ohne Probleme vier Tage frei haben. Perfekt.

 

Alles über die Operation und die Zeit danach, lest ihr im nächsten Bericht.

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