Mayas Kreuzband OP – TPLO

Am 4. Juni war also der große Tag.

Einerseits mit Schrecken erwartet da ja alles mögliche passieren kann bei so einer recht komplexen Operation aber andererseits auch mit Erleichterung, weil nun endlich zumindest etwas gemacht wurde. Das Wissen, dass Maya vermutlich schon seit Ende Dezember mit einem beschädigten Kreuzband herumlief, trägt nicht unbedingt dazu bei dass man sich gut fühlt, möchte ich noch hinzufügen.

Um nicht vielleicht eine böse Überraschung zu erleben, hatte ich sicherheitshalber auch noch bei Mayas Versicherung angefragt ob auch wirklich die Kosten für die OP übernommen werden. Ich hatte sogar noch Glück denn am 1. Juni begann das neue Versicherungsjahr und die schon verbrauchten 2200 Euro waren somit auch egal. Maya ist auf umgerechnet ca. 6000 Euro pro Jahr versichert mit einem fixen Selbstbehalt von ca. 200 Euro und 15% flexiblen Selbstbehalt. D.h. von der OP, die um die 4000 Euro kosten soll (& nochmals 1000 – 1500 für nachfolgende Untersuchungen und Röntgenbilder) bezahle ich 15%. Immer noch eine schöne Stange Geld aber Herrli bezahlt ja auch die Hälfte.

Einchecken war um 7 Uhr und eigentlich sagten wir anfangs, dass wir früh morgens nach Stockholm fahren würden. Aber als ich das in der Firma erzählte, rieten mir alle davon ab in der Rush Hour durch Stockholm fahren zu wollen… nach einer viel zu kurzen Nacht und sowieso wegen der OP total gestresst. Über die Firma bekommen wir etwas günstigere Preise bei einigen Hotelketten und nur 1,5 km von der Tierklinik entfernt, liegt eines dieser Hotels. Also schlug ich Mayas Herrli vor, dass wir doch Montag Abend nach Stockholm fahren könnten und im Hotel schlafen. Somit sind wir viel entspannter und brauchen nicht um 3 Uhr in der Früh aufstehen.

Gesagt getan. Das Hotelzimmer war zwar lausig und somit der Preis trotz Rabatt noch unverschämt teuer, aber das war es mir trotzdem wert. Die OP kostet so viel, dass es auf das auch nicht mehr ankommt.

Und obwohl Maya ein Landei ist, war sie echt super. Als wir hinkamen, checkte ich uns erstmal ein während Herrli mit Maya Gassi war. Ich holte dann Mayas Reisetasche (die war groß weil ihr Bett drinnen war) und zu dritt gingen wir in die Hotellobby… die voll war von Asiaten. Und Maya war voll cool obwohl sie, glaub ich, noch nie so viele Leute auf einen Haufen gesehen hat 😉

Einer der Rezeptionisten sah uns und kam her und zeigte uns den Treppenaufgang. Wir hatten Zimmer im ersten Stock, das schaffte Maya locker und somit entkamen wir den Menschenmassen. Wir gingen dann später nochmals raus um im Supermarkt was zu Essen zu kaufen und während Herrli im Geschäft war, wartete ich mit Maya auf einer kleinen Grünfläche. Soooo viele Autos fuhren vorbei (nein, für eine Großstadt wie Stockholm waren es nicht viele aber für uns Landeier waren es viele Autos 😉 ) aber Maya war voll cool. Auch das erste Mal Aufzug fahren, meisterte sie mit Bravour.

Um 7 Uhr morgen meldeten wir uns dann an der Rezeption der Tierklinik an. Nach ein paar Minuten in dem ich einen Fragenbogen ausfüllte, wurden wir aufgerufen und folgten einer Krankenschwester in einen Untersuchungsraum. Wir sprachen dann nochmals mit einem Tierarzt und einer Krankenschwester die sehr nett war. Sie sollte während des Aufenthaltes Mayas „Hauptkontaktperson“ sein und sie schien wie gesagt, sehr nett zu sein. Tja, und dann war Maya weg… geführt von der netten Krankenschwester deren Namen ich mir leider nicht gemerkt hatte. Wir sollten ein paar Minuten im Untersuchungsraum warten damit Maya uns auch sicher nicht mehr sah und dann gehen.

Schweren Herzens fuhren wir dann zurück ins Hotel um zu Frühstücken… selbst das Frühstück war unterdurchschnittlich und nicht mehr ganz frisch. Dann stürzten wir uns in die Stockholmer Rush Hour.

Am Nachmittag saß ich im Büro und arbeitete, mit meinen Gedanken doch meistens bei Maya. Dann kurz nach 14 Uhr der erlösende Anruf. „Evidensia Kungens Kurva“ stand am Display und ich lief aus dem Büro (blöderweise war der Kollege mit dem ich mir ein Büro teile und der sonst nur alle heilige Zeiten anwesend ist gerade an diesem Tag da) in ein kleines Kämmerchen gegenüber das für Online Meetings genutzt wird. Aber irgendwie kam ich in meiner Nervosität wohl irgendwo am Display an, den plötzlich verstummte das Telefon. „Sh**!“ dachte ich mir und wartete ungeduldig darauf dass der Tierarzt nochmals anrufen würde, der musste doch bemerkt haben dass das ein Fehler war. Rückruf hätte keinen Sinn gemacht weil es ja die Nummer der Vermittlung war. Und dann plötzlich „Bling. Bling“… eine Nachricht auf der Sprachbox. Ich hörte die Nachricht ab und brauchte erstmal 5 Wörter bis sich mein Gehirn an das Dänisch-Schwedische gewöhnte und ich überhaupt verstand was der da sagte. Die Krankenschwester hatte mich aber gewarnt, dass der Chirurg ein Däne ist und sein schwedisch wohl für mich als Ausländer nicht leicht zu verstehen wäre und falls es nicht ginge, könnten wir ja Englisch reden. Aber wie gesagt, nach den ersten paar Wörtern verstand ich ihn eigentlich recht gut. Er sagte, dass die OP gut verlaufen sein, dass es während der Narkose keine Probleme gegeben hätte und Maya ganz tief geschlafen hätte und dass sie jetzt auch schon wieder aufgewacht wäre. Wir könnten sie wie vereinbart am Mittwoch um 14 Uhr abholen.

Boah…. Das war ein riesiger Klumpen, der da vom Herzen plumpste kann ich euch sagen. Ich weiß nicht warum aber meine größte Sorge war dass Maya nicht wieder aus der Narkose aufwachen würde.
Ich rief gleich Mayas Herrli an und auch er war hörbar erleichtert.

Am nächsten Tag holte Mayas Herrli mich ab und wir fuhren los. Diesmal kamen wir leider in einen Stau in Stockholm und waren somit ca. 20 Minuten zu spät. Ich melde uns in der Rezeption an und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen als das Mädl am Telefon auf der Krankenstation anrief und sagte „Maya möchte heimgehen!“ Ich bezahlte die ausstehenden 750 Euro (die Versicherung hatte umgerechnet ca. 3800 Euro bezahlt) und wir wurden wieder nach hinten geführt wo wir ein Weilchen warteten während wir die „Entlassungspapiere“ genau durchlasen. Darin stand, dass „Das Kniegelenk geöffnet wurde, der obere Teil des Schienbeines gedreht und mit einer Metallplatte und 6 Schrauben fixiert wurde… „! Ächz…

Die schon bekannte Krankenschwester kam und wir stellten unsere Fragen und sie erklärte alles geduldig. Sie sagte uns auch mit einem breiten Lächeln dass Maya soooo lieb gewesen sei und ja wirklich alles mit sich machen ließe ohne zu Mucksen. Tja, der Wiener Charme funktioniert offensichtlich auch in Stockholm. 😉

Der untere Teil der Wunde hatte nach der OP zu nässen begonnen und sie bekam somit eine kleine Naht die nach 10-14 Tagen entfernt werden sollte. Ansonsten müssen keine Nähte gezogen werden. Sie und einige Kollegen hatten große Probleme gehabt einen Kompressionsverband anzulegen, um den Austritt der Flüssigkeit zu stoppen da es bei Hunden und vor allem am Knie anscheinend sehr schwierig ist, das so hinzubekommen, dass es auch hält, ohne zu verrutschen. Ich bekam massenweise Verbandszeug und Wundkompressen und sie erklärte, wie ich den Verband wechseln sollte. „Na servas“ dachte ich mir nur, das wird was werden! Die Krankenschwester sagte aber auch, dass es bei so einer Operation nicht so ungewöhnlich ist dass die Wunde nässt und dass das kein Grund zur Besorgnis sei. Sie erzählte auch dass Maya brav gefressen hätte und schon am Tag nach der Operation das operierte Bein belastet hat, was sehr sehr gut ist.

Und dann war es endlich so weit und wir konnten Maya in die Arme schließen. Zu meiner großen Freude hatten sie ihr den Trichter abgenommen und sie wirkte überraschend munter. Ihr operiertes Bein war dick umwickelt und wie die Krankenschwester gesagt hatte, belastete sie das Bein auch. Das sah echt gut aus.

Ich dachte eigentlich, dass Maya auf der langen Rückfahrt schlafen würde aber keine Spur davon. Sie saß die meiste Zeit auf ihrem Platz in der Mitte der Rückbank und schaute nach vorne. Sie war wohl viel zu aufgeregt und high von den Medikamenten.

Maya ganz aufgeregt auf der Heimfahrt von der Tierklinik

So eine große Straße hat Maya noch nie zuvor gesehen! 😉

 

Nach dem Heimkommen und nachdem Herrli sich verabschiedet hatte, dauerte es allerdings nicht lange bis sie schnarchte. Sie wachte aber kurz darauf wieder auf und jammerte ein wenig vor sich hin. Ich hatte mich auf mehrere schlaflose Nächte vorbereitet aber schon in der ersten Nacht ging Maya zum Schlafen gehen ins Schlafzimmer (bei der OP im März hatte sie ja mehrere Wochen nur im Wohnzimmer geschlafen!).

Mayas dick bandagiertes Bein

Damit Maya es in den ersten Wochen bequem hatte und schlafen konnte, hatte ich einen Beinschutz in Neoprenmaterial gekauft. Beim Ausprobieren noch vor der OP kam es mir aber vor, als ob das Ding recht warm wäre und ich fragte deshalb den Tierarzt was er denn davon hielte, diesen Beinschutz anstatt des Trichters zu verwenden, zumindest in der Nacht. Aber er meinte, dass er es lieber sehe, wenn die Wunde „Luft bekäme“ da die Heilung dann viel besser wäre. Also legte ich Maya schweren Herzens den gepolsterten Trichter an den wir damals für die Kastration vor 4 Jahren gekauft aber nie verwendet hatten (sie hatte da einen Body an). Ich rückte eine Kommode an die gegenüberliegende Wand und schob ihr Bett weg von der Wand damit sie möglichst wenig mit dem Trichter irgendwo anstoßen konnte. Und auch wenn wir immer wieder aufwachten, bekamen wir doch ausreichend Schlaf… jedenfalls mehr als ich erwartet hatte. Und bis auf den ersten Abend jammerte Maya auch kein einziges Mal.

Maya was not amused über den Trichter

Tags darauf, dem schwedischen Nationalfeiertag, war es an der Zeit, den Druckverband zu wechseln. Da die Krankenschwester ja erzählt hatte, dass es genässt hatte, war ich auf eine eklig verklebte und nässende Wunde vorbereitet … und war mehr als positiv überrascht als ich die „schöne“ Naht sah, die total trocken war (habe im Scherz zu Mayas Herrli gesagt dass wenn man beide Nähte vergleicht, also die vom Lipom und der Knieoperation dann wurde die Lipomwunde vom Lehrling genäht und die Kniewunde vom Meister).

Alles trocken aber der Fuss dick geschwollen vom festgezurrtem Druckverband

Jetzt reichts aber mit dem Fotos schießen, Frauli!

Tja, ich hatte keine Ahnung was ich tun sollte. Ich bin die schlechteste Krankenschwester die es nur gibt, müsst ihr wissen. Ich kann kein Blut sehen (bin als Kind in der Volksschule ohnmächtig geworden als sich eine Schulkollegin beim Turnunterricht an der Zehe verletzte) und auch wenn das mit dem Alter besser geworden ist vermeide ich es tunlichst, echtes Blut zu sehen. Ich bewundere alle Leute, die einen Pflegeberuf haben, denn für mich ist das einfach nichts.

Na, jedenfalls wartete ich dann ganze 40 Minuten in der Telefonwarteschleife der Tierklinik in Stockholm um zu fragen was ich tun sollte. Aber die Wartezeit zahlte sich aus, denn ich bekam die erfreuliche Information, dass ich keinen neuen Verband anlegen brauchte wenn die Wunde gut und trocken aussieht. Das waren ja mal positive Nachrichten.

Durch den festgezurrten Verband war Mayas Fuß total geschwollen und man konnte richtig sehen, wie der dünne Verband in die Haut „geschnitten“ hatte. Auch hinter dem Knie war die rasierte Haut ganz wund… armes Mädl.

Maya wollte natürlich draußen in der Sonne liegen und um sicher zu gehen, dass die Wunde nicht schmutzig wird, klebte ich einen Wundverband über die Wunde… Verbandszeug habe ich ja jetzt für die nächsten 10 Jahre. 😉

Hauptsache, draußen sein ist Mayas Devise

Maya humpelte natürlich aber sie belastete das operierte Bein und wechselte auch selbst wie auch sonst immer zwischen im Schatten und in der Sonne liegen … sie vermied also nicht, sich zu bewegen. In der ersten Woche sollten wir eigentlich nur zum Gassi gehen raus und das machten wir auch. Allerdings sollten wir auch nur auf ebenen Grund gehen… und das war etwas schwieriger da hier irgendwie alles uneben ist. Aber ich tat mein möglichstes, um mögliche Stolperstellen zu vermeiden und wenn es bergauf oder bergab ging, gingen wir langsam. Und anstatt mich abends aufs Sofa zu setzen, setzte ich mich zu Maya auf den Boden damit sie nur ja nicht auf die Idee kam, aufs Sofa springen zu wollen.

Die Narbe Tag 3 nach der OP

Da sie wieder Onsior nehmen sollte (ein NSAID, schmerz- und entzündungshemmende Tabletten) die sie ja nicht verträgt, sollte sie ebenso Andapsin bekommen, dass die Magenschleimhaut aufbaut und Esomeprazol dass die Produktion von Magensäure hemmt. Somit bekam sie um 5 Uhr morgens Andapsin denn das muss 2 Stunden vor anderen Medikamenten eingenommen werden. Um 7 Uhr morgens bekam sie dann Esomeprazol das mindestens eine Stunde vor der Mahlzeit und 2 Stunden vor anderer Medizin genommen werden muss. Zwischen 8 und 9 Uhr gab es dann Frühstück für Maya und ca. eine Stunde danach Onsior… Zum Glück wachten wir wirklich regelmäßig um 5 Uhr morgens auf. 😉 Da nahm ich Maya den Trichter ab und dann bekam sie Andapsin und dann dösten wir weiter…. Ich döste halb wach und Maya schlief…. Wollte ja nicht riskieren dass sie vielleicht an der Wunde herumleckte.

 

Guten Morgen am Tag 4 nach der OP. Glücklich ohne Trichter.

 

Durch die Magentabletten verschwand Mayas Appetit und sie wollte teilweise gar nichts fressen oder ganz ganz wenig. Da half nicht mal Dosenfutter als Geschmacksverstärker. Manchmal konnte ich sie dazu bringen, etwas mehr zu fressen, indem ich sie mit der Hand fütterte… bäh, eklig wenn man diese Nass/Barffutterpampe mit der Hand aus der Schüssel rausklauben muss. 😉

So gingen die Tage dahin und Mayas Bein bekam eine normale Farbe und auch die Schwellung ging übers Wochenende stark zurück.

Am Tag 5 nach der OP hatte das Bein wieder eine halbwegs normale Farbe und Form

Am Tag 6 nach der OP war es Montag und Maya musste wieder früher aufstehen … denn Frauli musste arbeiten, aber von daheim aus. Da ist die Aussicht auf jeden Fall schöner als im Büro.

Guten Morgen, Schlafmütze

Gibt schlimmere Arbeitsplätze, oder?

Meine Open Air Bürokollegin 🙂

Am Abend dieses Tages verschwand jedoch die große Zufriedenheit, denn Maya spie einen Berg Fressen aus. Somit bekam sie ab dann keine Schmerztabletten mehr – das hatten wir mit dem Tierarzt so abgesprochen.

Man konnte sehen, wie Mayas gute Laune nachließ und sie auch immer weniger gehen wollte. Meistens lag sie nur in einem ihrer Bettchen. Das hier ist das „Reisebett“ das zufällig mal im noch zu renovierenden (und bisher nur als Lagerraum genutzten) Schlafzimmer in der Sonne stand. Und Maya ging schnurstracks hin und legte sich ins Bett. Da ich sie ohne Trichter nicht allein lassen konnte, legte ich mich neben sie auf den Boden bzw. auf den Polster einer Sonnenliege der auch da herumlag.

Die Narbe eine Woche nach der OP

Nach zwei Tagen ohne Schmerzmittel hüpfte Maya nur noch auf drei Beinen und wollte natürlich nicht mehr gehen. Also rief ich wieder in der Tierklinik in Stockholm an und fragte, ob es denn ok wäre, wenn ich Maya wieder Gabapentin gebe.

Gabapentin ist eigentlich ein Mittel gegen Epilepsie und Nervenschmerzen bei Menschen aber das hatte Maya verschrieben bekommen, als sie im Februar die (falsche) Diagnose „eingeklemmter Nerv“ bekommen hatte. Und ich bekam vom Tierarzt im Stockholm das OK dazu auch wenn er mich nochmals darauf hinwies, dass Gabapentin aber keine entzündungshemmenden Eigenschaften besäße, aber das weiß ich ja. Nur wenn sie sonst nichts verträgt muss ich ihr zumindest was gegen die Schmerzen geben.

Nach weiteren zwei Tagen belastete Maya das operierte Bein dann wieder wie vorher. Leider war es in diesen zwei Wochen ziemlich heiß hier und da war es etwas schwierig Maya dazu zu motivieren 5-6 Mal am Tag jeweils 10 Minuten lang zu gehen (in Woche 2)… aber ich tat mein bestes. Sie bekam auch regelmäßige Massagen von mir und ich sollte das Knie in einer langsam kreisenden Bewegung Beugen und Strecken – aber das mochte sie gar nicht. Nach dem Wechsel auf Gabapentin setzte ich auch die Magentabletten ab und langsam kam auch der Appetit wieder zurück.
Ansonsten saßen wir meistens draußen vor dem Haus (manchmal auch in der Wiese) und ich arbeitete mit dem Laptop auf den Knien (zum Glück hat man einen langweiligen Bürojob den man auch von daheim aus erledigen kann). Unterbrochen wurde das nur wenn wir spazieren gingen oder wenn ich eine Telefonkonferenz hatte; dann gingen wir hinein.

Und langsam aber sicher bekam Maya wieder mehr Lebensfreude, auch wenn die Gabapentin sie sehr müde machten.

 

Hier ein Video vom 17. Juni, also 13 Tage nach der OP (da war es gerade sehr heiß, deshalb hechelt Maya so):

 

Die Zeit muss für Maya total langweilig gewesen sein aber sie beklagte sich nicht. Wir saßen bei Sonne und bei Regen draußen und gingen wie gesagt nur rein, wenn ich Online Meetings hatte. Das war teilweise witzig weil zwar meine unmittelbaren Kollegen wussten, warum ich von daheim aus arbeitete, aber das erklärt man ja nicht bei jedem Meeting. Einmal jedoch begann Maya im Schlaf hinter mir zu Bellen und zu Knurren und lachend erklärte ich dann meinen zwei Gesprächspartner was das für ein Geräusch war. Und einmal hielt ich ein Webinar als Maya ebenfalls hinter mir laut und genüsslich Wasser aus der Schüssel zu schlurfen begann. Da musste ich mich sehr beherrschen um nicht laut loszulachen … weil das eine „seriösere“ Präsentation war, hab ich aber auch nichts erklärt … keine Ahnung was die dachten was das für ein Geräusch war. 😀

Am Tag 18 nach der OP war die Narbe schon schön verheilt und Frauli und Herrli hatten in Teamarbeit auch die einzelne blaue Naht (dort wo die Wunde noch in der Tierklinik nässte) entfernt.

 

Am Montag, 24. Juni hatten wir einen Termin auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Die erste Rehab Session war gebucht. Erstens wollte ich endlich mit ordentlicher Rehab beginnen und zweitens wollte ich von einem Spezialisten wissen, wie gut oder wie schlecht Maya sich denn nun bewegte. Als Laie ist das ja schwer zu beurteilen wie es nach fast drei Wochen aussehen sollte.

An diesem Morgen war Maya besonders gut drauf und machte beim morgendlichen Gassigang fast einen ihrer Freudesprünge (ich glaube sie sah meinen entsetzten Gesichtsausdruck und bremste sich ein). Doch damit nicht genug. Nachdem wir vor der Tierklinik in Gävle geparkt hatten, gingen wir eine Runde Gassi und dabei markierte Maya wieder mal wie ein Rüde, nämlich in dem sie ein Bein hob. Doch nicht irgendein Bein, nein, das „gute“ Bein!!! Das bedeutet, sie stand zum ersten Mal seit einer Ewigkeit mit vollem Gewicht auf dem “kaputten“, also operierten, rechten Bein!

Dann kam der Moment der Wahrheit an dem die allerbeste Physiotherapeutin Maya anschaute und das Knie bzw. das Bein abtastete und sagte: „Na, aber das sieht gut aus!“ Mann, was war ich erleichtert. Sie erzählt dann auch Details von der Operation die wir noch gar nicht erfahren hatten. Zum Beispiel, dass das vordere Kreuzband komplett gerissen war und das hintere überhaupt nicht beschädigt gewesen war und dass der innere Meniskus auch kaputt war. Sie wiederholte auch, dass die Narkose und die Operation ohne auch nur die kleinste Komplikation verlaufen ist und dass wir Glück hatten, denn der Chirurg der Maya operiert hatte, gehört zu den besten! Wenn jemand anderer das gesagt hätte, hätte ich es nicht für ganz voll genommen aber wenn Ann Essner es sagt, stimmt es. 😉

Und es war sogar in ihr Journal eingetragen worden, dass Maya sehr lieb ist und leicht zu hantieren. Jetzt isses offiziell, dass sie ein Schoßkampfhund ist… sozusagen. 😊 Ann notierte dann auch im Journal, dass wir jetzt Gabapentin nehmen anstelle von Onsior. Dabei erzählte sie, dass sie eine Studienkollegin hätte, die nun in den USA tätig sei und als sie einander letztens getroffen hätten, hätten sie auch Schmerzbehandlung bei Hunden diskutiert und da kam heraus dass in den USA standardmäßig Gabapentin bei TPLO Operationen verabreicht wird! Dafür bekämen die Hunde dann Antibiotika, um Infektionen vorzubeugen.

Ann machte wieder eine Laserbehandlung und setzte Maya Akupunkturnadeln, weil das ja beim letzten Mal so gut bei Maya angeschlagen hat. Sie stellte auch wieder einige Übungen zusammen die ich mit Maya machen sollte und ich sollte sie weiterhin massieren. Der rechte Oberschenkel misst ganze 5 cm weniger als der linke – so viel Muskelmasse hat Maya in der Zeit vom Dezember bis jetzt verloren weil sie das Bein nicht bzw. nicht voll belastete! Da haben wir etwas Arbeit vor uns, um das wieder anzugleichen!

Bei dem Besuch bei Ann vor der OP erwähnte sie auch, dass man TENS zur Schmerzstillung anwenden könnte nachdem Maya ja so empfindlich auf Medikamente reagiert (auch wenn es so aussieht, als ob sie die Gabapentin ganz gut verträgt – bis jetzt). Sie zeigte mir, wie man das Gerät verwendet und war fast schon überrascht weil Maya überhaupt nicht reagierte. Sie sagte, dass man anfangs ein Kribbeln spüren würde und da würden die meisten Hunde nervös werden weil die eben nicht verstehen was da passiert aber bei Maya konnte man schon die Muskelzuckung sehen und sie reagierte immer noch nicht. Nur leider war dann die Batterie des TENS Apparates leer und unsere Stunde sowieso auch schon vorbei aber ich durfte mir das Gerät mit nach Hause nehmen zum ausprobieren… zum Glück hatte ich Batterien zuhause. 😉 Und natürlich habe ich schon ein eigenes Gerät für Maya und mich bestellt 😊

Nun haben wir zwei neue Termine bei Ann gebucht und auch gleich ein Röntgen, 6 Wochen nach der Operation um zu sehen, wie der Knochen verheilt.

Dieses Video ist von gestern, dem 26. Juni, also 22 Tage nach der OP.

 

Hoffen wir, dass Mayas Genesung weiterhin so gut verläuft und Maya bald wieder übermütig über die Felder laufen kann.

… und nicht nur wie auf dem Bild „ausläuft“. 😀

Gestatten: Dali!
Señorita Maya Dali

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